Peter Lorenz: Auf Kurs mit On-Demand

Feature | 11. August 2011 von Paul Baur und Perry Manross 0

(Foto: SAP AG)

Peter Lorenz: verantwortlich für das komplette SAP-On-Demand-Portfolio (Foto: SAP AG)

Können Sie uns einen kurzen Abriss über das aktuelle Portfolio für den On-Demand-Bereich bei SAP geben?

Peter Lorenz: Für das Portfolio von On-Demand muss man im Grunde drei Ebenen betrachten: Zum einen gibt es SAP Business ByDesign als Suite, was einen beträchtlichen Teil des Gesamtportfolios ausmacht. Zum anderen arbeiten wir an On-Demand-Paketen, die auf einzelne Geschäftsbereiche abgestimmt sind (LoBs). Hier kommen Lösungen wie SAP Sales OnDemand und SAP Sourcing OnDemand ins Spiel. Und nicht zuletzt arbeiten wir an mitarbeiterorientierten und analytischen Lösungen, die Kollaborations-Software wie SAP StreamWork oder SAP BusinessObjects BI OnDemand integrieren. Mit der Zeit werden diese ineinander übergehen: So werden Kollaborations-Services beispielsweise in SAP Sales OnDemand oder SAP Business ByDesign integriert.

Was ist das besondere am On-Demand-Angebot von SAP und was sind die Pläne für die Zukunft?

Peter Lorenz: Es ist für mich von großer Bedeutung, dass wir ein überschaubares Portfolio haben, das sich nicht in unzählige Einzelpositionen untergliedert. Denn wir müssen uns auf die Märkte konzentrieren, in denen wir etwas bewegen können. Dort, wo das größte Geschäftspotenzial liegt und dort, wo Kunden heute ihre Entscheidungen treffen. Statt von allem nur einen kleinen Teil anzugehen, legen wir lieber klare Schwerpunkte. Wir konzentrieren uns auf wenige LoB-spezifische On-Demand-Lösungen, eine feste Strategie mit SAP Business ByDesign und seit letztem Jahr auf die Integration von SAP StreamWork und SAP BusinessObjects BI OnDemand, um auch den analytischen Bereich abzudecken.

Bei SAP Business ByDesign verfolgen wir zwei Ziele: Einerseits werden wir weiterhin den Mittelstand bedienen, andererseits wollen wir es auch als Filiallösung für Großkonzerne anbieten.

Unser LoB-OnDemand-Portfolio, das auf der SAP-Business-ByDesign-Plattform aufbaut, beinhaltet mehrere Komponenten: SAP Sales OnDemand, das in den wichtigsten deutsch- und englischsprachigen Märkten inzwischen allgemein verfügbar ist. Mit SAP Career OnDemand, das im Laufe des nächsten halben Jahres ausgeliefert werden soll, decken wir den Bereich Talent Management ab. Das ist insbesondere vor dem Hintergrund wichtig, dass wir damit gleich zwei wichtige Marktsegmente angehen: HR und Vertrieb. Dort treffen wir auf unsere größten Konkurrenten und müssen deshalb besonders stark auftreten. Mit SAP Carbon Impact OnDemand, das wir bereits verkaufen, kümmern wir uns um das Thema Nachhaltigkeit.

Für alle Lösungen planen wir sechsmonatige Auslieferungszyklen, sodass wir zweimal pro Jahr Aktualisierungen bereitstellen können.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: Feature Packs 3.0 & 3.5 für Business ByDesign

Was hat Ihr Team über die Entwicklung von On-Demand-Produkten in kurzen Zyklen gelernt?

Peter Lorenz: Sowohl im On-Demand- als auch im Cloud-Markt sehen wir uns einem sehr innovationsfreudigen und lieferschnellen Wettbewerb gegenüber. Kleine und dadurch sehr agile Unternehmen – aber auch einige größere Firmen – liefern in Drei- bis Sechs-Monats-Zyklen aus. Da müssen wir einfach mithalten. Deshalb arbeiten wir auf Hochtouren. Dass wir das schaffen, beweisen erste Erfolge im Markt. Doch es ist nicht nur die Schnelligkeit, die zählt – es geht auch um fortlaufende Innovation.

Stichwort Innovation: Was können Kunden von den SAP Business ByDesign Feature Packs (FP) 3.0 und 3.5 erwarten?

Peter Lorenz: Wichtig ist, dass wir unsere On-Demand-Produkte so gestalten, dass unsere Partner auf der SAP Business ByDesign Suite aufbauen können. Daher haben wir erstmals bei FP 2.6 und jetzt bei FP 3.0 ein Software Development Kit mitgeliefert, damit sie Add-ons auf die Plattform aufsetzen können, ohne die Plattform selbst zu modifizieren.

Wir haben jetzt rund 500 Kunden für SAP Business ByDesign und sehen, dass sich das Produkt gut verkauft. Nun müssen wir das Partnernetzwerk aktivieren. Daher ist es so wichtig, dass wir das Software Development Kit weiter ausbauen, denn dies ist die Voraussetzung, damit unsere Partner die Lösung kundenindividuell anpassen können.

SAP hat in der Produktentwicklung auf die Lean-Methode umgestellt. Wie weit sind Sie damit bisher im On-Demand-Bereich?

Peter Lorenz: Ich glaube nicht, dass man nach einer Lean-Implementierung denken darf, dass plötzlich alles wie von Zauberhand funktioniert. Man muss Lean konstant über die Jahre umsetzen und sich nach und nach immer weiter verbessern. Lean hat uns aber bereits dabei geholfen, zu einem autonomeren Arbeitsstil zu finden, was ich sehr wichtig finde. Die Teams sind jetzt selbst verantwortlich und treffen eigene Entscheidungen. Der Zeitrahmen und die Architektur unterliegen klaren Vorgaben, doch über die Umsetzung und Optimierung wird lokal in den Teams entschieden, und ich bin wirklich davon überzeugt, dass dies der Schlüssel zu unserem Erfolg ist.

Peter Lorenz verantwortet das komplette Spektrum des SAP-On-Demand-Portfolios, inklusive SAP Business ByDesign und OnDemand-Lösungen wie SAP Streamwork und Sales OnDemand.  Sowohl Entwicklung, Solution Management und Auslieferung, als auch Service und Support fallen in seinen Zuständigkeitsbereich.

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