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Kühlen Kopf bewahren

Blog | 11. November 2015 von Peter Hasmann 0

#SAPLIVEBLOG Kurz vor dem Ende des zweiten Integrationstests noch schnell neue Anforderungen umzusetzen, ist selten eine gute Idee. Da hilft nur eine klare Priorisierung von Beginn an.

Dass die Lösung technisch funktioniert, wissen wir von den meisten Prozessen bereits seit dem ersten Integrationstest. Doch jetzt zeigt sich, ob die einzelnen Funktionen, die für sich tadellos laufen, auch über die gesamte Prozesskette hinweg fehlerfrei einsetzbar sind. Denn für den zweiten Integrationstest haben wir vom Artikelstamm über Stücklisten bis hin zu Preislisten die Stammdaten migriert und ein Berechtigungskonzept integriert.

Augenmerk auf Organisations- und Medienbrüche

Die Erfahrung zeigt, dass Stammdaten oft nicht so perfekt aufbereitet sind, wie man sich das wünscht und noch nachgearbeitet und geschärft werden müssen. Auch die Berechtigungen, also die Autorisierung für Zugriffe auf die erforderlichen Daten und Bereiche, funktionieren oft nicht in allen Details. Wie die Erfahrung auch zeigt, entstehen zusätzliche Anforderungen die etwa die Usability und den Funktionsumfang betreffen – so auch bei Ottakringer.

Beispielsweise gibt es immer wieder Ware, die intern von einer Betriebsstätte zur nächsten umgelagert wird. Obwohl es gar nicht nötig wäre, wird dabei auch das mit der Ware verbundene Leergut berücksichtigt. Abgänge und Zugänge werden also verbucht, obwohl kein externer Kunde oder Lieferant an dem Prozess beteiligt ist. Dieser Prozess funktioniert technisch einwandfrei, ließe sich aber mit deutlich schlankerem Umfang abbilden. An dieser Anforderung sind wir gerade dran.

Generell müssen wir ein besonderes Augenmerk auf Organisations-, System- oder Medienbrüche haben. Aktuell werden die Prozesse ja von den Key-Usern oder unseren „Arbeitspaketleitern“ gemacht. Doch müssen wir auch die Mitarbeiter berücksichtigen, die die geänderten Prozesse verstehen und damit umgehen können müssen. Ein weiteres Thema: Gibt es vor- oder nachgelagerte Anwendungen (wie in der Vergangenheit im Altsystem), die im neuen System nicht mehr nötig sind und ist der Informationsfluss dennoch sichergestellt? All das müssen wir prüfen.

Nichts geht über eine klare Priorisierung

Wir werden sicher noch die eine oder andere Überraschung erleben und auch noch neue Anforderungen bekommen. Für diese Nachzügler haben wir extra noch eine Woche in der acht Wochen dauernden Phase des zweiten Integrationstests vorgesehen. Bei Kleinigkeiten werden wir den Test nach erfolgter Anpassung fortsetzen, bei größeren Eingriffen machen wir das Testszenario dann noch mal von vorne. Wichtig ist jetzt – so kurz vor Ende der Implementierung -, dass nicht mit Gewalt noch schnell jede neue Anforderung umgesetzt wird. Da geht nichts über eine klare Priorisierung. Nur jene Anpassungen , die einen besonderen Mehrwert bieten und nicht zu riskant für das Gesamtprojekt sind, sollten noch vor dem Go Live berücksichtigt werden. Wir wollen ja nicht auf die letzten Meter noch einen Show-Stopper erleben.

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