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IDC: Die drei größten Hürden für die Cloud

Feature | 14. Januar 2015 von Andreas Schmitz 0

Sicherheitsbedenken und Gesetzesvorgaben bremsen in Deutschland noch immer die Cloud, so eine aktuelle IDC-Studie. Schwer im Kommen: die hybride Cloud.

Deutschland ist anders als die USA. Wo in Übersee schneller einfach ausprobiert wird, siegen hierzulande oft zunächst die Bedenken über den hier wie dort anzutreffenden Wunsch, so flexibel und agil wie möglich zu werden. Besonders die Fachbereiche freuen sich über jene Anwendungen aus der Cloud, die manchmal sogar ohne Mitwirken der IT-Abteilung neue Lösungen möglich machen. Aus unternehmerischer Sicht macht das keinen Sinn, denn hier werden Sicherheitsstandards verletzt und die Kompetenz der IT etwa in Hinsicht auf die IT-Sicherheit missachtet.

Dennoch zeigt die IDC-Umfrage, dass nicht nur fast jedes zweite der befragten 200 Unternehmen in Deutschland (45 Prozent) inzwischen Anwendungen aus der Cloud beziehen, sondern, dass auch noch weitere 36 Prozent den Einsatz in den kommenden zwei Jahren planen.

IDC: Der Hybrid Cloud gehört die Zukunft

Anwendungen, die auf eigenen Servern laufen, angereichert durch Cloud-Services: Der „Hybrid Cloud“ gehört nach Ergebnissen der im August 2014 gemachten Befragung die Zukunft. Mehr als jeder zweite IT-Verantwortliche (54 Prozent) plant derzeit entsprechende Projekte. Auffällig und besonders aufgrund der Sicherheitsdiskussionen gerade hierzulande nicht verblüffend ist, dass derzeit die „Private Cloud“ am häufigsten in den Unternehmen eingesetzt wird. Die unternehmensweit und -intern eingesetzten Services aus der Cloud nutzen derzeit zwei Drittel der Unternehmen. Doch der Anteil von „Hybrid Cloud“-Anwendungen wächst in den kommenden Jahren auf 69 Prozent.

Die IT-Chefs versprechen sich von der Cloud vorrangig einen positiven Einfluss auf Kosten (51 Prozent), andererseits aber auch die Chance, Anforderungen etwa aus den Fachbereichen schneller erfüllen zu können (37 Prozent) und Geschäftsabläufe zu beschleunigen (40 Prozent). Trotz dieser wohl gesehenen Treiber der Cloud lassen sich die deutschen IT-Chefs allerdings noch nicht so ganz zur angloamerikanischen Offenheit hinüberziehen.

Die wichtigsten Hindernisse im Einzelnen:

  1. Sicherheitsbedenken:

Noch immer ist der Respekt vor Anwendungen groß, die nicht im eigenen Rechenzentrum oder Serverraum laufen. Fast zwei Drittel der Befragten sehen Sicherheitsbedenken, sehen gar Konflikte mit den bestehenden gesetzlichen Regelungen (41 Prozent) und glauben nicht daran, dass sich die erwarteten Kosteneinsparungen realisieren lassen (38 Prozent). Diese von IDC „externe Herausforderungen“ genannten Hindernisse machen klar, wie tief die Angst in deutschen Unternehmen sitzt, durch externen Missbrauch der Unternehmensdaten letztlich die eigene Existenz aufs Spiel zu setzen.

  1. Neue Prozesse und Strukturen:

Weniger mit Angst, viel mehr mit Pragmatik haben die „internen Herausforderungen“ zu tun. Fachbereiche wie auch die IT sind gefordert, ihre Strukturen, Prozesse und Technologien zu überdenken und anzupassen. Grundsätzliche Umbauten und Entwicklungen neuer Architekturmodelle müssen von langer Hand geplant werden. Klar ist: Cloud-Computing verändert die Geschäftsprozesse, die angepasst werden müssen. Das ist für 36 Prozent das Haupthindernis. Weitere 35 Prozent befürchten, dass die IT dadurch komplexer wird. 32 Prozent erwarten eine aufwendige Integration der eigenen IT-Umgebung mit Cloud-Services. Diese stückweise Adaption der Cloud hin zu einem hybriden Modell ist zwar – wie oben genannt – von mehr als jedem zweiten Unternehmen anvisiert, gleichzeitig aber auch die drittgrößte genannte Hürde. Nummer vier auf der Hürdenliste ist einmal mehr der erwartete hohe „Aufwand“ für IT-Anpassungen.

  1. Made-in-Germany-Orientierung:

Unternehmen, die auf externe Cloud-Services setzen, machen den Dienstleistern klare Vorgaben. Jedes zweite Unternehmen fordert vom Anbieter, dass das Rechenzentrum in Deutschland betrieben werden muss. Die Verträge sollen für 48 Prozent der Befragten nach deutschem Recht abgeschlossen werden. Cloud-Provider müssen für 44 Prozent der Befragten den gesamten Datentransfer verschlüsseln und mehr als jeder Dritte fordert ein Zertifikat, das nachweist, dass sämtliche Prozesse konform mit dem hiesigen Datenschutzgesetz sind.

Unternehmen in Deutschland – das zeigt die aktuelle Studie von IDC ganz deutlich – planen mit der Cloud, aber sie sehen auch die Erfordernisse, die nötig sind, um nicht nur den Wunsch wahr werden zu lassen, sondern auch bei den zukunftsorientierten Aktivitäten nirgendwo anzuecken.

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