Ineffiziente Finanzprozesse: Verborgene Schätze heben (Teil 2)

Feature | 7. März 2005 von admin 0

Teil 1

SAP In-House Cash

SAP In-House Cash

Eine Folge der globalen Wirtschaft ist die starke Zunahme der multinationalen Kundenverbindungen. Im Verbund mit der steigenden Anzahl von Konzerngesellschaften resultiert hieraus für große – und insbesondere international ausgerichtete – Unternehmen ein starker Anstieg der internen und -externen Zahlungsströme sowie der Bankverbindungen. Daneben fallen nicht unerhebliche Kosten für länderübergreifende Zahlungen an. Ein effizientes Management dieser Zahlströme und der zugehörigen Risiken wird mehr und mehr zu einem entscheidenden Wettbewerbsvorteil. SAP In-House Cash bietet Unternehmen eine Lösung zur kostengünstigen Abwicklung des konzerninternen und -externen Zahlungsverkehrs. Gleichzeitig reduzieren sich der Bedarf an externen Bankkonten sowie die Kosten für Auslandszahlungen.

Management der Zahlungsströme

Herzstück der Lösung ist das In-House Cash Center. Es dient als Serviceabteilung für finanzielle Belange des Konzerns und übernimmt für dessen Gesellschaften die Funktionen einer virtuellen Bank. Das In-House Cash Center führt wie eine externe Bank für die Tochtergesellschaften jeweils ein oder mehrere Kontokorrentkonten – beispielsweise in verschiedenen Währungen. Aus Sicht der Tochtergesellschaften entspricht das In-House Cash Center damit nur einer weiteren Bankverbindung. Die Kontenverbindung des In-House Cash Centers umfasst neben dem Führen von Konten auch die Berechnung und Buchung von Zinsen und Gebühren, das Einräumen von Kontokorrentkrediten und die Kontoauszugserstellung für die angeschlossenen Gesellschaften. Die Ausstattung und Konditionen lassen sich flexibel konfigurieren. Der besondere Charme dieser Lösung liegt darin, dass dies direkt im Zusammenhang mit den Zahlungsläufen der Finanzbuchhaltung geschieht. Mit jedem Zahlungsvorgang aktualisiert sich automatisch der Tagesfinanzstatus im SAP Cash and Liquidity Management. Dies liefert dem Disponenten eine globale Sicht auf die Zahlungseingänge und -ausgänge.
Die Kommunikation zwischen dem In-House Cash Center und den Lösungen der angeschlossenen Gesellschaften läuft via Applikation Link Enabling (ALE ) oder Remote Function Call (RFC), Transportmedium sind IDocs. Zahlungsaufträge, die durch Standard-Zahlprogramme einzelner Tochtergesellschaften generiert werden, gelangen über diese Verbindungen automatisch zum In-House Cash Center. Die Tochtergesellschaften erhalten über den elektronischen Kontoauszug, ebenfalls per IDoc vom In-House Cash Center versendet, Auskunft über die geleisteten oder eingegangenen Zahlungen. Offene Posten werden durch das Standard-Kontoauszugsprogramm ausgeglichen. Die Finanzbuchhaltung der Zentrale veranlasst über ihr eigenes Zahlprogramm die Weiterleitung der ihr vom In-House Cash Center übergebenen ausgehenden Zahlungen an ihre Hausbank. Bei eingehenden Zahlungen liest die Finanzbuchhaltung die elektronischen Kontoauszüge der Hausbank ein und leitet die für das In-House Cash Center bestimmten Zahlungen automatisch via RFC weiter.

Entscheidungsgrundlage für Finanzdisposition

SAP Cash and Liquidity Management

SAP Cash and Liquidity Management

Bei SAP Cash and Liquidity Management handelt es sich um eine zentrale Anwendung des Financial Supply Chain Management. Die Komponente dient dazu, die Auswirkungen der strategischen Planung auf den Cashflow zu überwachen. Das SAP Cash and Liquidity Management schafft Entscheidungsgrundlagen für die Finanzdisposition. Dazu ist es notwendig, auch die Geldein- und ausgänge anderer Anwendungen zu integrieren – etwa diejenigen, die Finanzbuchhaltung, Personalwesen, Logistik und Vertrieb abbilden.
Der Tagesfinanzstatus gibt Auskunft über die kurzfristige Finanzsituation auf den Bankkonten. Die Liquiditätsvorschau integriert zu erwartende Geldein- und -ausgänge aus der Finanzbuchhaltung, der Beschaffung und dem Vertrieb in eine mittel- bis langfristige Liquiditätsentwicklung und -abschätzung. In den Tagesfinanzstatus und in die Liquiditätsvorschau lassen sich auch die Zahlungsströme aus Finanzgeschäften des SAP Treasury Management integrieren. Damit ist der Disponent in der Lage, auch alle Geschäfte im Bereich von Geldanlage und -aufnahme sofort mit ihrer Erfassung im System bei seinen Entscheidungen zu berücksichtigen.
Darüber hinaus beinhaltet das SAP Cash and Liquidity Management Funktionen zur automatischen Kontoauszugsverarbeitung. Das heißt, die Kontoauszüge der Banken können direkt in die SAP-Lösung eingelesen und gebucht werden. Sollten Buchungen automatisch nicht möglich sein, etwa bei Unterzahlungen durch Kunden, steht eine Nachbearbeitungstransaktion zur Verfügung. Diese führt den Anwender bis zur “Problemstelle” – etwa in die Liste der offenen Posten – und offeriert an dieser Stelle eine Reihe von Buchungsmöglichkeiten, wie die Bildung von Restposten oder Teilzahlung.

