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Innovationsnetzwerke anstoßen und fördern

Blog | 2. Oktober 2015 von Sam Yen 0

Hasso Plattner und die südkoreanische Präsidentin Park Geun-hye wollen gemeinsam ein Zentrum für Design und Co-Innovation in Seoul eröffnen.

Park Geun-hye traf sich im September 2014 mit SAP-Mitbegründer Hasso Plattner in ihrer Staatsresidenz, dem Blauen Haus. Bei dem Gespräch ging es um SAP-Technologien, von denen manche in Südkorea und am Hasso Plattner Institute of Design an der Stanford University (auch bekannt als „d.school“) entwickelt werden. Hasso Plattner hatte durch eine Spende die Gründung des Instituts ermöglicht, an dem ich von 2014 bis 2015 als Fellow arbeitete. Präsidentin Park wollte mehr über die Arbeit an der d.school erfahren und sich darüber informieren, wie ein ähnliches Institut in Südkorea aufgebaut werden könnte.

Die Anfrage kam nicht von ungefähr. Präsidentin Park hatte eine Initiative zur Schaffung einer„Kreativwirtschaft“ ins Leben gerufen, bei der Kreativität ein zentraler Bestandteil des Wirtschaftsprogramms sein soll. Die Kreativwirtschaft geht über Bildung und einzelne Branchen hinaus und unterstützt südkoreanische Unternehmen bei ihren eigenen Bemühungen, noch innovativer zu werden.

Hasso Plattner und Präsidentin Park vereinbarten bei ihrem Treffen im September, in Seoul ein Innovationszentrum zu eröffnen, das mit dem SAP AppHaus vergleichbar ist – einem Projekt, das ich zusammen mit der d.school vorangetrieben habe. Das AppHaus bietet eine kreative Büroumgebung, in der sich fachübergreifende Teams treffen, um neue Produkte zu entwickeln. Es gibt bereits zahlreiche weitere AppHaus-Standorte weltweit, unter anderem in Heidelberg und Palo Alto, Kalifornien.

Ich flog im Dezember 2014 – einige Monate nach Hasso Plattners Besuch – mit meinem Team nach Südkorea, um mehr über die Kreativwirtschaft und die Zusammenarbeit zwischen der SAP und der südkoreanischen Regierung im Rahmen dieses Projekts zu erfahren. Mit meinem Besuch, der für mich eine großartige Erfahrung war, signalisierte die SAP klar, dass sich das Unternehmen für die Gründung eines Zentrums für Design und Ko-Innovation in Seoul stark machen wird. Mein Team und ich nahmen an verschiedenen Spitzengesprächen teil, auch mit Park Won-Soon, dem Bürgermeister von Seoul. Wir trafen uns auch mit Vertretern der Nationalversammlung, des Ministeriums für Wissenschaft, IKT und Zukunftsplanung sowie Topmanagern von etablierten und jungen Unternehmen.

Mit der Schaffung eines Zentrums für Design und Co-Innovation in Seoul lassen sich zahlreiche Ziele erreichen. Zum einen bietet es die Möglichkeit, Wissen über Design Thinking und Innovationen nicht nur Unternehmen, sondern auch dem öffentlichen Sektor anschaulich zu vermitteln. Außerdem können Akademiker, d.h. Studierende und Dozenten, dort mehr über Design Thinking erfahren und ihre kreativen Fähigkeiten erweitern.

Was ist ein Innovationsnetzwerk und wie kann es angestoßen und gefördert werden?

Ich muss sagen, dass ich mich schon seit einiger Zeit mit dieser Frage schwer tue und dabei nicht der Einzige bin. Jeder versucht irgendwie sein eigenes Innovationsnetzwerk auf einer bestimmten Ebene zu schaffen – ob im Privatleben, im Unternehmen oder in lokalen Organisationen.

Sogar meine Arbeit als Fellow an der d.school konzentrierte sich auf diese wichtige Frage. Mein ursprüngliches Ziel war es, ein Innovationsnetzwerk für die private Wirtschaft zu schaffen. Meine Erfahrung und mein Besuch in Südkorea haben mir aber gezeigt, dass ein derartiges System viel größer sein kann und viele Beteiligte von Wissenschaftlern und staatlichen Stellen bis zu Unternehmen und gemeinnützigen Organisationen umfassen kann.

Mittlerweile glaube ich immer besser zu verstehen, welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um ein Innovationsnetzwerk aufzubauen. Dafür muss man nur den Blick nach Südkorea richten und die dortige Arbeit der SAP beobachten. Südkorea ist dabei, ein Innovationsnetz zu schaffen, das größer als alles ist, was ich bisher erlebt habe. Von der Vorgehensweise Südkoreas können wir noch viel lernen. Trotzdem lässt sich die Kreativwirtschaft nicht von heute auf morgen schaffen. Aber die SAP ist fest entschlossen, diesen Prozess zu unterstützen. Und wir sind auf dem besten Wege dorthin.

 

Bildquelle: Shutterstock

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