Soccer team in a huddle

Internet of Things in der Fertigungsindustrie

Feature | 3. März 2016 von SAP News 0

Alexander Herfort ist bei All for One Steeb der Experte für IoT, das Internet of Things. Er hat viele Jahre Praxiserfahrung als SAP-Berater und Projektleiter in der Fertigungsindustrie. Entsprechend liegt sein Fokus auf der Frage, was IoT für mittelständische Unternehmen aus Maschinen- und Anlagenbau bedeutet, und wie sie damit umgehen sollten.

 

Herr Herfort, über das „Internet der Dinge“ hört man vieles, meist Schwammiges. Was bedeutet es denn bei Ihren Kunden, also mittelständischen Fertigungsunternehmen?

AHerfort_All-for-One-Steeb

Alexander Herfort, Senior Business Development Manager beim SAP-Partner All for One Steeb

Wir reden dann über „Internet of Things“, wenn Dinge, Maschinen, Produkte über das Internet miteinander verbunden und vernetzt sind. Hierfür sehen wir fünf Anwendungsbereiche bei unseren Kunden: Zum einen die vorausschauende Wartung oder „Predictive Maintenance“. Zum zweiten die sich selbst steuernde, vernetzte Produktion. Zum dritten die vernetzte Logistik. Ein weiteres Szenario ist die Sammlung und Auswertung von Sensordaten: ein ausgeliefertes Produkt sendet laufend Daten zum Hersteller, der diese dann beispielsweise für die Weiterentwicklung oder auch den Vertrieb nutzt.

Das waren jetzt vier Anwendungsbereiche – die aber teilweise schon lange in Unternehmen existieren …

Sie haben vollkommen Recht. Solche Szenarien sind bereits in der Vergangenheit realisiert worden. Das Revolutionäre ist jedoch, dass die Technologie nicht mehr den limitierenden Faktor darstellt, und auch simple Anwendungen aufgrund geringer Technologiebarrieren kostengünstig realisiert werden können. So entstehen immer tiefer integrierte Systeme, die sich wiederum mit anderen Systemen verbinden werden.

Und was ist das fünfte Szenario?

Dieses fünfte Szenario finde ich persönlich am spannendsten, da Unternehmen hier teilweise ihre Geschäftsmodelle völlig umkrempeln. Es geht um „Pay per Use“: Der Kunde zahlt nicht mehr für das Produkt, sondern nur für dessen Output. Also beispielsweise nicht für die Druckmaschine, sondern pro Druckexemplar. Oder nicht für den Mähdrescher, sondern pro Tonne geerntetes Getreide. Der Hersteller der Maschine wird so zu ihrem Betreiber. Um das tun zu können, ist er darauf angewiesen, einen Live-Blick auf die Maschine und ihre Daten zu erhalten – und genau dies ermöglicht das Internet der Dinge.

„Der Kunde zahlt nicht mehr für den Mähdrescher, sondern pro Tonne geerntetes Getreide.“

Und wo sehen Sie sich als SAP-Haus in diesen Szenarien?

Wir liefern zum einen die technologische Basis für IoT-Szenarien, beispielsweise mit der SAP HANA Cloud Platform. Ein weiterer technologischer Baustein ist die Cloud, denn die anfallenden Datenmengen sind anders nicht mehr zu bewältigen. Wir können beispielsweise Private Cloud-Angebote mit Cloud-Ressourcen der großen Anbieter erweitern und so praktisch unendlich skalieren, wenn Kunden das wünschen. Aber viel wichtiger ist: Wir setzen IoT-Szenarien nicht nur um, sondern verbinden sie mit den heute real existierenden Prozessen, beispielsweise im ERP. Da hilft uns natürlich unsere immense Erfahrung mit den branchenspezifischen Prozessen in der Fertigungsindustrie sehr.

Das ist auch Ihr Thema auf der CeBIT …

Genau, die Anbindung von IoT-Szenarien – die beispielsweise auf der HCP abgebildet sind – an die Realität, also an die Prozesse im ERP: solche durchgängigen Lösung wollen wir mit Unternehmen diskutieren. Denn IoT ist aus unserer Sicht kein Selbstzweck, sondern muss betriebswirtschaftlich, in den Geschäftsprozessen Sinn machen. Ich darf noch hinzufügen: Wir sind ja als Partner auf dem SAP-Stand vertreten, und ich werde am CeBIT-Donnerstag, also am 17.03., im SAP Live-Forum dieses Thema präsentieren.

Und unabhängig von der CeBIT: Was raten Sie Ihren Kunden, wie sie sich dem Thema IoT nähern können?

Die grundsätzliche Empfehlung lautet: Think big – start small! Gehen Sie strukturiert durch die möglichen Anwendungsgebiete und Ihre eigenen Prozesse. Identifizieren Sie mögliche Szenarien, beispielsweise in den vorhin genannten fünf typischen Anwendungsfeldern. Hier hat sich Design Thinking als pragmatische Methode etabliert; gerne führen wir einen solchen Workshop mit Ihnen durch. Es geht dann darum, mit einem kleinen Szenario zu beginnen und erste Erfahrungen mit der Technologie zu machen. Danach können Sie richtig durchzustarten.

Foto: Shutterstock

 

Tags: , ,

Leave a Reply