Immer die richtige Mischung finden

Feature | 20. April 2005 von admin 0

Die neue EU-Verordnung 178/2002 zur Chargenrückverfolgung ist seit Anfang Januar 2005 in Kraft. Das Gesetz besagt, dass alle Inhaltsstoffe von Lebens- und Futtermitteln in jeder Produktions-, Verarbeitungs- und Vertriebsstufe dokumentiert und jederzeit nachweisbar sein müssen.

Integriertes System ist gefragt

Die Rückverfolgbarkeitssysteme der Firmen können beispielsweise im Rahmen von Routinekontrollen der Lebensmittelüberwachung geprüft werden. Im Einzelfall bedeutet dies, dass Lebens- bzw. Futtermittelhersteller möglichst genau über alle Warenein- und -ausgänge Auskunft geben müssen, „und zwar nicht innerhalb von Tagen, sondern innerhalb von Stunden“, stellt Jürgen Wrede, Geschäftsführer des SAP Business Partners W-Concept fest. Der Iserlohner SAP Solution Partner hat für diese Zielgruppe mit easyPlan Food eine integrierte Zusatzlösung zu SAP Business One entwickelt. „Damit adressieren wir kleine und mittlere Produktionsunternehmen der Lebens- und Futtermittelbranche mit einer Größenordnung zwischen 20 und 250 Mitarbeitern“, legt Jürgen Wrede dar. Der Vorteil einer durchgängig EDV-gestützten Rückverfolgung liegt auf der Hand: Im Vergleich zur Chargenführung mit Excel-Tabellen oder anderen isolierten Anwendungen reduziert sich der Verwaltungsaufwand auf ein Minimum.

Chargen lückenlos verfolgen

easyPlan Food versieht jeden zu produzierenden Artikel, sei es beispielsweise ein Rahmgeschnetzeltes oder ein Tierfuttermittel, mit einem Kennzeichen zur Chargenrückverfolgung. Dadurch sind alle Transaktionen eines Artikels über sämtliche Produktionsstufen lückenlos nachverfolgbar. Ist ein Artikel als chargenpflichtig gekennzeichnet, kann in easyPlan Food das Format (zum Beispiel „Jahr-Monat-Tag“ oder „CH-KW-Jahr“) festgelegt werden, in dem die Chargennummer erzeugt werden soll.

Die Zusatzlösung ermöglicht es den Firmen, beliebig viele Rezepte bzw. Rezepturen anzulegen und zu verwalten (zum Beispiel Rahmgeschnetzeltes, Paprikageschnetzeltes oder Zürcher Geschnetzeltes). Die einzelnen Rezepturen werden dem jeweiligen Produktionsartikel zugeordnet. Bei der Herstellung wird immer das aktuelle Rezept verwendet. Ändert sich die Rezeptur des zu produzierenden Artikels, etwa weil eine Geschmacksrichtung stärker hervorgehoben werden soll, werden laufende Aufträge automatisch auf die neue Mischung hin aktualisiert. Die Änderungen an den Rezepturen speichert das System in einer Historie, die jederzeit einsehbar beziehungsweise aktivierbar ist. „Bei Bedarf werden aus den einzelnen Rezepten heraus auch direkt Mischaufträge, etwa für Muster- oder Testmischungen, erzeugt und die hierfür notwendigen Lagerbuchungen sofort durchgeführt“, erklärt Jürgen Wrede. Sämtliche Chargentransaktionen sind mit easyPlan Food über alle Stufen der Produktion rückverfolgbar. Das gilt sowohl für die vom Lebens- oder Futtermittelhersteller selbst produzierten Chargen als auch für weiterverarbeitete Lieferantenchargen.

Produktion punktgenau planen

„Für mittelständische Betriebe ist aber nicht allein die Verwaltung und Rückverfolgung von Chargen wichtig. Sie müssen auch ihre Produktionsprozesse wirtschaftlich steuern sowie Spezialprogramme anbinden können“, verdeutlicht Wrede. Über den Liefer- und Produktionsplan in easyPlan Food wird die zu liefernde Menge pro Artikel und Kalenderwoche exakt dargestellt. Das erleichtert den Unternehmen die Planung, und selbst größere Aufträge können problemlos erfüllt werden.

