Ideales Doppel für mittelständische Fertigungsbetriebe

Feature | 30. November 2005 von admin 0

Der mittelständisch geprägte Maschinenbau ist stark exportorientiert. Längst hat die Dynamik globalisierter Märkte die Betriebe der Branche erfasst. „Die Unternehmen müssen sich im internationalen wie auch im nationalen Wettbewerb behaupten und auf wechselnde Markt-, Organisations- und Produktionsanforderungen rasch und flexibel reagieren“, sagt Emil Bertschi, Geschäftsführer des Schweizer SAP Business Partners CP CIM-POOL.

Integrierte Komplettlösung

Besonders gefordert sind die Unternehmen, weil sie ihre Produktionsaufträge innerhalb eines bestimmten Zeitraums realisieren, die Liefertermine exakt einhalten sowie die Kosten für die Herstellung genau kennen müssen, um ihre Gewinnmargen exakt zu ermitteln. „Transparente und effiziente Prozesse bei Produktionsplanung und -steuerung (PPS) sowie die genaue Kenntnis der betriebswirtschaftlichen Kennzahlen sind in der mittelständischen Fertigungsindustrie ein strategischer Wettbewerbsfaktor“, fasst Emil Bertschi zusammen.
Der in Baar ansässige SAP Business Partner CP CIM-POOL entwickelte deshalb mit PPS One eine auf die Bedürfnisse der Branche zugeschnittene Zusatzlösung für SAP Business One. Ziel war es, den Firmen der diskreten Fertigung eine integrierte Komplettlösung zu liefern, die sowohl die branchenspezifischen als auch die betriebswirtschaftlichen Prozesse möglichst vollständig abdeckt. CP CIM-POOL adressiert damit vor allem Unternehmen des Anlagen-, Maschinen- und Apparatebaus, Betriebe in der Metall- und Blechbearbeitung, in der Kunststoffverarbeitung sowie im Werkzeug- und Formenbau. Die Lösung eignet sich aber auch für kleinere Hersteller von Elektronikbauteilen.

Aufträge einfach erfassen und eröffnen

Produktionsaufträge lassen sich direkt aus dem Kundenauftrag oder der Materialbedarfsplanung (MRP = Material Requirements Planning) von SAP Business One eröffnen. Um einen neuen Auftrag zu erfassen, können in PPS One bestehende Aufträge ausgewählt und kopiert werden. Alternativ lassen sich vorhandene Ist-Werte als Soll-Werte für einen Neuauftrag übernehmen. Ein Produktionsauftrag kann z. B. einem Projekt, einem Kunden (etwa über den direkten Zugriff auf die Adressverwaltung, inklusive Kundenwunschtermin und Verkaufspreis) oder einem Aufwandkonto (mit Direktzugriff auf den Kontenplan in SAP Business One) zugewiesen werden. „Potenzielle Order werden zunächst als ‚simulierter Auftrag’ angelegt“, erklärt Geschäftsführer Emil Bertschi. „Nach offizieller Auftragsvergabe können sie jederzeit problemlos in einen tatsächlichen Auftrag umgewandelt werden.“

Grafischer Leitstand schafft Transparenz

Da im Mittelstand oft mit spitzem Stift gerechnet werden muss, benötigt jedes Unternehmen bereits vor Produktionsbeginn eine transparente Übersicht über sämtliche auftragsbezogenen Kosten und Gewinne. Die Losvorkalkulation in PPS One liefert alle relevanten Informationen. Dazu gehören – je nach Prozessverlauf – die kalkulierten Herstellkosten sowie mögliche Gewinnmargen. Der Arbeitsplan für ein Produkt kann mit insgesamt fünf Losgrößen parallel berechnet und mit den entsprechenden Daten – etwa zu Materialkosten, internen und externen Fertigungskosten, Herstellkosten, Selbstkosten und Verkaufspreis – ausgegeben werden. „Das ermöglicht eine effiziente Produktionsplanung und sorgt später für optimale Prozesse in der Fertigung“, stellt der Geschäftsführer von CP CIM-POOL fest.

Über den grafischen Leitstand und die Unterdeckung (= Materialverfügbarkeitsübersicht) wird dann ermittelt und geprüft, ob ein Produkt für einen Kunden auf den gewünschten Termin produziert werden kann und die notwendigen Ressourcen in Form von Material, Maschinen- und Arbeitskapazität vorhanden sind. Der Leitstand stellt auch die Durchlaufzeiten der Produktionsaufträge sowie die einzelnen Arbeitsschritte in den jeweiligen PPS-Kostenstellen grafisch übersichtlich dar und vereinfacht so die Überprüfung. Nach vorab ausgewählten Selektionskriterien können angefangene bzw. noch nicht abgeschlossene Arbeitsvorgänge für eine oder mehrere Kostenstellen während einer bestimmten Zeitspanne nach Datum, PPS-Kostenstellen, PPS-Kostenstellengruppen und Projekt aus dem Leitstand heraus angezeigt werden. Individuell festgelegt wird, ob nur die Arbeitsgänge der tatsächlichen und/oder auch die simulierten Produktionsaufträge angezeigt werden.

