Wie die SAP „unlösbare“ Probleme löst

Feature | 16. Mai 2012 von Perry Manross 0

(Foto: SAP)

1972, im Jahr der SAP-Unternehmensgründung, landete im Rahmen des Apollo-Programms der bislang letzte Mensch auf dem Mond. Das Steuerungssystem des Apollo-Raumschiffs bestand aus einem Computer mit 32 KB Hauptspeicher – etwa die Hälfte dessen, was heutzutage in einer Grußkarte mit Musik steckt.

Die SAP entwickelte bereits einige Jahre Software, bevor sie ihren ersten eigenen Computer besaß: einen überdimensionalen Siemens-Großrechner mit zwei MB Hauptspeicher. Das ist heute die durchschnittliche Größe eines E-Mail-Anhangs.

„Wer hätte sich 1972 vorstellen können“, fragte Jim Hagemann Snabe das SAPPHIRE-NOW-Publikum, „dass 40 Jahre später ein Mehr-Kern-Computer mit mehr als 64 GB Hauptspeicher, einem GPS-Navigationssystem, einer hochauflösenden Kamera, einem Videokonferenzsystem und einer elektronischen Geldbörse in ein Gerät im Taschenformat passen würde?“

Snabe zeigte auf, dass die Welt in den kommenden 40 Jahren noch einschneidendere Entwicklungen erleben wird. Bis zum Jahr 2052 wird die Weltbevölkerung von derzeit sieben auf neun Milliarden Menschen anwachsen. In China werden rund 250 Millionen Menschen aus ländlichen Gegenden in Städte abwandern. Die Fläche städtischer Ballungsgebiete wird sich um eine Million Quadratkilometer vergrößern, was in etwa der Größe von Deutschland, Frankreich und Spanien zusammen entspricht. Die Zahl der über 60-Jährigen wird sich verdreifachen und damit erstmals in der Geschichte größer als die Zahl der Kinder sein.

Dieser demografische Wandel hat weitreichende Folgen für die Gesellschaft wie auch für Unternehmen und bringt enorme Herausforderungen mit sich. „Man denke nur an die Folgen für das Gesundheitswesen, den Wohnungsbau, den Arbeitsmarkt, das Rentensystem und das Steuerwesen“, betonte Snabe. Auch die Auswirkungen auf die natürlichen Ressourcen dürften nicht unterschätzt werden.

Die Zukunft ist jedoch nach Ansicht Snabes nicht in Stein gemeißelt, und die SAP ist fest davon überzeugt, dass sie ihren Kunden und der Gesellschaft bei der Bewältigung der Herausforderungen von morgen helfen kann. Die technologische Entwicklung wird weiter voranschreiten und damit die Grundlage für Innovationen schaffen, die einen wesentlichen Beitrag zu einer nachhaltigeren Zukunft leisten. „Die Entscheidungen, die wir heute treffen, wirken sich ganz erheblich auf die Zukunft aus“, zeigte er sich überzeugt.

(Foto: SAP)

Von Großrechnern zum „intelligenten Business Web“

Wie einst die Großrechnersysteme durch die Client-Server-Architektur abgelöst wurden, so findet derzeit ein erneuter Paradigmenwechsel statt. Snabe bezeichnet das neue Modell als „intelligentes Business Web“. Dieser Wandel fuße auf drei zentralen technischen Neuerungen: mobilen Lösungen, Cloud Computing und In-Memory-Technologie.

Mobile Technologien ermöglichen den Menschen unabhängig von ihrem Standort oder ihrer sozialen Stellung den Zugriff auf Daten und Systeme und liefern Entscheidungsträgern im Unternehmen fundierte Informationen für schnelle und relevante Entscheidungen vor Ort. Snabe rechnet damit, dass in fünf Jahren der Zugriff auf Anwendungen und Daten nur noch über mobile Lösungen erfolgen werde.

Eine weitere richtungsweisende Technologie ist das Cloud Computing. Cloud-basierte Dienste werden insbesondere von mobilen Anwendern immer stärker genutzt, weshalb die „Cloud“ bald so selbstverständlich sein wird, dass man sie gar nicht mehr als solche bezeichnen wird. „Es gibt sie einfach. Sie wird schlicht die Methode sein, wie wir Software nutzen.“ Auch beim Cloud Computing geht Snabe davon aus, dass sich in fünf Jahren alles entweder in öffentlichen oder in privaten Clouds befinden werde.

Die wichtigste technologische Neuerung ist jedoch nach seiner Ansicht die In-Memory-Technologie. Sie ermögliche nicht nur eine wesentlich schnellere Ausführung von Anwendungen, sondern schaffe auch die Grundlagen für völlig neue Anwendungen und zugleich für einfachere Systemlandschaften. Zum Abschluss seiner Zukunftsprognosen verwies er darauf, dass in fünf Jahren die Datenverarbeitung vollständig im Hauptspeicher erfolgen werde.