Geldaufnahme und Geldanlage

Auswahl an Finanzinstrumenten

Auswahl an Finanzinstrumenten

Eine der elementaren Aufgaben des Treasury ist die Geldaufnahme und die -anlage an Geld- und Kapitalmärkten sowie der Abschluss von Sicherungsgeschäften. Abhängig von der Organisation im Treasury und den vorhandenen Treasury-Richtlinien stehen verschiedene Aspekte im Vordergrund: Eine eher nach innen gerichtete Serviceleistung für angeschlossene Konzerngesellschaften oder aber das aktive Agieren an Finanzmärkten zur Investition liquider Mittel, die Finanzierung geplanter Investitionen oder die Absicherung bestehender Risiken.
Das Spektrum der Finanzinstrumente, das sich mit SAP Treasury Management abbilden lässt, erstreckt sich je nach Fristigkeit und Sicherungszweck von Geld- und Devisengeschäften über Wertpapiere und Darlehen bis hin zu derivativen Finanzinstrumenten. Es besteht die Möglichkeit, die Prozesse von der Erfassung im Handel über die Abwicklung und Kontrolle der Geschäfte bis hin zur Überleitung der relevanten Daten in die Finanzbuchhaltung (Straight Through Processing) abzubilden. Das SAP Treasury and Risk Management ist darauf eingerichtet, sowohl traditionelle Treasury-Abteilungen mit einem eher trading-bezogenem Fokus als auch Asset-Management-Abteilungen zu unterstützen. Das hat den Vorteil, alle Arten von Geschäften – von der kurzfristigen Finanzierung bis hin zum strategischen langfristigen Investment – auf derselben Plattform abzuwickeln.
Die Analyse-Werkzeuge im SAP Treasury and Risk Management unterstützen zahlreiche Methoden und Verfahren, mit denen sich zum einen die Risiken in Bezug auf Währungen, Zinsen und Wertpapierkurse analysieren und messen lassen. Zum anderen bieten sie die Möglichkeit, den Erfolg der Aktivitäten an den Finanzmärkten anhand verschiedener Performance-Kennzahlen zu ermitteln und zu überwachen.

Integration

Integration

Integration

Die Möglichkeit, verschiedenste SAP-Anwendungen integriert zu nutzen, erleichtert nicht nur die Arbeit. Sie trägt auch erheblich zur Beschleunigung der entsprechenden Abläufe sowie zur Verringerung von Fehlern bei. Auf der einen Seite schlagen sich in der SAP-Lösung erfasste Treasury-Geschäfte sofort im Cashmanagement nieder, ebenso wie deren weitere Verarbeitung bis hin zur Buchung in der Finanzbuchhaltung. Zahlungen laufen über das In-House Cash. Auf der anderen Seite lassen sich Entscheidungen des Disponenten, die dieser auf Grund des Tagesfinanzstatus oder der Liquiditätsvorschau trifft, sofort im SAP Treasury and Risk Management umsetzen.
Auch die Funktionen des Risikomanagements bieten daher mehr als eine isolierte Sicht auf einzelne Bereiche oder spezielle Risiken. Alle benötigten Informationen, einschließlich der Daten zu operativen Cashflows und Finanzgeschäften, sind in einer einzigen, voll integrierten Lösung bereitgestellt. Zur Messung von Devisen- und Zinsrisiken lassen sich die Werte der Positionen berechnen und die Auswirkungen auf die künftigen Werte bei einer Zins- oder Devisenkursänderung ermitteln. Anschließend können Absicherungsmöglichkeiten geprüft werden.
Mit den Produkten des Financial Supply Chain Managements gibt SAP den Mitarbeitern im Finanzwesen und den Führungskräften Lösungen und Werkzeuge in die Hand, mit denen Unternehmen rentabler geführt, langfristiger Mehrwert für Investoren und Stakeholder geschaffen und neue Finanzservicemodelle sowie unternehmensübergreifende Finanzszenarien wertschöpfend verwendet werden.

Ursula Winkler

Ursula Winkler

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