Alle offenen Produktionsaufträge werden übersichtlich angezeigt und können dank einer Feinplanung bei Bedarf grafisch per Drag & Drop schnell und unproblematisch umterminiert werden. Detailpfeile verzweigen bis auf den Tagesbedarf und – wenn gewünscht – sogar zum Kundenauftrag. Meldet das System dann einen Produktionsauftrag als abgeschlossen, werden gleichzeitig die produzierte Charge automatisch zugebucht und die im Rahmen des Auftrags verbrauchten Chargen verbucht.

Qualität jederzeit sichern

Nach Angaben von W-Concept können im Rahmen von Qualitätssicherungsmaßnahmen über offene und zertifizierte Schnittstellen zusätzlich mobile Scanner, etwa in Form von PDAs und Wägesystemen, an easyPlan Food angebunden werden. „Mobile Scanner sind vor allem für Produktionsbetriebe mit einem hohen Aufkommen an Wareneingängen und Umlagerungen von Vorteil“, so Wrede, denn auf diese Weise werden sämtliche Warenbewegungen vom Eingang bis zur Entnahme für die Produktion erfasst. Außerdem erzeugt das System eine NVE (Nummer der Versandeinheit) mit EAN-128-Codierung, die mit den Lieferscheinen aus SAP Business One verknüpft wird. „Damit ist auch auf der Logistikseite eine Rückverfolgung bis hin zur einzelnen Palette möglich“, erläutert der Geschäftsführer. Im Zuge der Rückverfolgung sowie des Routings, etwa für Rückrufaktionen oder für die Einrichtung von Qualitätssicherungssystemen, liefert die NVE Versendern, Dienstleistern und Empfängern eine eindeutige Identifikationsmöglichkeit. Aufgebracht in Form eines maschinenlesbaren Strichcodes wird damit jedes Produkt auf seinem Weg durch die logistische Kette identifiziert.

Durchgängiges System senkt Kosten

Eine wichtige Eigenschaft von easyPlan Food ist die vollständige Integration in SAP Business One. So sind Benutzeroberfläche und Bedienung identisch mit der von SAP Business One. „Anwender arbeiten mit unserer Zusatzlösung, ohne das SAP-System verlassen zu müssen, was Arbeitsprozesse deutlich beschleunigt“, bemerkt Wrede. Außerdem wurde die Drill-Down-Technik von SAP Business One übernommen, die Usern ein schnelles Navigieren von der Datenübersicht bis hin zu jedem Detaildatensatz ermöglicht. Um die Zusatzlösung zu implementieren, genügen die für SAP Business One geltenden Systemvoraussetzungen. Je nach Größe und Art des Betriebes dauert die Einführung von easyPlan Food zwischen vier und zehn Tagen. Eine vorgeschriebene Mindestuserzahl gibt es nicht. Die Lösung inklusive aller Zusatzmodule, wie Leitstand, BDE etc. kostet im Grundpreis 7.900 Euro. Der Benutzer wird mit 990 Euro lizensiert.
Mittelständische Unternehmen der Lebens- und Futtermittelindustrie erhalten mit easyPlan Food und SAP Business One ein durchgängiges System, das von der Angebotserfassung, Auftragsbearbeitung, Produktion inklusive transparenter Chargenrückverfolgung bis hin zur Integration von Betriebsdaten und Vertriebsunterstützung reicht. „Als voll in SAP Business One integriertes Komplettpaket trägt easyPlan Food darüber hinaus den gesetzlichen und organisatorischen Anforderungen der Lebensmittelbranche Rechnung. Das führt letztlich zu geringeren Kosten und besserer Wettbewerbsfähigkeit“, fasst Jürgen Wrede die Vorteile zusammen.

Weitere Informationen:

www.wconcept.de

Dr. Andreas Schaffry

Dr. Andreas Schaffry

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