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Startups im Data Space: 3 Unternehmen – 3 Erfolgsgeschichten

Feature | 27. Juni 2017 von Andreas Schmitz 84

Vor einem halben Jahr eröffnete mit dem Data Space SAP’s neue Location in Berlin. Im SAP IoT Startup Accelerator arbeiten verschiedene Teams, um ihre Ideen rund um das Internet der Dinge marktreif und skalierbar zu machen. Synfioo, ruum und Beiersdorf berichten über ihre Erfahrungen.

Wenn Vertreter von SAP-Kunden in der ersten Etage des Data Space ihre Runde machen, nutzt Marian Pufahl als Geschäftsführer des Startups Synfioo die Gelegenheit, die Zusammenarbeit mit SAP wie auch die Synfioo-Plattform vorzustellen. „Wir schauen dynamisch in den Transportprozess hinein und sind so in der Lage, die Ankunftszeit von Lieferungen jederzeit aktuell vorherzusagen“, erläutert Pufahl, der das Unternehmen Ende 2015 zusammen mit Andreas Meyer gegründet hat. „Ohne den Accelerator kommt man nicht derart schnell und unkompliziert in Kontakt mit potenziellen Kunden“, erläutert Pufahl, der in Kürze mit dem börsennotierten Bergbauunternehmen K+S in die Pilotierung gehen wird.

SAP als Innovationspartner: Data Space als Anlaufstelle

Unternehmen profitieren im Gegenzug von den Ideen der kleinen und agilen Teams, die sie in ihrem Geschäft weiterbringen. „Einen Ort schaffen, an dem Startups, SAP und SAP-Kunden gemeinsam neue Geschäftsideen für das Internet der Dinge entwickeln“: Das war die zentrale Mission des SAP IoT Startup Accelerator, als SAP ihn Ende letzten Jahres bei der Eröffnung des Data Space vorstellte. Und schon wenige Monate später deutet sich an, wie vielseitig der Einstieg in den IoT-Accelerator sein kann. Längst haben Kunden von SAP den Data Space als Anlaufstelle entdeckt, um sich von SAP als Innovationspartner inspirieren zu lassen. Die Zusammenarbeit mit Startups und auch das Intrapreneurship von SAP sind besonders gefragt.

3 Erfolgsgeschichten: Synfioo, Beiersdorf und ruum

Da ist zum einen das aus dem Hasso-Plattner-Institut heraus gegründete Startup Synfioo. Ein paar Tische weiter sitzt ein Team des traditionsreichen Großkonzerns Beiersdorf, das unter anderem eine Kommunikations-App für soziale Einrichtungen entwickelt. Zudem tüfteln fünf Mitarbeiter von „ruum“ an einer Kollaborations-App. Das Besondere: Die Macher der App Florian Frey und Stefan Ritter sind Gründer innerhalb der SAP und arbeiten mit einem eigenem Team sowie eigenem Budget.

1. Synfioo: Akquise anschieben

Für Marian Pufahl war der Weg in den SAP IoT Startup Accelerator einfacher als gedacht. Nach einer Vorstellung bei der Leiterin des Programms Eva Zauke stellte er die Idee dem Logistik- und Transportmanagement-Team von Franz Hero vor: „Es stellte sich heraus, dass SAP nichts Ähnliches entwickelt und unsere Lösung gut an die SAP-Welt andocken kann“, erläutert Pufahl. Die Idee klingt einfach: Ist eine Lieferung unterwegs, ist sie noch lange nicht angekommen. Denn zwischendurch kann der Kunde den Auftrag geändert haben, der LKW in einen Stau geraten oder aufgrund eines Unwetters langsamer unterwegs sein, die Zollbehörden viel zu tun haben oder Fähren verspätet ablegen. „Wir tragen potenzielle Störungsdaten und Informationen von Logistikern zusammen und ermitteln unter Einsatz von prädiktiven Analysen und Machine Learning die voraussichtliche Ankunftszeit der Lieferung“, so Pufahl, der bereits mit dem Pilotkunden Jan de Rijk Logistics aus Holland nach Berlin gekommen ist und das Ziel hatte, weitere Kunden zu gewinnen. Die Pilotierung bei K+S ist zwar noch nicht gestartet, dennoch ist Synfioo bereits in der Lage auf dem SAP Leonardo Live Event das Einsatzszenario zu präsentieren. „Ohne einen derartigen Accelerator geht es nicht so schnell, einen Fuß in den Markt zu bekommen und Neukunden zu gewinnen“, sagt Pufahl, der gerade seine „Finanzierungsrunde vervollständigt“ hat, neun Mitarbeiter beschäftigt und Ende 2018 eine schwarze Null anpeilt.

