Von Konsumgütern zu Konsumentenerfahrung

Wer in der Konsumgüterbranche seinen Kunden einen Mehrwert bietet, hat auch zukünftig gute Chancen, sich am Markt zu behaupten.

Angesichts neuer Herausforderungen befindet sich die Konsumgüterindustrie im Umbruch. Neue Wettbewerber ohne Anlagevermögen oder große Investitionen stellen die stärkste Bedrohung dar. Denn diese Unternehmen definieren die Grenzen des Wettbewerbs komplett neu. Durch Geschwindigkeit und Agilität nehmen sie etablierten Unternehmen Marktanteile weg.

Ebenso erobern Unternehmen mit abonnementbasierten B2C-Modellen Marktanteile. Diese fokussieren sich auf die Einbindung des Konsumenten und sind deshalb so erfolgreich, weil sie datengestützte personalisierte Erfahrungen und Mehrwert bieten. Für viele Konsumenten sind diese Ergebnisse wichtiger als der Preis und die Verfügbarkeit physischer Produkte im Regal der Filiale.

Neue Möglichkeiten

Konsumgüterunternehmen stehen vor der Herausforderung, ihren Kunden zusätzlich zu den Verbrauchsgütern einen Mehrwert zu bieten. Da sich die Produkte aber selbst immer mehr angleichen, verlagert sich der Fokus auf das Erlebnis mit dem Produkt. Qualität, Preis, Nutzen und Komfort sind daher nicht mehr die einzigen Unterscheidungsmerkmale. Ein Erlebnis, das dem Verbraucher Spaß macht und Vertrauen, Kontrolle und Sicherheit vermittelt, ist, obwohl weniger greifbar, derzeit der wichtigste Faktor.

Doch was genau wünschen sich die Konsumenten? Persönliche, relevante und unkomplizierte Erlebnisse, die ihnen das Leben erleichtern. Einkaufen sollte nahtlos sein, die Technologie unsichtbar. Datenschutz, Sicherheit und Vertrauen werden dabei vorausgesetzt und gewährleistet. Die Konsumenten wollen dabei aber nicht zum Kauf verleitet oder beeinflusst werden: Sie möchten vielmehr inspiriert, geführt und umfassend informiert sein. Belohnt werden die Unternehmen, die dies ermöglichen.

Integration eines Omnichannel-Marktplatzes

Viele etablierte Unternehmen fühlen sich von den dramatischen Veränderungen am Markt überfordert. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, stehen sie vor der Aufgabe – von Kundeneinbindung bis hin zu operativem Betrieb und Produktinnovation – alles zu transformieren. Vereinfacht gesagt, müssen sie sich neu erfinden und innovativ sein, um ihren Marktanteil aufrechtzuerhalten – und im Idealfall zu erhöhen.

Digitale und Direktvertriebsmodelle wie Dollar Shave Club – jetzt Teil von Unilever – haben die Konsumgüterunternehmen in die Lage versetzt, herkömmliche Annahmen im operativen Geschäft zu hinterfragen. Gesucht sind ein integrierter Ansatz im Marketing sowie neue Konsumentenmodelle. Großunternehmen wie Amazon und Walmart haben bereits ihre Logistikmechanismen, Kundenerwartungen und Plattformen auf den Kopf gestellt.

Mittlerweile ist die Konsumgüterindustrie eine Omnichannel-Industrie, die folgende wichtige Komponenten umfasst:

  • Physische Filialen
  • E-Commerce
  • Neue Modelle, einschließlich In-App-Käufe
  • In Medien integrierte, interaktive Produktinformationen, z. B. Video
  • Direktkäufe über soziale Medien

Die Magie des Augenblicks

Neue Marktteilnehmer und wandlungsfähige etablierte Unternehmen definieren Geschäftsmodelle, Geschäftsprozesse und sogar die Arbeit selbst neu. Das Ziel: Neue Wachstumsfaktoren schaffen, die auf der Fähigkeit beruhen, Chancen in Schlüsselmomenten zu nutzen:

  • Konsumentenmomente: Direktes und persönliches Ansprechen von Konsumenten beim Entstehen eines Bedarfs. Die Unternehmen erreichen dies über digitale Kanäle, etwa in sozialen Netzwerken mit Commerce-Unterstützung, in Smart Homes und intelligenten Autos sowie an intelligenten Regalen.
  • Kundenmomente: Fördern des Kategoriewachstums, Erhöhen der Verkaufsgeschwindigkeit und Sicherstellen der Regalverfügbarkeit. Dies lässt sich durch die digitale Zusammenarbeit mit Einzelhändlern und Vertriebspartnern umsetzen. Angestrebt werden eine Vereinfachung und Straffung des Handels sowie Echtzeitreaktionen auf dynamischen Bedarf.
  • Marktmomente: Zügiges Reagieren bei erheblichen Marktveränderungen, um neue Chancen zu nutzen. Dazu gehört die Risikominimierung durch agile, flexible Abläufe und Geschäftsprozesse, die je nach Bedarf gekoppelt oder entkoppelt werden können. Es ist dabei von entscheidender Bedeutung, neue Lieferanten zu finden, zielführende Werbeaktionen vorzuschlagen und Prognosen automatisch zu optimieren sowie Kapazitätspläne an den künftigen Bedarf anzupassen.

Wie nutzen Unternehmen diese Momente für sich? Durch die Entwicklung innovativer Lösungen, die den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg ausmachen. Das digitale Unternehmen ist eine Möglichkeit für Wachstum und Entwicklung. Führende Unternehmen nutzen neue Möglichkeiten durch die Erfüllung von Ad-hoc-Bedarfen. Die Zielsetzung lautet: schneller, besser und günstiger als zuvor. So fördern Unternehmen nachhaltiges, profitables Wachstum.

Nächste Schritte

Eine echte Transformation erfordert mehr als schrittweise Verbesserungen, sie erfordert fundamentale Veränderungen. Erfahren Sie im Whitepaper „Schnellere digitale Transformation in der Konsumgüterindustrie“ mehr darüber, wie Unternehmen Innovationen entwickeln und Integrationen vornehmen und skalieren können.