Jede dieser Technologien bedeutet einen enormen Fortschritt, doch erst durch ihre Kombination eröffnet sich den Kunden das gesamte Potenzial. Bei einer gemeinsamen Implementierung der drei Technologien können Unternehmen ihre Produktivität deutlich steigern und durch die intelligente Nutzung von Daten bessere Entscheidungen treffen.

Damit seien die Weichen gestellt für ein intelligentes Business Web, ein Internet der nächsten Generation, das Unternehmen die vollständige Integration ihrer Geschäftsprozesse in die Prozesse anderer Unternehmen und somit die Zusammenarbeit in Echtzeit ermöglicht. Über dieses Business Web können sie ihre Produkte und Dienstleistungen anbieten und zugleich auch per Mausklick darauf zugreifen. „Im Bereich der privaten Verbraucher gibt es das bereits“, berichtete Snabe.

Ron Dennis, Vorstandsvorsitzender von McLaren Automotive und McLaren Group sitzt mit Jim Hagemann Snabe, Co-CEO von SAP (Foto: SAP)

 „Restlos begeistert von SAP HANA“

Ron Dennis, Vorstandsvorsitzender von McLaren Automotive und der McLaren Group, stand stellvertretend für die Unternehmen, die sich die In-Memory-Technologie bereits zunutze machen. Dennis gesellte sich zu Snabe auf die Bühne und erzählte, welche Ziele McLaren verfolgt und wie die gemeinsame Leidenschaft für Spitzentechnologien die beiden Unternehmen verbindet.

Im Gespräch enthüllte er, wie McLaren vor Kurzem von SAP HANA „verführt“ wurde. Das Unternehmen möchte die wachsende Zahl seiner Geschäftsbereiche integrieren und dabei Lösungen der SAP als Technologie-Backbone nutzen. McLaren entschied sich für die Unternehmensanwendungen der SAP, weil sie Effizienzsteigerungen in allen Geschäftsbereichen ermöglichen und die daraus erzielten Effekte durch den Einsatz von mobilen Geräten, Cloud-Lösungen und In-Memory-Technologie noch verstärkt werden können. „Wir sind restlos begeistert von HANA“, bescheinigte Dennis. „SAP HANA wird uns extrem wettbewerbsstark machen.“

„Kommen Sie mit Ihrem kompliziertesten Problem zu uns“

Jim Snabe gab den Teilnehmern der SAPPHIRE NOW drei Ratschläge mit auf den Weg:

Die Kunden müssen „das Kernsystem einschließlich der Anwendungen und Analysewerkzeuge konsolidieren“, um die gemeinsame Innovation im Bereich neuer Technologien vorantreiben zu können. Mit der SAP Business Suite und den Erweiterungspaketen sowie einer klaren Ausrichtung auf mehr Benutzerfreundlichkeit verfügen die Kunden über eine homogene Kernlösung, die auf dem Markt ihresgleichen sucht.

„Machen Sie Ihr Unternehmen fit für das Business Web.“ Das Grundgerüst hierfür bildet zum einen die Mobiltechnik mit einer Plattform für die Verwaltung immer neuer Mobilgeräte und -anwendungen, zum anderen die Cloud, die den Kunden (auch) den Zugriff auf Daten und Systeme über Mobilgeräte ermöglicht. Nach der Übernahme von SuccessFactors ist die SAP das Unternehmen mit den größten Wachstumsraten im Cloud-Geschäft und stellt für Unternehmen aller Größen und Branchen zahlreiche Lösungen in der Cloud bereit.

„Machen Sie sich Business-Intelligence-Lösungen zunutze.“ Unternehmen sollten die vorhandenen Daten und Informationen nicht nur für rückwirkende Berichte, sondern auch für Zukunftsprognosen nutzen. Snabe erläuterte, dass sich das Potenzial von SAP HANA am besten veranschaulichen lässt, wenn die Kunden ihr Business-Warehouse-System auf der Plattform aufsetzen. Eine solche Implementierung ist in weniger als acht Tagen realisierbar. Wenn Unternehmen die unglaubliche Geschwindigkeit von SAP HANA erst einmal in der Praxis erlebt haben, so Snabe, „werden sie auch anfangen, über die Probleme nachzudenken, die sie damit vielleicht in Zukunft lösen könnten“.

Zum Abschluss seiner Rede forderte Jim Snabe die Zuhörer auf:

„Kommen Sie mit dem kompliziertesten Problem in Ihrem Unternehmen zu uns, das Sie aufgrund mangelnder Geschwindigkeit oder aufgrund der Datenmenge bislang nicht lösen konnten, und überlassen Sie die Sache uns. Sie werden überrascht sein, welche Art von Problemen wir lösen können.“

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