iSell: Produkt eines Diversity-Projekts

Feature | 13. Juli 2012 von Susan Galer 0

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Wird die Vielfalt der Mitarbeiter in einem Unternehmen aktiv gefördert, so profitieren davon nicht nur die Mitarbeiter, sondern auch das Unternehmen selbst und seine Kunden – ist SAP überzeugt. Mit 60.000 Mitarbeitern aus über 120 Ländern versucht sich die SAP das Potenzial einer vielfältigen Belegschaft zunutze zu machen – mit Hilfe des Design Thinking.

Neue Entwicklungschancen mit Design Thinking

„Bei SAP wird Vielfalt nicht nur von den Mitarbeitern gelebt, sie ist auch entscheidend für nachhaltiges Wachstum, Innovation und Erfolg“, bekräftigt Phyllis Stewart Pires, Leiterin von Global Diversity bei SAP. „Unser Ziel ist es, die Unterschiede zu unserem Vorteil zu nutzen und ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem die Chancengleichheit gefördert wird und die Mitarbeiter ihre Kreativität entfalten und bessere Lösungen für unsere Kunden entwickeln können.“

Mit verschiedenen Initiativen möchte die SAP diese Vielfalt weiter stärken. Ein Beispiel ist das Programm „Design Thinking“, das eine Abkehr von herkömmlichen Entwicklungsmethoden bedeutet. In den Entwicklungsteams kommen Experten aus unterschiedlichen Kulturen und mit unterschiedlichem Hintergrund zusammen, mit dem Ziel, auf diese Weise schneller bessere Ideen für innovative Produkte zu entwickeln, die den Kunden zu größerer Wertschöpfung verhelfen.

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Für ein Projektteam in Walldorf, das unter der Leitung von SAP Product Owner Hila Schlank eine CRM-Lösung nach dem Konzept des Design Thinking entwickelt, ist die Zufriedenheit der Kunden schon fast eine Leidenschaft. Wie Schlank berichtet, hat gerade der unterschiedliche Hintergrund der Teammitglieder dazu beigetragen, dass bei der Entwicklung einer mobilen CRM-Anwendung für Vertriebsmitarbeiter im Außendienst zukunftsweisende Innovationen entstanden sind.

Die CRM-App für die Eingabe von Notizen

„Jeder Einzelne von uns hat eine andere Sicht auf die Dinge. Deshalb können wir aus der Analyse derselben Informationen neue Erkenntnisse gewinnen, die uns mit herkömmlichen Entwicklungsmethoden verwehrt geblieben wären“, erzählt Schlank, die selbst Wurzeln in Israel und den USA hat. Sie beschreibt die neue Lösung (Codename iSell), eine App für die Eingabe von Notizen, die die Arbeitsweise von Vertriebsmitarbeitern widerspiegelt. Sie können während des Tages Informationen auf ihrem iPad eingeben und zu einem späteren Zeitpunkt Workitems zur Nachbereitung über das System verteilen.

„Ausgangspunkt waren dieselben Kundendaten an einem typischen Arbeitstag eines Vertriebsmitarbeiters. Doch mithilfe des Design Thinking konnten wir andere Schlussfolgerungen ziehen, welche Funktionen für die Vertriebsmitarbeiter wirklich von Nutzen wären“, erzählt Schlank. „Wir überprüften den vorab definierten Anwendungsfall und entwickelten schließlich eine Lösung, die mehr produktivitätssteigernde Optionen bereitstellt.“ Mit der neuen mobilen CRM-Anwendung können Vertriebsmitarbeiter nun vertrauliche Kundendaten schützen, das Kundenkonto mit einem Foto versehen, Skizzen erstellen und im System speichern oder mithilfe der Spracheingabefunktion Notizen aufzeichnen.

Lesen Sie weiter auf Seite 3: Fortschritt der Entwicklung wird dokumentiert

iSell fußt auf Ideen, in die die Vorschläge und unterschiedlichen Erfahrungen aller Teammitglieder eingeflossen seien, betont Schlank. Dem Team gehören Mitarbeiter aus Europa, Indien, dem Nahen Osten und den USA an, die aus unterschiedlichsten Bereichen kommen – CRM-Experten, Mitarbeiter aus der Forschung, Entwickler von mobilen Anwendungen und Experten für den Außenhandel.

Fortschritt der Entwicklung wird dokumentiert

Team-Coach Claudia Diesner spornt das Team immer wieder mit täglichen Check-ins, Abendveranstaltungen und einem Tagebuch an, in dem der Fortschritt bei der Entwicklung festgehalten wird. Dabei macht sie sich ihre Erfahrungen im Bereich Kommunikation und Marketing zunutze und erstellt Agenden und anderes Begleitmaterial als Orientierungshilfe für das Team. „Meine Tools helfen den Teammitgliedern, ein Problem zu definieren und anschließend die beste Lösung dafür zu finden.“

Der wohl größte Vorteil von unterschiedlich zusammengesetzten Teams, die nach den Prinzipien des Design Thinking arbeiten, ist die schnelle Entwicklung von Ideen. „Wir arbeiten in einem äußerst kreativen Umfeld, das sehr entspannt und zugleich wesentlich produktiver ist. Ich kann zu meinen Kollegen gehen und mir aus ihren Gesprächen wertvolle Anregungen holen“, erzählt Guido Lammers, der deutsche Product Area Owner des Teams. „Unsere Ideen bauen aufeinander auf. Manche führen zum Erfolg, andere nicht, und der Kunde profitiert am Ende von einem besseren Produkt.“

Lesen Sie weiter auf Seite 4: Infos von Vertriebsmitarbeitern mit nutzen

Lösungsarchitekt Harsha Sagar, der aus Indien stammt, bezeichnet Design Thinking als „ernsthafte Arbeit, die aber zugleich großen Spaß macht. Wir befassen uns gemeinsam mit den Rohdaten, denen keinerlei Annahmen zugrunde liegen, und können aufgrund der ständigen Rückkopplung das entwickelte Produkt schneller validieren.“

Infos von Vertriebsmitarbeitern mit nutzen

Vielfalt spielt auch auf der Kundenseite eine entscheidende Rolle. Die Mitglieder des iSell-Teams sind sich einig, dass es bei der Entwicklung eines Produkts nicht nur auf die Ideen der IT-Experten ankommt, sondern auch auf die Anregungen der tatsächlichen Benutzer. Schlank betont, dass das Team die Anforderungen der Kunden erst anhand der Informationen, die direkt von den Vertriebsmitarbeitern kamen, in vollem Umfang verstehen konnte. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass der erste Kunde von iSell die Vertriebsmannschaft von SAP sein wird. Nach Aussagen von Schlank sind die ersten Rückmeldungen der potenziellen Benutzer äußerst positiv. Als Nächstes soll der Prototyp nun einem Testlauf unterzogen werden.

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