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IDC-Studie: Sieben Erkenntnisse über SAP S/4HANA

Feature | 14. November 2017 von Andreas Schmitz 11 Hot Story

Kunden, die bereits auf SAP S/4HANA umgestiegen sind, entdecken den Mehrwert und legen Vorbehalte ab. Tipp der Vorreiter: nahe am Standard bleiben, Echtzeitinformationen gezielt nutzen.

1. SAP S/4HANA: Bei zwei Dritteln der SAP-Anwender gesetzt

Zwei von drei SAP-Kunden planen die Zukunft ihres Unternehmens mit SAP S/4HANA. Die Frage ist also nicht, ob sie die jüngste ERP-Software von SAP einsetzen und das bestehende ERP erneuern oder ablösen werden, sondern wann – so die Ergebnisse der aktuellen globalen Befragung des Marktforschers IDC unter 300 SAP-Anwendern.

2. Mehrwert: SAP S/4HANA macht Mitarbeiter produktiver und senkt Kosten

Die Erwartungen und Bedenken der SAP-Anwender hängen davon ab, wie intensiv sie sich bereits mit der Software auseinandergesetzt haben. Wer SAP S/4HANA im Alltag kennengelernt hat, ist vom Mehrwert der Software überzeugt. Jeder Dritte SAP-S/4HANA-Nutzer ist sich sicher, dass SAP S/4HANA die Produktivität der Mitarbeiter steigert und die Kosten senkt. Außerdem erkennen die bisherigen SAP-S/4HANA-Anwender den Nutzen von Echtzeitinformationen und sehen in SAP S/4HANA einen Treiber, der ihnen konkrete Mehrwerte für ihr Unternehmen bietet. Hingegen ist nur jedes fünfte Unternehmen ohne Erfahrungen in SAP S/4HANA von diesen Vorteilen überzeugt.

3. Migration von Legacy-Code: Durch SAP S/4HANA sinken die Vorbehalte

Wer erste Erfahrungen mit SAP S/4HANA gesammelt hat, legt klassische Bedenken hinsichtlich des Einsatzes der modernen Software ab. Dazu gehören auch Vorbehalte in Bezug auf die Migration des Legacy-Codes. 38 Prozent der Unternehmen, die noch über den Einsatz von SAP S/4HANA nachdenken, äußerten Bedenken zum Legacy-Code. Bei S/4HANA-Nutzern sind es nur 17 Prozent.

4. Trotz modernem UX: Software-Training ist sinnvoll

Unternehmen, die erst Überlegungen anstellen, SAP S/4HANA einzusetzen, messen dem Thema Anwenderschulung eine geringe Bedeutung bei (20 Prozent). Demgegenüber sehen 40 Prozent der Unternehmen, die SAP S/4HANA eingeführt haben und 27 Prozent der Unternehmen, die die Einführung konkret planen, die Schulung der Fachanwender als zentrale Herausforderung.

5. On-premise und Private Cloud beliebt: Betriebsmodell Public Cloud ist Zukunftsthema

Nach den Erkenntnissen der IDC setzen die meisten Unternehmen bei der Implementierung von SAP S/4HANA auf eigene Systeme, die sie selbst betreiben oder betreiben lassen. Die Mehrheit (mehr als 40 Prozent der Unternehmen, die SAP S/4HANA konkret planen oder bereits im Einsatz haben) nutzt die Software in einer Private Cloud beziehungsweise in der SAP HANA Enterprise Cloud. Unter den Unternehmen, die bereits SAP S/4HANA nutzen, haben sich nach der Befragung von IDC derzeit 15 Prozent für die Public Cloud entschieden.

6. Praxis: SAP S/4HANA Finance bei Unternehmen beliebt

Die Vereinfachung der Prozesse mit Unterstützung durch SAP HANA hat ihren Ursprung im Finanzwesen. Auch heute wird SAP S/4HANA Finance ganz oben im Funktions-Ranking von SAP S/4HANA gelistet. 40 Prozent der Unternehmen, die SAP S/4HANA im Einsatz haben, haben ihr Finanzwesen bereits migriert. Bei Unternehmen, die aktuell den Einsatz von SAP S/4HANA planen, fällt die Entscheidung in 38 Prozent der Fälle auf SAP S/4HANA Finance. Ebenfalls beliebt sind bei aktuellen SAP-S/4HANA-Nutzern Funktionen für das Projektmanagement (37 Prozent), für den Personalbereich (36 Prozent) und ERP-Kernprozesse (35 Prozent). Funktionalitäten für das Marketing, die Beschaffung und das Lieferkettenmanagement werden bislang noch weniger häufig genutzt (19, 22 bzw. 23 Prozent).

7. Implementierungs-Tipps: nah am Standard bleiben, mit sauberen Daten starten und Echtzeitinformationen für Prozessverbesserungen nutzen

IDC hat mit neun Unternehmen, die SAP S/4HANA bereits einsetzen, neben einer webbasierten Befragung auch persönliche Interviews durchgeführt. Ziel war es herauszufinden, welche Tipps sie anderen Unternehmen mitgeben, die auf SAP S/4HANA umsteigen wollen. Die wichtigste technische Herausforderung vor der Migration auf SAP S/4HANA sehen die bisherigen Anwender darin, die Stammdaten angemessen aufzubereiten. Demnach sei die Bereinigung der Daten eine wichtige Voraussetzung für eine erfolgreiche Implementierung. Ein weiterer wichtiger Tipp der Anwender: Bestenfalls vordefinierte Standardprozesse der SAP nutzen, anstatt kundenindividuelle Prozesse um jeden Preis mitzunehmen. Vorteilhaft ist dies für Unternehmen, deren Systeme etwa nach dem Greenfield-Approach implementiert wurden, da sie sämtliche spätere Innovationen von SAP problemlos integrieren können. Ein weiterer Tipp der SAP S/4HANA-Anwender bezieht sich auf die Nutzung der Echtzeitinformationen. Es gilt darauf zu achten, dass aus diesen Informationen nicht nur neue Einsichten gewonnen, sondern auch direkt (und automatisch) Prozesse angestoßen werden. Geschieht dies nicht, bleibt enormes Potenzial im Unternehmen ungenutzt.

Weitere Informationen:

IDC hat insgesamt zehn Tipps gesammelt. Im Whitepaper „Voice of the Customer: 10 Insights, Direct from SAP S/4HANA Pioneers“ können Sie diese im Detail nachlesen.

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