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Immobilien: Die 4 wichtigsten IT-Trends

26. Juli 2016 von Andreas Schmitz 0

Wer Gebäude mietet, least oder besitzt, möchte diese Flächen so gut wie möglich ausnutzen. Anregungen und Tipps bekommen Sie auf dem 19. SAP Forum für die Immobilienwirtschaft Mitte September in Berlin.

Vom Einzelhändler, der in seinen Filialen seine Produkte verkauft, über Unternehmen, deren Belegschaft an diversen Standorten arbeiten bis hin zur Wohnungswirtschaft: Alle haben das Ziel, die Flächen, die sie vermieten, anmieten oder besitzen, bestmöglich auszunutzen.

Vier Trends kennzeichnen aktuell die Herangehensweise, die auch auf dem 19. SAP Forum für die Immobilienwirtschaft am 12. und 13. September 2016 in Berlin von Unternehmen wie Lidl, der Stadt & Land Wohnbauten-Gesellschaft und der RUAG Real Estate diskutiert werden:

1. Rechnungslegung: IFRS 16 kommt am 1. Januar 2019

Geleaste Immobilien und angemietete Gebäudekomplexe werden nach dem neuen Bilanzierungsstandard International Financial Reporting Standards 16 (IFRS 16) als Aufwand kontiert und erstmals bilanztechnisch wirksam. Ab dem 1. Januar 2019 werden diese Zahlungsverpflichtungen als Verbindlichkeiten gebucht. So genanntes operatives Leasing muss derzeit noch nicht in der Bilanz dargestellt werden. „Bilanzkosmetik“ sei mit IFRS 16 nicht mehr möglich, schreibt das Finance Magazin. Damit gleicht das International Accounting Standard Board sich weiter dem US-Bilanzierungsstandard US-GAAP an. Für Unternehmen kommen nun nach Ansicht von Holger Pohlmann von SAP zunächst organisatorische Änderungen zu: „Das Rechnungswesen bekommt nun den „Buchungsstoff“ von der Immobilienabteilung“, erläutert der Real-Estate-Experte Holger Pohlmann von SAP. Als technische Lösung sieht er das flexible Immobilienmanagement (SAP RE-FX), das über Support Packages in die bestehende Landschaft integriert werden kann und keine Migration erfordert.

2. Live-Entscheidungen: Live-Daten im SAP Real Estate Cockpit

Wie hoch die Kosten pro Arbeitsplatz sind, wie hoch Umsatz und Gewinn durch Wohnkomplexe oder andere Immobilien sind, wo der Energieverbrauch am höchsten ist und in welchen Objekten die Klimaanlage defekt ist: Diese Informationen liefert das SAP Real Estate Cockpit. „Es macht Massendaten schnell greifbar und geht wenn nötig ins Detail“, meint SAP-Experte Pohlmann, der im Cockpit die Vorteile sieht, das Portfolio steuern zu können, Transparenz über den Immobilienbestand herzustellen und zwar auch aus Investment-Perspektive. Das Besondere am SAP Real Estate Cockpit liegt darin, dass die Daten beliebig granular auf dem Bildschirm dargestellt werden können, beispielsweise je nach Land, Region und Wohneinheit. „Die Informationen helfen, bei Fehlentwicklungen sofort einzuschreiten“, so Pohlmann. Sind an einem Standort die Kosten pro Arbeitsplatz besonders hoch, lohnt eine tiefer gehende Analyse, ist der Energieverbrauch besonders hoch, lohnt ein Besuch vor Ort, um den Ursachen auf den Grund zu gehen.

Fragen-Immo

Antworten auf die wichtigsten Fragen, vom Finanzchef, aber auch von Bereichs- oder Filialleitern unterhalb des C-Levels.

Im Video: Wie das SAP Real Estate Cockpit funktioniert (englisch)

 3. Internet of Things: Sensoren für Umsatzoptimierung nutzen

Sensoren sind die Datengeber der Stunde. Und auch in Gebäuden liefern sie wichtige Erkenntnisse über den Verbrauch von Energie, über die Auslastung von Konferenzräumen und über die Nutzung der vorhandenen Arbeitsplätze. Das können Sensoren sein, die unter den Konferenztischen angebracht sind und messen, wie viele Personen die Konferenzräume nutzen oder aber Messfühler, die in Filialen von Einzelhändlern in einem Wärmebild darstellen, wo sich Kunden besonders viel aufhalten. „Letztlich dient der Einsatz von Sensoren dazu, die Fläche optimal auszunutzen, sei es dadurch, dass Energiekosten so gering wie möglich gehalten werden oder aber Arbeitsplätze oder Konferenzräume optimal ausgenutzt werden“, nennt Pohlmann einige Beispiele.

4. User Experience: Nutzerfreundliche Darstellung der Details

Ein Schlüssel für Live-Entscheidungen auf Basis von Daten aus dem Internet der Dinge oder Umsatzinformationen aus den Liegenschaften ist, dass Finanzdaten, Informationen über die genutzten Immobilien und die Energiebilanz nicht in Tabellen und verschiedenen Systemen verteilt liegen, sondern auf einer Oberfläche zusammengeführt werden und über die Plattform SAP HANA adhoc für Auswertungen einsetzbar sind. Die SAP Fiori-basierten Kacheln bieten „eine gute Haptik, um Prozesse abzuarbeiten, eine individuelle Anpassung der dargestellten Inhalte und eine schnelle Darstellung von Key-Performance-Indikatoren“, meint SAP-Experte Pohlmann.

Die zentrale Lösung der SAP ist das SAP Real Estate Management, die aus dem Portfolio Management, der Leasing-Verwaltung und dem Raum- und Gebäudemanagement besteht und diese Trends abbildet. Das Portfolio Management verschafft Gebäudemanagern eine Übersicht über die Kosten und Umsätze, indem es aktuelle Finanzdaten aus SAP ERP Financials oder SAP S/4HANA Financials einbindet. Das ermöglicht zudem Transparenz über die aktuelle Raumsituation und ermöglicht Prognosen, wie sie sich in den kommenden Monaten entwickeln wird, indem etwa die Laufzeiten von Anmietverträgen eingebunden werden. Das geht Hand in Hand mit der Leasing-Verwaltung, die nicht nur sämtliche Objekte aus dem Bestand enthält, sondern auch Gewinne und Umsätze prognostiziert, indem auslaufende und neu geschlossene Verträge mit einbezogen werden. Im Raum- und Gebäudemanagement geht es unter anderem darum, die Nutzung der Arbeitsplätze zu überwachen und vertragliche Vereinbarungen mit aktuellen Marktkonditionen zu benchmarken.

Foto: Shutterstock

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