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HMI 2017: Wie Digital Product Lifecycle Management und IoT zusammenarbeiten

11. April 2017 von Andreas Schmitz 18

Den Lebenszyklus eines Produktes abzubilden ist gut, einen digitalen Zwilling zu schaffen besser, aber aus dem realen Betrieb eines Produktes zu lernen, bildet die Grundlage für nachhaltigen Markterfolg. Auf der HMI 2017 zeigen SAP und das Unternehmen Schunk, wie das möglich ist.

Wer ein Pay-per-Use-Geschäftsmodell auf den Weg bringen will, sollte über seine Maschinen genauestens Bescheid wissen. In welchem Werk stehen sie, laufen sie rund, gibt es Bauteile, die der Servicetechniker besonders oft ersetzt und wurde das Gerät modifiziert? Informationen von der Entwicklung über die Herstellung bis hin zum Betrieb sind für das nutzungsbasierte Geschäftsmodell nötig. Denn jede Sekunde, die eine Maschine stillsteht, kostet den Betreiber bares Geld. Besonders ärgerlich ist es, wenn eine frühzeitige Reparatur – über vorausschauende Wartung – hätte verhindert werden können. „Der Lebenszyklus eines Produktes beginnt heute bei der Bestellung und endet mit der Verschrottung “, meint Dr. Christoph Rzehorz, Leiter des Center of Excellence SAP PLM– „den gesamten Lebenszyklus muss ein Hersteller beherrschen, um auch zukünftig erfolgreich zu sein.“

 

Am Beispiel eines Robotergreifers wird der Gesamtprozess vorgestellt.

1. Live Engineering

Zentrale Komponente des Showcases ist ein Dashboard, das die Informationen aus Vertrieb, Entwicklung und auch Betrieb transparent darstellt. Hier erkennt der Produktmanager auf einen Blick, welche Produkte nachgefragt werden, bekommt Transparenz über den Stand der laufenden Entwicklungen und sieht, wo die Produkte im Feld eingesetzt werden. Durch die Analyse stellt sich heraus, dass die Produkte für eine viel höhere Greifkraft ausgelegt sind als sie tatsächlich von den Kunden genutzt werden. „Dieser Soll-Ist-Vergleich ist Anstoß für eine Produktänderung“, erläutert Rzehorz.

2. Requirement Management

Die Anforderungen an den Robotergreifer werden nun an die realen Bedingungen im Feld angepasst. Im „Enterprise Architecture Designer“, einer neuen Cloud-basierten Anwendung, werden die entsprechenden Anforderungen geändert und dem Produkt zugeordnet.

3. Produktkosten steuern

Bereits in dieser frühen Entwicklungsphase werden die Produktkosten kalkuliert. Auf der Basis des bekannten Greifers werden die Änderungsumfänge im Product Lifecycle Costing (PLC) kalkuliert und die Zielkosten festgelegt. Auf dieser Basis lässt sich das Engineering steuern und die Wirtschaftlichkeit der Entwicklung sicherstellen.

4. Konstruktion

Im „Detail Engineering“ wird die Mechanik, Elektronik und auch Verkabelung des Greifers überarbeitet. Hier bietet das SAP Engineering Control Center eine einheitliche Plattform zur Integration von Autorentools aus unterschiedlichen Disziplinen. „Damit ist sichergestellt, dass alle Fachbereiche redundanzfrei auf stets aktuellen Daten arbeiten“, erläutert Rzehorz.

5. Digitaler Zwilling

Mit den überarbeiteten Produktdaten wird nun der digitale Zwilling generiert (Handover2Asset). Dabei werden aktuelle Produktdaten wie Montageanleitungen an das SAP Asset Intelligence Network übergeben. Gleichzeitig wird das „IoT Onboarding“ der unterschiedlichen Greiferinstanzen vorbereitet.

6. E-Commerce

Das überarbeitete Produkt wird auf der Omnichannel-Plattform „Hybris“ bereitgestellt. So ist es möglich, Produktentwicklungen schnell und unkompliziert auf den Markt zu bringen. Und der Regelkreis schließt sich. Der überarbeitete Greifer kann nun bestellt werden und erfüllt zudem die Anforderungen, die der reale Betrieb an ihn stellt.


Das reibungslose Zusammenspiel von Vertrieb, Produktentwicklung und IoT Services (Connected Products) bringt Unternehmen drei entscheidende Vorteile:

1. Live-Engineering

Der digitale Zwilling ermöglicht, aus bestehenden Produkten zu lernen. „Das Lernen aus dem Leben“, wie SAP-Experte Rzehorz es nennt, zeigt ob die Produkte so entwickelt wurden, wie die Kunden sie einsetzen. Diese Informationen aus dem Praxisbetrieb ermöglichen eine kontinuierliche Verbesserung der Produkte.

2. E-Commerce-Integration

Neue Produkte und Varianten lassen sich sofort als weiteres Angebot für die Kunden in die E-Commerce-Plattform „SAP Hybris“ übernehmen.

3. IoT-Geschäftsmodelle

Der digitale Zwilling legt die Basis für IoT-Geschäftsmodelle. Wer ein Pay-per-Use-Modell für seine Maschinen anbietet, kennt nun alle entscheidenden Kennzahlen aus dem Leben des Produktes – beste Voraussetzungen also, sich auch zukünftig mit neuen Geschäftsmodellen erfolgreich am Markt zu positionieren.

Weitere Informationen

Informationen über Guided Tours, die Showcases und alles Wissenswerte rund um SAP bekommen Sie auf der SAP-Eventseite zur Hannover Messe Industrie 2017.

Foto: Shutterstock

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