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Analogien: Ideenspritze für Innovationsprojekte

Feature | 2. September 2016 von Franziska Reich 20

Ungewöhnliche Probleme bedürfen ungewöhnlicher Maßnahmen – wie SAP-Projektteams dank Analogien aus anderen Industrien ihre Fragestellungen lösen und für Innovationen nutzen konnten.

Von zwei SAP Design Thinking Projektteams aus dem Bereich Scale, Enablement & Transformation, einer Einheit von Global Service & Support, stand das erste Projektteam vor der Herausforderung, eine zukünftige Generation von vorkonfigurierten und dadurch sofort einsetzbaren SAP-Lösungen zu entwerfen. Um in neue Richtungen denken zu können, wollten sie herausfinden, wie andere Industrien Vordefinition und schnelle Einsetzbarkeit lösen. Dazu besichtigten sie einen Fertighaushersteller. Die wichtigste Erkenntnis war, dass trotz Standardisierung jedes Fertighaus immer noch einzigartig in Entwurf und Ausstattung ist. Es geht darum, den Kunden die Vision aufzuzeigen, dass alles möglich ist. Üblicherweise starten Kunden zwar mit einem Musterhaus-Vorschlag, den sie dann jedoch individuell für sich anpassen. Dies führte bei den SAP-Mitarbeitern zu einem Umdenken und sie begannen, ihre Lösungen als Musterhaus-Vorschläge im Gegensatz zu fest vordefinierten Standardprodukten zu betrachten.

Innovation im Wein-Design  

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SAP-Projektteam besucht eine Weinkellerei, um neue Einsichten zu gewinnen

Im zweiten Projektbeispiel ging es darum, ein neues Geschäftsmodell zu entwerfen, um bestehende Softwareprodukte durch einen gemeinschaftlichen Ansatz zu „veredeln“. Die ursprüngliche Aufgabenstellung stellte sich zunächst als sehr abstrakt und komplex dar, und es gab weder ein gemeinsames Verständnis noch einen Ansatzpunkt für eine mögliche Lösung. Um das Problem greifbarer und anschaulicher zu machen, besuchte das Team aus Walldorf eine Winzergenossenschaft auf der Suche nach geeigneten Analogien.

„Dieser Analogiebesuch war Inspiration pur!“, so die einhellige Meinung. Es wurde klar, dass die beteiligten Menschen und ihre innere Einstellung den entscheidenden Erfolgsfaktor für diese Art von Geschäftsmodell ausmachen. Die Qualität der angelieferten Trauben wird nicht nur durch Regularien und Prozesse sichergestellt, sondern durch Vertrauen, Transparenz und Empathie mit den Winzern.

Die SAP-Mitarbeiter beeindruckte, dass der Kellermeister und sein Team die Weine wie ihre Kinder behandelten. Auch wenn ein Keller keine romantische Umgebung ist: Hier werden Weine mit Liebe, Kreativität und positiver Energie geschaffen und gerade auch „Sorgenkinder“ können sich so zu Spitzenweinen entwickeln. Nach und nach kam die Überlegung auf, ob und in welcher Form ein Kellermeister auch bei SAP zur Erschaffung des neuen Geschäftsmodells helfen könnte. So wurde der „SAP-Kellermeister“ ins Leben gerufen.

Analogien machen komplexe Probleme greifbar

Beide Projektteams waren sich nach den Vor-Ort-Besuchen einig: Vergleiche und Analogien können besonders bei komplexen und unscharfen Problemstellungen eine großartige Hilfe sein, um Zusammenhänge zu erkennen. Durch das Referenzieren auf die Fertighäuser bzw. die Weinherstellung ließen sich abstrakte Problemstellungen greifbar, bildlich vorstellbar und verständlich machen. Das Verlassen des täglichen Arbeitsumfelds und die Betrachtung, wie andere Einrichtungen ähnliche Fragestellungen lösen, hat jedem Team eine Vielzahl an neuen Impulsen und Ideen beschert – und die Erkenntnis, dass auch Experten noch viel dazu lernen können. Im Gegenzug besuchte der Kellermeister das SAP AppHaus in Heidelberg. So kam auch ein größerer Kreis von Interessierten in den Genuss einer Kostprobe über die Wirkung, Kraft und Stärke von Analogien. Zusätzlich lernte der Kellermeister vom Design & Co-Innovation Center Team, das im SAP AppHaus Heidelberg ansässig ist, wie Design Thinking dort als Innovationsmethode erfolgreich angewendet wird.

Foto: Shutterstock; SAP

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