Kooperation und Wettbewerb

Feature | 12. Mai 2004 von admin 0

Die Zero 1 AG, ein schweizerischer Anbieter von mySAP-All-in-One-Lösungen, erhielt 1998 die technische SAP-Zertifizierung und wurde im Jahr 2002 als Reseller und Implementierer der Lösungen von SAP zertifiziert. Das Unternehmen, das weltweit über vier Standorte verfügt, verzeichnet ein jährliches Umsatzwachstum von durchschnittlich 20 Prozent.
Die von Zero 1 entwickelte mySAP-All-in-One-Lösung „zLab“ wurde für die Schweiz entwickelt und soll später auch auf dem gesamten europäischen Markt eingeführt werden. Das Unternehmen hat zudem mySAP-All-in-One-Lösungen des deutschen SAP Business Partners All for One, die speziell für die verarbeitende Industrie und das Dienstleistungsgewerbe konzipiert wurden, an den schweizerischen SMB-Markt angepasst. Die Entwicklung und der Erwerb der mySAP-All-in-One-Lösungen war für Zero 1 mit einer Investition von schätzungsweise rund einer Million Euro verbunden. Im Rahmen einer gemeinsamen Kampagne mit SAP und IBM werden auch noch andere SMB-Pakete angeboten, wie zum Beispiel Finanzierungsmöglichkeiten mit IBM Global Finance.

Termingerechter Start

Bei einer Implementierung für die Swisstronics AG lautete die entscheidende Zielvorgabe für Zero 1, „SAP mit allen Modulen innerhalb von vier Monaten zum Laufen zu bringen“, erinnert sich Zero-1-CEO Bruno Schmid. Der Chiphersteller Swisstronics entstand, als Siemens Schweiz den Geschäftsbereich für die Fertigung elektronischer Bauteile an eine Gruppe von Investoren verkaufte. Zu den Bedingungen dieser Ausgliederung gehörte, dass das neue Unternehmen am Tag der eigentlichen Verkaufstransaktion, dem 1. Mai, über eine eigene, funktionstüchtige ERP-Lösung verfügen musste.
Das Projekt lief Anfang Januar an. Anfang Februar waren dank der von Zero 1 bereitgestellten mySAP-All-in-One-Vorlage bereits die Geschäftsprozesse, Schnittstellen und Migrationspfade definiert. Die künftigen Anwender wurden gleichzeitig auf dem Testsystem von Swisstronics geschult. Die Osterferien wurden für das Projektteam gestrichen. Ende April konnte das System dann wie geplant dem Produktivbetrieb übergeben werden.
Zero 1 pflegt die SAP-Systeme für Swisstronics im Rahmen eines Systemmanagementvertrags. Diese Konstellation garantiert laut Schmid eine stabile und zuverlässige Systemumgebung bei möglichst niedrigen Betriebskosten.

Partner und Konkurrent

SAP verfügt in der Schweiz über einen großen Kundenstamm und bietet Zero 1 einfachen Zugang zu diesen Kunden sowie auch zu den SAP-Experten, so Schmid. Gleichzeitig sieht Schmid zwischen beiden Unternehmen aber auch ein gesundes Maß an Wettbewerb. „SAP-Partner zu sein bedeutet, dass man Informationen zur gemeinsamen Nutzung offen legen muss – selbst wenn die Gefahr besteht, dass SAP diese Informationen nehmen und zu Konkurrenzzwecken nutzen könnte“, räumt er ein. Doch er hält ein gewisses Maß an Wettbewerb nicht für störend – im Gegenteil, es helfe dem Unternehmen, sich voll und ganz auf den jeweiligen Auftrag zu konzentrieren. Und die Tatsache, dass Zero 1 im selben Gebäude sitzt wie SAP, könne den kooperativen Bemühungen sicherlich auch nicht schaden.
„Wir bieten Dienstleistungen an. Deshalb müssen wir diese Dienstleistungen rund um einen Partner aufbauen, der innovativ, kreativ und zuverlässig ist“, führt Schmid weiter aus. SAP sei einer der wenigen Hersteller, der über Branchenkenntnisse im SMB-Markt verfüge und in der Lage sei, durch seine Marketing-Aktionen Nachfrage zu generieren. SAP biete investitionssichere Lösungen, die Spitzentechnologie mit Know-how kombinieren. „Jedes erfolgreiche mittelständische Unternehmen muss SAP-Lösungen in die engere Wahl ziehen. Die Funktionalität ist sehr gut, und der Preis ist attraktiv und flexibel“, so Schmid.

Präsenz im Markt

Zero 1 hat seine Präsenz im SMB-Markt durch Direktmarketing-Kampagnen verbessert. Der Walldorfer Softwareanbieter ermöglicht es Zero 1 zudem, durch das SAP-Partner-Netzwerk mit anderen Partnern wie zum Beispiel IBM zusammenzuarbeiten. Obwohl Zero 1 die Ansicht vertritt, dass die SAP-Schulungen recht teuer sind, machen sie sich in der Regel doch bezahlt.
„Eine Partnerschaft ist eine Investition, denn man muss die Berater schulen und zertifizieren lassen“, erläutert Schmid. „Wenn der Partner neue Produkte auf den Markt bringt, muss man sich das entsprechende Know-how aneignen. Dieses Know-how kostet Geld.“ Doch die Investition in Schulung und Zertifizierung macht das Unternehmen nicht nur wettbewerbsfähiger, sondern kommt auch seinen Mitarbeitern zugute. Bei Zero 1 sind dies 60 Consultants, die alle über mindestens drei bis vier Jahre SAP-Erfahrung und entsprechende Ausbildungen verfügen.
„Derzeit sind viele Beschäftigte unsicher im Hinblick auf ihre berufliche Zukunft“, so Schmid. „In diesem äußerst wettbewerbsintensiven Umfeld ist es wichtig, dass sie Teil eines guten, soliden Netzwerks sind. Unsere Mitarbeiter sind der Überzeugung, dass SAP ihnen dieses sichere Netzwerk bieten kann.“
Chancen auf erfolgreiche Projekte seien laut Schmid immer noch ausreichend vorhanden, es sei nur schwieriger, an sie heranzukommen: „Wir merken, dass sich der Verkaufszyklus geändert hat. Daher müssen wir mehr Wert auf die Verkaufsbemühungen legen als je zuvor. SAP unterstützt uns beim Vertrieb.“ Und dieses Maß an taktischem Support wird nach Überzeugung von Schmid auch künftig unvermindert fortbestehen.

Derek Davis

Derek Davis

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