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Konkurrenz in kleinen und mittleren Unternehmen

Feature | 11. Juni 2015 von Susan Solovic, Unternehmensberaterin für SME 0

Heute noch Arbeitnehmer, morgen schon Unternehmer – immer häufiger kündigen Angestellte und arbeiten in direkter Konkurrenz zum ehemaligen Arbeitgeber. Besonders schmerzlich ist das für den Mittelstand und kleine Unternehmen. Susan Solovic, Unternehmensberaterin für SME, weiß Rat.

Über meine Website haben mich in letzter Zeit oft Fragen von Angestellten erreicht, die planen, ihre Stelle zu kündigen, um sich als Wettbewerber in der gleichen Branche selbstständig zu machen. Auf dieses Thema möchte ich nun näher eingehen, und erklären, was Unternehmer tun können, um ihre kleine Firma zu schützen.

Ein Leser aus Wisconsin schilderte mir folgende Situation: Vor einigen Jahren hatte er mit Erfolg eine kleine Marketingfirma gegründet. Als nun der Zeitpunkt gekommen war, einen Mitarbeiter einzustellen, der ihm einen Teil seiner Arbeit abnimmt, damit er seinen Kundenstamm vergrößern kann, machte er sich weniger Sorgen um das finanzielle Risiko als vielmehr um die Gefahr, der Mitarbeiter könnte nach seiner Einarbeitung das neu erworbene Wissen nutzen, um seine eigene Firma zu gründen oder für einen Konkurrenten zu arbeiten.

So etwas kann passieren. Und das ist ein Risiko, das jeder Geschäftsinhaber tragen muss. Ob es sich nun um geistiges Eigentum, eine Kundenliste oder einfach nur sehr gute praktische Kenntnisse handelt – es kann durchaus passieren, dass ein Mitarbeiter die Firma verlässt und versucht, wertvolle Informationen mitzunehmen. So hatte mein Vater in seinem Bestattungsunternehmen beispielsweise einen jungen Mann ausgebildet, der über 20 Jahre für ihn arbeitete. Eines Tages erzählte uns ein Bekannter, dass dieser Mann dabei war, ein neues Beerdigungsinstitut zu gründen und dass er nachts heimlich Akten unseres Familienunternehmens kopierte. Meine Eltern stellen ihn zur Rede und er gab den Diebstahl zu. Wir entließen den Mitarbeiter noch am selben Tag. Er weinte und beteuerte, dass es im Leid täte. Aber der Schaden war bereits angerichtet. Glücklicherweise florierte unser Geschäft weiter. Der ehemalige Mitarbeiter jedoch hatte sich verschuldet und hatte Schwierigkeiten, sein Geschäft aufzubauen.

Deshalb sollte jeder Unternehmer zwei ganz wichtige Dinge beachten. Erstens ist es nicht möglich, ein nachhaltig erfolgreiches Unternehmen ohne ein Team aufzubauen. Ich verwende dafür den Ausdruck „MYTOP Theory.“ MYTOP steht für „Multiply Yourself Through Other People.“ Damit meine ich, dass Sie Ihren Betrieb vergrößern sollten, indem Sie andere Personen einstellen.

Zweitens gibt es auf dieser Welt überall Menschen, die immer mal wieder gegen ethische Grundsätze verstoßen. Und einer davon könnte eines Tages für Sie arbeiten. Dieses Risiko besteht bei jeder Unternehmensgründung. Es gibt jedoch ein paar Dinge, die Sie tun können, um Ihr Unternehmen zu schützen.

Machen Sie Ihre Firma zu einem Ort, an dem die Leute gerne arbeiten. Schaffen Sie eine Atmosphäre, in der die Mitarbeiter eigenverantwortlich handeln können und in der das Arbeiten Spaß macht. Geben Sie Ihren Mitarbeitern die Möglichkeit, vom Unternehmensgewinn zu profitieren. Wenn Ihre Angestellten das Gefühl haben, Teil des Erfolgs zu sein, werden sie Ihrer Firma eher treu bleiben. Mitarbeiter, die wissen, dass sie ein wichtiger Teil des Geschäfts sind, sehen wenig Anreiz, zu gehen.

Bitten Sie Ihre Mitarbeiter, eine Verschwiegenheitsvereinbarung zu unterschreiben – als Voraussetzung für die Anstellung. Dauer und Umfang von Wettbewerbsverboten sollten angemessen sein. Sie können niemandem verbieten, sich seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Solche Verbote sollten nur soweit gehen, wie es für den Schutz ihres Unternehmens nötig ist. Wie weit Wettbewerbsverbote gehen dürfe, hängt vom jeweiligen Rechtssystem ab. Lassen Sie sich deshalb am besten von einem Wirtschaftsanwalt beraten.

Manch einer glaubt, dass Wettbewerbsverbote nicht viel bringen. Doch ich bin der Meinung, dass sie das Risiko eindämmen. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Mitarbeiter abspringt, um zur Konkurrenz zu wechseln oder sich selbständig zu machen, wird geringer. Sobald der Mitarbeiter das Dokument unterzeichnet, wird er sich bewusst, dass geschäftsschädigendes Verhalten sehr ernste Folgen für ihn haben kann. Hätte mein Vater seinen Mitarbeiter gebeten, ein Wettbewerbsverbot zu unterzeichnen, hätte er es nicht gewagt, ein Konkurrenzunternehmen im gleichen Bezirk aufzubauen. Wir haben damals eine wichtige Lektion gelernt.

How to Keep Employees from Becoming Competitors (Wie können Sie als Unternehmer verhindern, dass Ihre Mitarbeiter zur Konkurrenz übergehen) wurde auf www.susansolovic.com veröffentlicht und wird hier mit freundlicher Genehmigung der Autorin erneut publiziert.

Über Susan Wilson Solovic

Susan Wilson Solovic, in den USA als „THE Small Business Expert“ bekannt, ist eine Medienpersönlichkeit, gefragte Keynote-Rednerin und Anwältin. MoneyTransferComparison.com zeichnete Solovic kürzlich mit einem Business Excellence Award 2015 aus. Die Dunn & Bradstreet Credibility Corporation würdigte sie als eine ihrer Top Small Business Influencers 2015. Von SAP wurde sie zu den Top 10 der „Top 51 Potential Human Influencers“ ernannt und sie rangiert ständig unter den Top 5 der „Top 100 Small Business Experts to Follow on Twitter.“ Als Expertin für kleine Unternehmen tritt sie regelmäßig in verschiedenen Sendungen auf wie Fox Business, Fox News, The Wall Street Journal’s Lunch Break, MSNBC, CNN, und CNBC. Folgen Sie ihr auf Twitter unter @SusanSolovic

 

Bildquelle: Shutterstock

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