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IDC-Trends 2015: So entwickelt sich das Internet der Dinge

Feature | 28. Januar 2015 von Andreas Schmitz 0

Die Cloud wird das Mittel der Wahl, um diverse Daten von Maschinen und IT-Systemen zusammenzubringen, Sicherheitslücken sind „vorprogrammiert“ und Wearables werden zur Smartphone-Alternative: IDC über die Internet-of-Things (IoT)-Trends der kommenden drei Jahre.

Vorausschauende Wartung: Das ist wohl das bisher plakativste Szenario, um zu veranschaulichen, wozu das Internet der Dinge in der Lage ist und künftig immer mehr sein wird. Über Sensordaten ermittelt die IT permanent Kennzahlen, die Aufschluss darüber geben, ob einzelne Teile ausgewechselt werden müssen. Und unproduktive Standzeiten der Maschinen werden enorm verringert. Allerdings wird das Internet der Dinge in fast jede Branche vordringen. Daten können fast überall ermittelt werden, im Straßenverkehr, beim Sport oder im Haushalt. Selbst Konsumenten werden in wenigen Jahren nicht mehr an Wearables vorbei kommen, die dann einen Teil der Smartphones ersetzen. Die besondere Herausforderung liegt in den kommenden Jahren darin, diese Daten sicher zu machen und in sinnvolle Botschaften umzumünzen.

Die wichtigsten Trends im Einzelnen:

1. Cloud als zentrale Plattform: Das so genannte Data Blending ist die Kernherausforderung für Unternehmen. Die Daten liegen in unterschiedlichsten Formaten vor, müssen jedoch gemeinsam ausgewertet werden. Statt die aufwändige Umwandlungen der Daten in verarbeitbare Formate selbst zu übernehmen, werden innerhalb der kommenden fünf Jahre über 90 Prozent der Unternehmen auf Cloud-Plattformen setzen. Das reduziert nach Ansicht von IDC die Komplexität.

2. Sicherheitslücken in IT-Netzwerken: Schon innerhalb der kommenden zwei Jahren werden neun von zehn IT-Netzwerke mit Sicherheitslücken zu kämpfen haben. Wichtig wird sein, die Standards und Protokolle in der jeweiligen Industrie zu verstehen und sicherzustellen, dass Technologien eingesetzt werden, die dem Datenschutz und den Ansprüchen an die IT-Sicherheit gewachsen sind. „Security-Officers“ werden gefordert sein, entsprechende verbindliche Regeln – „IoT-policies“ – für die Nutzung des Internets der Dinge aufzustellen.

3. Nähe zum Netzwerk nimmt zu: Schon für 2018 erwartet IDC, dass die Daten in direkter Nähe zum Netzwerk gespeichert, verarbeitet und analysiert werden. Das ruft die Sicherheitsexperten auf den Plan und erfordert ein entsprechendes „Edge Computing Environment“, eine entsprechende IT-Umgebung. Diese muss in der Lage sein, sich etwa variabel auf plötzlich zunehmenden Datenverkehr einzustellen. Der Virtualisierungsansatz enthält künftig idealerweise auch das Netzwerk und ein spezielles Gerätemanagement.

4. Netzwerkkapazitäten sind stark gefordert: Etwa die Hälfte aller Unternehmen müssen ihre IT-Netzwerke an den teilweise enorm steigenden Datenverkehr anpassen. Nach Schätzungen von IDC wird jedes zehnte Unternehmen schon innerhalb der nächsten drei Jahre die Datenmenge nicht mehr bewältigen können, da eine entsprechende Modernisierung und Anpassung der Netzwerke nicht angegangen wurde.

5. Neue Geschäftsmodelle prägen Infrastruktur: Die Zusammenarbeit mit einem Ökosystem an Dienstleistern, gemeinsam mit Partnern entwickelte strategische Roadmaps und neue Geschäftsmodelle für IoT sind nur dann realisierbar, wenn die Infrastruktur flexibel genug ist. Die Cloud, Bring your own Device (BYOD) und neue Services gehören heute in den geschäftlichen Alltag, eine Voraussetzung für erfolgreiches IoT.

6. Alle Branchen profitieren: Bisher decken die Branchen Fertigung, Transport, Smart City und Apps für Endkunden über die Hälfte aller IoT-Projekte ab. In fünf Jahren, da ist sich IDC sicher, werden sämtliche Branchen in Projekte investieren. Der Einstieg erfolgt zumeist über Piloten. Klar ist: Mitarbeiter mit Fähigkeiten in der Analyse von Daten, Speicher-Management und Datenintegration werden immer gefragter sein.

7. Smart Cities als Vorreiter: Regierungen werden in 2018 mehr als ein Viertel ihres gesamten Budgets in die Entwicklung IoT-basierter Lösungen stecken. Es wird erste Cloud-basierte IoT-Lösungen geben, der öffentliche Bereich wird verstärkt mit der Privatwirtschaft zusammenarbeiten und technisch gesehen werden Ortsinformationsdienste, digitale Karten und Satellitendienste eine wichtige Rolle spielen.

8. Branchenorientierte Plattformen entstehen: Bisher sind 60 Prozent aller IT-Lösungen proprietär, also nur für einen bestimmten Nutzerkreis verfügbar. Für Entwicklungen auf dem IoT-Markt stehen Open-Source-Lösungen im Vordergrund. Eine Standardisierung im Datentransfer wird essentiell sein, um den Austausch von Maschinen zu IT-Systemen zu gewährleisten. Dafür werden Unternehmen vermehrt Arbeitsgruppen bilden, die Standards entwickeln, um zu verstehen, welche Anstrengungen hier nötig sind und die nötigen Schritte festlegen.

9. Wearables werden die neuen Smartphones: Innerhalb der kommenden fünf Jahre werden die Wearables wie intelligente Uhren (Smart Watches) und Datenbrillen auf dem Massenmarkt etabliert haben. Anwendungsentwickler werden gefordert sein, neue Zusammenhänge zu entdecken und diese auf den Geräten zu nützlichen Services verschmelzen zu lassen. Dabei wird es auch darum gehen, dass die personalisierten Smartphones und Wearables wie selbstverständlich miteinander kommunizieren.

10. Millenials sind ein Treiber für IoT: Bereits 2018 werden 16 Prozent der Weltbevölkerung zu den Millenials gehören, die als IT-affiner Nachwuchs wie selbstverständlich mit diversen technischen Geräten umgehen. Entsprechend wird es nötig sein, schnell neue Anforderungen zu entwickeln und etwa mit Hilfe des Agile Product Management auf deren Erwartung zu reagieren, dass permanent Neuerungen die Anwendungen interessant halten. So genanntes „Millenial thinking“ wird die Entwicklung von Innovationen weiter beschleunigen.

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