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SAP-Innovationen virtuell erfahren

Feature | 19. Januar 2018 von Paul Baur

Das SAP-Marketingteam nutzt virtuelle Realität, um das neue Lösungsportfolio für die digitale Wirtschaft zu präsentieren.

Auch wenn der Marktanteil von SAP groß und die Marke weithin bekannt ist, werden Produkteinführungen oft nur zögerlich wahrgenommen. Viele verbinden den Namen SAP immer noch mit herkömmlichen ERP-Lösungen anstatt mit kontinuierlicher Innovation. Eine neue Herangehensweise war nötig, um die Außenwahrnehmung der SAP zu verändern und auf die Stärken aufmerksam zu machen, die das SAP-Portfolio in sich vereint. Ein besonderer Schwerpunkt sollte dabei auf dem digitalen Kern, SAP S/4HANA und dem digitalen Innovationssystem SAP Leonardo liegen.

Katja Mehl, Head of Customer Experience bei SAP, fasst die Aufgabe folgendermaßen zusammen: „Unser Ziel war es, die SAP als innovativen Marktführer im digitalen Wandel zu positionieren und dabei unseren Kunden den Wert unseres Portfolios vor Augen zu führen.“

Das Team wusste aus Erfahrung, dass herkömmliche Marketingauftritte und Präsentationen heute nicht mehr gefragt sind. „Kunden suchen eine ganzheitliche Erfahrung, in der sie selbst in kurzer Zeit Dinge erforschen können, und die dazu noch Spaß macht“, erklärt Heather Morrison, Leiterin des Bereichs Innovation & Experience Marketing EMEA & MEE. Man sucht also nach einer zündenden Idee, um die Wahrnehmung der SAP zu verändern und die Kunden zu motivieren, sich mit dem Geschäftspotenzial des neuen Lösungsportfolios auseinanderzusetzen.

Storytelling in neuer Form mit adidas

Das Team beschloss, eine Geschichte aus Kundensicht mit modernsten Technologien zu erzählen. Der Kunde sollte dabei in ein Szenario der virtuellen Realität (VR) eintauchen und mehr über die Leistung und Vorzüge von „Live Business“ erfahren. „Der erste Einsatz virtueller Realität im SAP-Marketing war ein Meilenstein und der Startschuss für eine ganz neue Art des Storytelling, der Interaktion mit Kunden und der Gewinnung von Interessenten“, betont Mehl.

Am Beispiel von adidas veranschaulicht eine dreidimensionale VR-Präsentation, wie Kunden mit SAP S/4HANA und SAP Leonardo ihre Geschäftsprozesse gestalten, implementieren und umsetzen können. Die Kunden erleben die Fertigung und Markteinführung eines intelligenten, voll anpassbaren, IoT-basierten und mit Sensoren bestückten adidas-Sportschuhs, der zusätzlich standortbasiertes Tracking, haptisches Feedback und eine Schweißanalyse bietet. In der virtuellen Realität führt der SAP CoPilot, ein persönlicher Assistent mit künstlicher Intelligenz, die Betrachter durch das Geschehen – vom Vertrieb und Marketing über Fertigung und Logistik bis hin zum Finanzwesen.

SAP CoPilot führt durch virtuelles Szenario

Bei jedem der 3D-gedruckten Sportschuhe lassen sich das Aussehen individuell gestalten und die Materialien anpassen. Der Betrachter erfährt dabei die Vorteile von Technologien wie maschinelles Lernen, Blockchain, Internet der Dinge, Big Data und Analytics. Dargestellt werden auch die entsprechenden Services für den Endbenutzer, darunter individuelle Trainingspläne, Leistungsmessung, Echtzeit-Coaching, Feedback per Sprachausgabe sowie Gesundheits- und Ernährungsberatung.

Adidas war sehr angetan von der Präsentation. Michael Vögele, CIO der adidas-Gruppe, nannte es eine „großartige Erfahrung“ und lobte die Art und Weise, wie „ein sehr komplexes und anspruchsvolles Projekt auf so hervorragende und innovative Weise erläutert wurde“.

Das Live-Szenario wurde von einem bereichsübergreifenden SAP-Team in Zusammenarbeit mit dem Kunden entwickelt. Das Team von „VR Innovation Experience“ brachte Kollegen aus verschiedenen Disziplinen zusammen.

„Eine Vielzahl von Geschäftsbereichen und Teammitgliedern dazu zu bringen, an einer einzigen Storyline zu arbeiten, ist eine komplexe Herausforderung“, berichtet Sebastian Pförtner, Senior Marketing Manager. „Jeder im Team erkannte aber, wie wertvoll die Einbindung der Kunden für die Präsentation unserer innovativen Lösungen ist.“ Pförtner weiter: „Die richtige Entscheidung zu treffen, welche Lösungen integriert werden sollten, war ein Wagnis, vor allem im Hinblick auf die neuen Technologien. Ebenso riskant war es, ein neues Medium einzusetzen, denn wir wussten nicht, ob es unseren Kunden gefallen würde, sieben Minuten oder länger mit einer VR-Brille dazusitzen, zuzuschauen und zu interagieren.“

DAS FINALISTEN-TEAM AUF EINEN BLICK

  • Beitrag: SAP VR Innovation Experience
  • Vorstandsbereich: Office of the CEO
  • Team: SAP VR Innovation Experience
  • Anzahl der Mitarbeiter: 6 (Katja Mehl, Heather Morrison, Sebastian Pfoertner, Nemrude Verzano, Stefan Feickert, Klaus Burger)
  • Leistung: Gemeinsam mit adidas entwickelte das Team eine VR-Präsentation, die Betrachter durch ein intelligentes Unternehmen führt – vom Vertrieb und Marketing über Fertigung und Logistik bis hin zum Finanzwesen – und dabei zeigt, wie Kunden mit SAP S/4HANA und SAP Leonardo ihre Geschäftsabläufe neugestalten können.
  • Bedeutung: Die VR-Präsentation positioniert SAP als innovativen Marktführer im digitalen Wandel und hilft Kunden dabei, den Wert des SAP-Portfolios besser zu verstehen.

Virtual Reality: Eine Präsentation, viele Möglichkeiten

Erstmals wurde das VR-Szenario 2017 auf der CeBIT vorgeführt. Seitdem ist es zu einer wichtigen Attraktion auf über 40 Veranstaltungen weltweit geworden. Die Präsentation kann außerdem in fast allen SAP Executive Briefing Centern und Customer Experience Centern weltweit ausprobiert werden. Bisher haben weit über 10.000 Personen die VR Innovation Experience gesehen. Die Rückmeldungen der Kunden waren überaus positiv. „Viele wollten die Präsentation auch bei ihren Veranstaltungen und an ihren Standorten zeigen, was mittlerweile regelmäßig gemacht wird. Außerdem wird das Szenario auf Verkaufsveranstaltungen vorgeführt und zur Schulung von Kollegen aus anderen Organisationen genutzt“, erklärt Pförtner.

Das Team sieht die adidas-Präsentation als ersten Schritt in Richtung weiterer VR-Demos, die Kunden eine aktivere Rolle beim Kennenlernen und Mitgestalten eines bestimmten Szenarios ermöglicht. Zwei weitere Szenarien, die sich mit der Personalisierung von Konsumgütern und der digitalen Logistikkette beschäftigen, sollen im März 2018 veröffentlicht werden.

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