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Konzerne und Start-ups begegnen sich auf Augenhöhe

Feature | 19. September 2017 von Jeanette Rohr 13

Damit Innovation gelingen kann, sind Konzerne darauf angewiesen, gemeinsam mit Start-ups an neuen Geschäftsmodellen und Produkten zu arbeiten. Umgekehrt profitieren Start-ups immens von der Erfahrung und Expertise großer Unternehmen. Als „Start-up Crashkurs für Corporates“ brachte das NKF-Summit am 8. September in Berlin 250 Konzerne und 220 Start-ups zusammen – gesponsert von SAP.

Das SAP.iO Startup Programm fördert Startups bei der Entwicklung und Bereitstellung innovativer Lösungen für SAP Kunden.

In Live-Webinaren werden verschiedene Lösungen vorgestellt, die aktuelle Technologietrends aufgreifen und die digitale Transformation unserer Kunden unterstützen.

Live-Webinare des SAP.iO Startup Programms:

Unternehmen müssen agil bleiben im Zeitalter von exponentiellem Wachstum 

Derzeit kann man einen regelrechten Boom von Innovationsschmieden erkennen, in denen Konzerne und der öffentliche Sektor mit Partnern und Start-ups neue Ideen ausprobieren. Da ist die Rede von Hubs, Labs, Inkubatoren und Acceleratoren. Daimler hat sie. Audi hat sie. Die Bundeswehr hat sie.

Auch beim ehemaligen Tech-Start-up SAP, das es seit seiner Gründung 1972 auf 87.000 Mitarbeiter weltweit gebracht hat, macht man sich Gedanken darüber, wie man agil bleiben kann und was das für einen großen Konzern bedeutet. Martin Heinig, COO von SAP Labs Berlin, drückte es auf dem NKF-Summit so aus: „SAP ist ein Tanker, der auch bei hohen Wellen wie der Finanzkrise nicht vom Kurs abkommt.“ Die größere Herausforderung sind potenziell disruptive Technologien und Geschäftsmodelle, die große Konzerne wie SAP in der Regel nicht in derselben Geschwindigkeit adaptieren oder entwickeln können wie Start-ups. Das ist eine Frage der Vorsicht.

“Die Wände des Tankers wirken auch nach innen,“ sagte Heinig. „Wenn wir neue Ideen haben, neue Technologien ausprobieren möchten, dann gibt es innerhalb des Konzerns starke Tendenzen, das erst einmal abzuwehren – nicht zuletzt aus Angst vor Fehlern.“

Fehler gehören dazu, wenn man neue Dinge ausprobieren möchte. Doch wie sollte ein großer Konzern sich leisten können, Fehler zu machen? Konzerne skalieren gut, das gilt auch für ihre Fehler. Wenn 4000 Mitarbeiter ein Jahr lang am Aufbau einer Sparte ohne Zukunft arbeiten, würde dies das Ende für einen Konzern bedeuten.

Den Tanker mit dem Speedboat vereinen

SAP suchte daher nach neuen Ansätzen, um Ideen austesten zu können. „Die Überlegung war, wie kommen wir zu einem Speedboat, dessen Kurs sich schnell korrigieren lässt?“, sagte Martin Heinig. Mit mehreren Standorten im Großraum Berlin-Potsdam vertreten, setzt SAP deshalb zunehmend auf die Zusammenarbeit mit wendigen Start-ups, um die Geschäftsmodelle von morgen auf Kurs zu bringen und innovative Produkte aus der Taufe zu heben.

Neben Internet der Dinge und Machine Learning, für die bereits Acceleratoren in Berlin eingerichtet wurden, setzt SAP weitere Schwerpunkte, die für Start-ups relevant sind und mit denen sich in Berlin viele Start-ups beschäftigen – etwa Blockchain, Healthcare und Future of Work. Martin Heinig betonte: „Wir möchten nicht nur vom Ökosystem hier in Berlin profitieren, sondern wir wollen Teil davon sein und es aktiv mitgestalten.“

Start-ups brauchen Venture Capital, aber auch Knowhow

Über mangelndes Interesse seitens etablierter Firmen an ihrem Tun können Start-ups sich derzeit also nicht beschweren – und alles spricht dafür, dass dies auch so bleiben wird. Von einem „War for Start-ups“ war auf dem NKF-Summit gar die Rede. Damit ist gemeint, dass es kein Selbstläufer für Unternehmen ist, erfolgversprechende Start-ups für gemeinsame Projekte zu gewinnen. Potenziellen Unicorns, also Start-ups mit einer Marktbewertung von einer Milliarde US-Dollar oder mehr, stehen alle Türen offen.

Deshalb genügt es auch nicht, wenn Firmen Funding in Aussicht stellen. Nach wie vor ist es in Deutschland schwieriger, an Venture Capital zu kommen als beispielsweise in den USA. Grundsätzlich ist Kapital jedoch vorhanden. Wichtig ist, dass es nicht allein kommt, sondern im Paket mit Marktzugang, Kunden und Technologie.

Eine Zusammenarbeit kann eine Win-Win-Situation für beide Seiten sein, denn auch Unternehmen können sich von Start-ups viel abschauen. „Ich glaube, dass Unternehmen von Start-ups genauso viel lernen können wie umgekehrt,“ sagte Martin Heinig. „Wir können feststellen, an welchen Trendthemen Start-ups gerade arbeiten. Aber auch wie sie das tun kann Inspiration für uns sein, denn es gibt immer Probleme, die nach unkonventionellen Lösungen verlangen.“

SAP im Berliner Ökosystem

SAP bietet Startups verschiedene Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Diese reichen vom Sponsoring von Events wie dem NKF-Summit, um miteinander ins Gespräch zu kommen, über die unterschiedlichsten Arten von Investments bis hin zu M&A Transaktionen, um aufstrebende Talente zu gewinnen.

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SAP betreibt mehrere Inkubatoren und Acceleratoren rund um den Globus, beispielsweise in San Francisco und Tel Aviv. In Berlin konzentriert man sich derzeit auf die Themen Internet der Dinge und maschinelles Lernen. Der IoT-Accelerator im Data Space Berlin bringt Start-ups im IoT-Umfeld, die in ihrem Lebenszyklus bereits etwas fortgeschritten sind, mit SAP zusammen, um die Möglichkeiten einer gemeinsamen Value Proposition zu eruieren. Die Start-ups haben so die Möglichkeit, eine Plattform oder Technologie von SAP für die Entwicklung neuer Produkte zu nutzen, werden aber auch durch Experten von SAP-Seite unterstützt.

In Partnerschaft mit Techstars wurde am 12. September SAP.iO Foundry, Powered By Techstars Accelerator, ein Accelerator für Machine Learning, eröffnet. Zehn Start-ups wurden für ein 13-wöchiges Programm ausgewählt, das ihnen nicht nur zu einem Co-Working Space in Berlin Mitte verhilft, sondern ihnen auch Mentoren von SAP und deren Partner Techstars zur Seite stellt. Diese werden mit den jungen Gründern ganz gezielt am Nutzenversprechen ihres Start-ups arbeiten.

Srinath Akula, CEO von praktice.ai, einem Start-up, das für den SAP.iO Accelerator ausgewählt wurde und Workflows in Krankenhäusern durch interaktive Künstliche Intelligenz und Spracherkennung optimieren will, sagte: „Insbesondere für Go-To-Market-Strategien sind wir auf erfahrene Mentoren angewiesen. SAP hat die nötige Expertise, wenn es darum geht, Kunden zu überzeugen, und davon wollen wir lernen.“

Erfahren Sie mehr über die Initiativen von SAP mit Startups.

 

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