“In das weltweite Know-how-Netzwerk eingebunden”

Feature | 7. Juni 2004 von admin 0

Wolfgang Kemna

Wolfgang Kemna

Steeb hat seit über drei Jahrzehnten Erfahrungen mit mittelständischen Unternehmen. Warum nehmen Sie jetzt auch die kleinen unter den Mittelständlern ins Visier?

Kemna: Mit SAP Business One haben wir eine adäquate Lösung für kleine und kleinste mittelständische Unternehmen. Neben unabhängigen Einzelunternehmen adressieren wir auch verbundene Unternehmenseinheiten wie Konzernniederlassungen, Vertriebs- oder Verkaufsstellen und Servicestationen. Solche verbundenen Unternehmenseinheiten können wir mit der Zentrale über die SAP Exchange Infrastructure durchgängig integrieren. Wir sehen uns damit gut aufgestellt, um die Anforderungen von Mittelständlern umfassend abzudecken.

Wie unterstützen sie die Anwender von SAP Business One?

Kemna: Obwohl die vom Anwender ausgelösten Prozesse hoch komplex sind, müssen die Anwendungen am Frontend intuitiv erfassbar und handhabbar sein. Zudem müssen die Anwendungen natürlich die Geschäftsprozesse des Mittelständlers bestens unterstützen. Wir setzen deshalb auch bei SAP Business One auf vorkonfigurierte Mittelstandslösungen für zahlreiche Branchen und Unterbranchen mit einem definierten Leistungsumfang. Dadurch ist es möglich, den Kunden schnelle Einführungszeiten und feste Preise zu gewährleisten. So haben wir heute sogar einen Kfz-Händler mit angeschlossener Reparaturwerkstatt als Kunden, der sich SAP Business One ohne Unterstützung eines IT-Dienstleisters eingerichtet hat. Seiner Meinung nach war die Einführung einfacher gewesen als einen Motor aus- und einzubauen.

Wie wichtig sind Schulungen und Trainings?

Kemna: Schulungen und Trainings sind immer noch wichtig. Aber die vorkonfigurierten Lösungen für den Mittelstand sind einfacher zu bedienen. Dadurch ist die Anlernphase der User verhältnismäßig kurz, was gleichzeitig die Akzeptanz in internationalen Märkten erhöht. Wir können nämlich nicht von einem einheitlichen und noch dazu hoch qualifizierten Ausbildungsniveau der User in allen Regionen der Welt ausgehen. Dazu sind die Ausbildungs- und Weiterbildungssysteme viel zu unterschiedlich. Unsere Kunden sind zudem darauf angewiesen, Mitarbeiter schon nach kurzer Zeit mit SAP-Anwendungen arbeiten zu lassen.

Die Automobilindustrie ist gegenwärtig Vorreiter, was die Integration von Prozessen betrifft. Lassen sich die besten Kennzahlen und Verfahren, die Best Practices, aus dieser Branche auch auf andere Industrien übertragen?

Kemna: Wir haben seit vielen Jahren erfolgreiche Projekte in der Automobilbranche und deren Zulieferindustrie realisiert. Dieses Know-how aus zahlreichen Einführungsprojekten können wir auch für andere Branchen nutzen. Aus diesem Grund erstellen wir Vergleiche von ausgewählten Geschäftsprozessen für unterschiedliche Branchen. Zum Beispiel dauert ein Beschaffungsprozess von der Bestellanforderung bis zur Lieferung in einer Branche etwa drei Wochen, während das als Best-in-Class im Automobilzulieferer-Bereich in drei Tagen passiert.

Wie ist der Wissenstransfer zwischen Steeb und SAP organisiert?

Kemna: Zuerst einmal ist der Wissenstransfer ein echter Benefit für unsere Kunden. Wir können nicht nur auf die Referenzkunden und Projekte von Steeb zurück greifen, sondern sind auch in das weltweite Know-how-Netzwerk der SAP eingebunden. Beispielsweise erhalten wir Informationen ähnlich gelagerter Projekte aus anderen Ländern und Branchen. Diese können wir mit unseren Kollegen intern, aber auch mit unseren Kunden besprechen. Kunden sagen dann schon mal: Daran haben wir noch gar nicht gedacht; das wollen wir jetzt auch so versuchen!

Wie helfen Sie Ihren Kunden, in den internationalen Märkten zu bestehen?

Kemna: Wir sehen es als unsere Aufgabe, kleine und mittelständische Unternehmen dabei zu unterstützen, ihre Produkte und Dienstleistungen in den oft multinationalen Wertschöpfungsketten erfolgreich zu vermarkten. So wird ein Zulieferunternehmen der Automobilindustrie mit Hilfe des Steeb-Partners Seeburger alle gängigen von den Automobilherstellern geforderten EDI-Standards zum elektronischen Geschäftsverkehr verwenden. Steeb hat zudem eine Payment-Engine für SAP Business One entwickelt, mit welcher der Zahlungsverkehr für über 20 Länder und fast 80 Rechnungsformate abgewickelt werden kann. Und mit der Logistik-Lösung “Steeb Be-Opt” können wir auch Benchmarks in der Bestandsoptimierung erstellen, um die Lieferfähigkeit zu erhöhen und gleichzeitig die Lagerbestände zu senken.

Wie ist die Software auf die erweiterte Europäische Union eingestellt?

Kemna: Für die neuen EU-Beitrittsländer sind Sprachversionen verfügbar; zudem bilden die SAP-Lösungen die dort gebräuchlichen kommerziellen Standards ab und erfüllen landesbezogene gesetzliche Anforderungen. So braucht ein Wirtschaftsprüfer in Litauen oder Slowenien einen mit SAP-Software erstellten Monats- oder Jahresabschluss nur noch zu testieren. Bei SAP hat es sich bewährt, bevorstehende Änderungen etwa in den nationalen Gesetzgebungen möglichst zeitnah in den Lösungen abzubilden. Beispiele hier sind das Tarifrecht, die Gewinn- und Verlustrechnung oder Themen wie die steuerliche Bewertung von Beständen; das ist trotz EU-Recht in den jeweiligen Ländern nach wie vor stark unterschiedlich.

Was sind die vorherrschenden Themen 2004 und 2005?

Kemna: Ganz klar das Thema Integration. Und zwar sowohl auf der Seite der Technologie mit SAP NetWeaver als auch bezogen auf die Lösungen. Mit der SAP Exchange Infrastruktur lassen sich Prozesse und Daten aus SAP-Anwendungen und Nicht-SAP-Systemen innerhalb von Unternehmen, aber auch unternehmensübergreifend integrieren. Dabei geht es auch um die Einbindung der Endanwender, also etwa um die Frage: Was erlebt der User, wenn er sich in eine SAP-Lösung einwählt und auf ein Portal zugreifen kann? Im Mittelstand spielt das Thema Integration von Informationen auch noch eine bedeutende Rolle. Integrierte ERP- und Business-Intelligence-Lösungen ermöglichen auch Mittelständlern Datenverarbeitung in Echtzeit und den Abschied von Unternehmensführung anhand von Excel-Tabellen.

Leave a Reply