Optimierte Produktionslogistik

Auch Änderungen an der ursprünglichen Produktionsplanung (z.B. Termine oder Fertigungsmengen) werden in PPS One grafisch dargestellt und sind jederzeit nachverfolgbar. Eventuelle Produktionsrückstände werden in Tagen ausgegeben. Für eine reibungslose Fertigung ist aber auch ein detaillierter Überblick über alle verfügbaren Stücklisten- und Materialpositionen bis zur untersten Auflösungsstufe (Strukturstückliste) erforderlich. Sie werden in PPS One über die Unterdeckung angezeigt. Teile, zum Beispiel Normteile oder Rohmaterialien, welche für die Produktion noch fehlen, sind farbig hervorgehoben. Entsprechende Bestellungen für den Einkauf werden direkt in SAP Business One erstellt.
Weitere wichtige Funktionen in PPS One sind die fortlaufende Nachkalkulation sowie ein Reportgenerator für umfangreiche Auswertungen. Das ermöglicht beispielsweise Soll-Ist-Vergleiche (Kosten) pro Projekt oder eine Auflistung der Ist- und Soll-Kosten aller laufenden Produktionsaufträge – inklusive des Arbeitsvorrats auf Basis der Herstellungskosten. „PPS One optimiert die gesamte Produktionslogistik und sorgt für einen durchgängigen Informations-, Material- und Wertfluss. Das reduziert Durchlaufzeiten sowie Bestände und verbessert die kundennahe Fertigung“, beschreibt Emil Bertschi die Vorteile.

Voll integriert und anwenderfreundlich

PPS One wurde so konzipiert, entwickelt und aufgebaut, dass es als integriertes Modul alle notwendigen Funktionen von SAP Business One vollständig nutzt. Dazu gehören Artikel- und Lagerstammverwaltung, Adressverwaltung (Kunden-/ Lieferantenstamm), Auftragsverwaltung, Bestellwesen, Materialbedarfsplanung, Rechnungswesen sowie Benutzerverwaltung. Die Zusatzlösung von CP CIM-POOL ist über das Software Development Kit (SDK) unter Verwendung von User Interface-(UI)- und Data Interface-(DI)-API vollkommen in die SAP-Mittelstandslösung integriert. „PPS One und SAP Business One greifen auf ein und dieselbe Datenbank zu. Redundante Datenhaltung wird vermieden“, verdeutlicht Geschäftsführer Bertschi. „Dank der einheitlichen Benutzeroberfläche merkt der Anwender nicht, in welchem System er sich gerade befindet.“
Mitarbeiter und Führungskräfte haben direkten Zugriff auf alle relevanten Informationen und Daten. Produktionsaufträge lassen sich nach Kriterien wie Kundenauftrag, Projekt, Artikel- oder Zeichnungsnummer suchen und anzeigen. Laufende Produktionsaufträge können direkt angewählt und bei Bedarf rasch umterminiert oder ergänzt werden. PPS One ist aufgrund der vollständigen Integration in SAP Business One auch nur zusammen mit der SAP-Mittelstandslösung einsetzbar. Der Vorteil: Es entfällt die zeitraubende Batchverarbeitung, denn Datenaustausch und -verarbeitung erfolgen unmittelbar zwischen den Systemen und ermöglichen ein Realtime Processing.

Schnell eingeführt, international einsetzbar

Für die Einführung von PPS One werden laut CP CIM-POOL keine über SAP Business One hinausgehenden Systemvoraussetzungen benötigt. Der internationalen Ausrichtung der Branche folgend, ist die Zusatzlösung derzeit in den Sprachen Deutsch, Englisch, Italienisch, Französisch, Spanisch und Holländisch verfügbar, „wobei wir zahlreiche internationale Referenz-Installationen vorweisen können“, wie Emil Bertschi betont. Die Lizenzkosten für SAP Business One mit PPS One liegen bei 12.750 Schweizer Franken (8.250 Euro) und aufwärts. Einführung und Schulung kosten extra. Nach Erfahrungen aus bisherigen Installationen dauert die Schulung auf der Zusatzlösung zwei bis drei Tage. „Mit PPS One und SAP Business One erhalten kleine und mittlere Fertiger eine Gesamtlösung, welche die Planung und Steuerung in der Produktion optimiert und aktuelle Unternehmensinformationen bereitstellt“, hebt Emil Bertschi abschließend hervor. „Das optimiert die Wertschöpfungsketten und senkt die Prozesskosten.“

Weitere Informationen:

www.sap.com/swiss/solutions/kmu/businessOne/komplementaer/cpcimpool/info.epx

Dr. Andreas Schaffry

Dr. Andreas Schaffry

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