2. Beiersdorf: Raus aus Unternehmenshierarchie

Ina Eberz und Sarah Bumann sind seit März im Berliner Data Space. Die Marketingmitarbeiterinnen arbeiten an einer Idee für eine Kommunikations-App für soziale Einrichtungen. Die Frage war allerdings, wie sich daraus sehr schnell ein tragfähiges und vielleicht sogar markttaugliches Produkt entwickeln könnte. „Wir wollten Ideen mal anders angehen – und bewusst raus aus der Unternehmenshierarchie und den etablierten Strukturen“, erläutert Martin Böhm, bei Beiersdorf Experte für Marketing/Sales Technology & Analytics. Er schaute sich „etablierte“ Akzeleratoren wie Techstars und Plug & Play von Springer an, erwog auch einen eigenen Akzelerator auf den Weg zu bringen. Zum Schluss war klar: Mit den Coaching-Angeboten, dem Netzwerk an Startups und der räumlichen Infrastruktur bot der Data Space eigentlich alles, was Beiersdorf benötigte. „Das Charmante liegt zudem darin, dass neben Startups auch Kunden mit reingebracht werden – eine ähnliche Konstellation habe ich noch nirgendwo gesehen“, sagt Böhm. Die App ist inzwischen im Pilot-Einsatz. Das Büro von Hamburg nach Berlin zu verlegen, hat sich für Eberz und Bumann gelohnt: „Wir treffen viele, die im gleichen Boot sitzen wie wir“, meint Eberz, die zudem von der agilen Arbeitsweise, Pitch-Trainings, der Vernetzung mit Experten und dem wöchentlichen Austausch mit SAP profitiert. Lässt sich ein Business Plan entwickeln und erweist sich die Geschäftsidee nach sechs Monaten als skalierbar, steht auch der weiteren Finanzierung nichts mehr im Wege – „möglicherweise in einem Joint Venture zwischen Beiersdorf und SAP“, so Beiersdorf-Mann Böhm.

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3. ruum: Einfach weiter lernen

Als die Startups des Accelerators Florian Frey und Stefan Ritter kennenlernten, konnten sie es nicht fassen. Ein Startup ohne eigene Beteiligung: Das war für sie unvorstellbar. Frey und Ritter sind Angestellte von SAP und trotzdem treiben sie – inzwischen zu fünft – das Startup ruum. Den Vorteil ihres „Corporate Startups“ sehen sie darin, dass es „mit der Freiheit und Agilität eines Startups und der Power eines globalen Technologiekonzerns das beste aus den beiden Welten miteinander verbindet“, erläutert Frey. Im vergangenen Oktober waren die beiden Mitarbeiter des Potsdamer SAP Innovation Centers zu SAP iO gewechselt, in jene Einheit, die einzelne förderungswürdige Ideen unterstützt. „Eigentlich ist alles wie bei einem ‚richtigen’ Startup, nur dass unser Arbeitgeber in das Projekt investiert“, erläutert Ritter. „Richtig“ heißt für Ritter und Frey vor allem, „Business als Ganzes zu erleben“, also die komplette Verantwortung für ein neues Produkt zu tragen, von der Entwicklung über die Pilotierung, die Markteinführung, das Marketing bis hin zum Verkauf. „Die Lernkurve ist nach wie vor ‚through the roof’“, sagt Ritter, dem nach einigen Jahren in der Startup-Szene von London noch immer manche englischen Begriffe leichter fallen als deutsche. „Als wir zu SAP iO gewechselt sind, war klar, dass wir Teil des Ökosystem von Berlin sein wollen“, erläutert Frey. Dass zum gleichen Zeitpunkt der Data Space eröffnet wurde, war gewissermaßen eine glückliche Fügung. Die „ruumapp“ ist besonders für Teams gemacht, die ein bis zwei Wochen an einem Projekt arbeiten. „Die App soll helfen, den Kommunikationswahnsinn zu bezwingen“, erläutert Frey, „viele Collaboration-Tools bieten kaum Strukturierung und Projektmanagement-Tools sind oft einfach zu komplex.“ Die neue Lösung strukturiert Inhalte, verwaltet Aufgaben und nutzt auch die Vorteile von Emails. Von den 700 Usern, die als erste an einem a-Piloten teilnehmen sind die meisten von SAP. Doch hat sich die Idee schnell auf den Fluren rumgesprochen. Kein Wunder also, dass nun auch das Beiersdorf-Team das Pilotprodukt nutzt.

Der SAP IoT Startup Accelerator wurde vom Capital Magazine zum besten Newcomer Accelerator 2017 ausgezeichnet.

Weitere Informationen:
Kommen Sie zu unserer Veranstaltung SAP Leonardo Live am 11. und 12. Juli 2017 in Frankfurt und erfahren Sie mehr über das Digital Innovation System von SAP und SAP Leonardo Internet of Things.

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