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Industrie 4.0 bisher nur Randthema

Feature | 17. Februar 2014 von Friederike Orths 0

Innovatives wie SaaS oder Industrie 4.0 interessiert SAP-Anwender. Geld dafür geben allerdings wenige aus. Die SAP-Budgets wachsen viel schwächer als 2013.

Vor den Technologietagen kommende Woche hat die Deutschsprachige SAP-Anwendergruppe (DSAG) ihre Investitionsumfrage 2014 veröffentlicht. „DSAG-Mitglieder kümmern sich um die aktuellen Top-Themen wie Mobility, In-Memory und Cloud, nutzen aber nicht nur SAP-Produkte für die Umsetzung. Kunden analysieren ihre Ausgangssituation sehr genau und suchen sich dann die Produkte, die zu ihrer Landschaft im Unternehmen passen“, fasst Dr. Marco Lenck, Vorstandsvorsitzender der DSAG, die Ergebnisse zusammen. „Die DSAG setzt sich ganz besonders dafür ein, dass die von SAP entwickelten Lösungen an erster Stelle die Bedürfnisse des Kunden abdecken. Diese reduzieren sich nicht auf SAP-Innovationen, sondern umfassen ganzheitlich auch die Konsolidierung der vorhandenen Systeme. In diesem Sinne erwartet die DSAG: Customer First!“

An der elften Investitionsumfrage nahmen 413 CIOs, CCC-Leiter (Leiter von Customer Competence Centers) und Unternehmensvertreter aus DSAG-Mitgliedsunternehmen im deutschsprachigen Raum teil. Die meisten Teilnehmer der Online-Umfrage im Dezember 2013/Januar 2014 arbeiten in Unternehmen mit bis zu 5000 Mitarbeitern; davon kamen 37 aus der Schweiz und 29 aus Österreich.

Wachstum der SAP-Budgets gegenüber dem Vorjahr halbiert

Die SAP-Budgets wachsen 2014 um nur sechs Prozent. Das ist im Vergleich zum Vorjahr die Hälfte (11,2 Prozent). Damit liegen sie im allgemeinen Trend: Auch die Gesamt-IT-Budgets wachsen ebenfalls weniger stark als im vergangenen Jahr. 2013 waren es noch knapp sechs Prozent, 2014 nur noch 2,1 Prozent. Auch in Österreich und der Schweiz sinken die IT-Budgets, wenn auch nur leicht (AT: -0,4 Prozent, CH: -0,9 Prozent).

Zu den Top-Investitionsthemen der SAP-Anwender zählen längst nicht nur innovative Themen, sondern auch Traditionelles: Konsolidierung und Harmonisierung von IT-Landschaften stehen ganz weit oben. Lenck: „Projekte im Bereich Konsolidierung und Harmonisierung sind immer noch das Brot- und Buttergeschäft der SAP-Anwender.“ Mögliche Gründe sieht er unter anderem in Unternehmenszu- und -verkäufen oder Ausgliederungen. Auch „Aufräumarbeiten“, um eine gute Grundlage für die neuen IT-Themen zu schaffen, sieht er als möglichen Grund.

In welche SAP-Produkte werden Investitionen geplant? Für 66 Prozent der Teilnehmer steht das ERP-Umfeld nach wie vor an erster Stelle, 41 Prozent bauen auf Analytics-Lösungen der SAP. Mobile Anwendungen stehen mit 34 Prozent auf Platz drei. Danach folgen BusinessObjects mit 27 Prozent, CRM und SRM mit 25 Prozent, das SAP NetWeaver Portal mit 23 Prozent und SAP HANA mit 18 Prozent. Investitionen in Software-as-a-Service-Produkte spielen nur bei einem kleinen Teil eine Rolle (drei Prozent) – Business ByDesign wurde hier nicht mit abgefragt.

Mobility: Jeder Dritte investiert laut DSAG

Wie wichtig die Mobilisierung von Geschäftsprozessen bei den Anwendern ist, zeigt der Zuwachs von 13 Prozentpunkten auf 75 Prozent. Rund 34 Prozent der DSAG-Mitglieder wollen in diesem Bereich in SAP-Produkte investieren. In-Memory-Technologie (31 Prozent, 2013: 10 Prozent) und Software-as-a-Service (34 Prozent; 2013: 25 Prozent) sind für gut ein Drittel der Befragten relevante Investitionsthemen, was noch nichts über konkrete Investitionsvorhaben aussagt. Die Zahlen zeigen: In die Top-Themen wird also nicht zwangsläufig sofort auch Geld gesteckt.

Zum ersten Mal wurde auch das Thema Industrie 4.0 mit in die Umfrage aufgenommen. 15 Prozent der Befragten halten sie für ein wichtiges Thema bei IT-Investitionen. Derzeit finden in den Mitgliedsunternehmen 15 Projekte statt, 31 befinden sich in der Planung. Abgeschlossen sind jedoch nur zwei. Sie ist vorerst also noch ein Randthema bei Investitionen.

Die Investitionsumfrage wird auch Thema bei den DSAG-Technologietagen sein, die vom 18.-19. Februar 2014 unter dem Motto „Level Completed? Aufbruch zu den neuen Technologiewelten” in Stuttgart stattfinden. Mehr Informationen finden Sie hier.

 

 

Bildquelle: Shutterstock

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1 comment

  1. Alex

    Ein sehr guter Artikel.
    Auch in unserer Abteilung sehe ich große Investitionen im Bereich Harmonisierung.

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