Kunden, Partner und SAP entwickeln gemeinsam Industrie-spezifische Enterprise Services

Feature | 17. Mai 2006 von admin 0

Die Ergebnisse sollen Unternehmen helfen, durchgängige Lösungen zu entwickeln, die kostenintensive Integrationsprojekte zwischen Partner- und SAP-Angeboten durch die Verwendung von Enterprise Services überflüssig machen. Dadurch können Kunden ihre Investitionen in SAP-Lösungen optimal nutzen, den Einsatz ihrer IT-Systeme optimieren und gleichzeitig Risiken verringern. Die Ankündigung erfolgte auf der internationalen Kundenkonferenz SAPPHIRE ’06 , die vom 16. bis 18. Mai in Orlando stattfindet.
“Wir glauben, dass ein dynamisches Ecosystem aus Partnern, Kunden und der SAP mehr Innovation erreichen kann als jedes Unternehmen für sich alleine”, kommentiert Jim Hagemann Snabe, General Manager, Industry Solutions bei SAP. “Wir schaffen solch ein Ecosystem, indem wir Partner dafür gewinnen, gemeinsam mit der größten Community von Unternehmenskunden Co-Innovation zu verwirklichen. Die Erweiterung unserer IVN-Initiative erlaubt es Kunden der Konsumgüterbranche, der Hightech-Industrie, dem öffentlichen Sektor und dem Handel, unser Partner-Ecosystem für die Steigerung ihrer Innovationskraft und Produktivität zu nutzen.”
Für Partner wie unabhängige Softwareanbieter und Systemintegratoren, deren Lösungen mit “Powered by SAP NetWeaver” zertifiziert sind und die sich stärker auf Branchenanforderungen fokussieren wollen, bieten Industry Value Networks eine Reihe von interessanten Möglichkeiten. Außerdem können IVN-Mitglieder an der neu gegründeten Enterprise Services Community von SAP teilnehmen und an der Definition von industriespezifischen Enterprise Services mitwirken. Ergebnisse dieser Zusammenarbeit können etwa in zukünftige SAP xApp Composite Applications einfließen.
“Gut strukturierte Partnernetzwerke verschaffen Anbietern eine Reihe von Vorteilen gegenüber traditionellen Partnermodellen”, erläutert Stephen Graham, Group Vice President, Global Software Business Strategies, IDC. “Die Industry Value Networks von SAP bilden eine wichtige Basis für ein neuartiges Kooperationsmodell, das Kunden, Dienstleister und Technologieanbieter verbindet.” SAP hat bislang sechs IVN etabliert, unter anderem für Finanzdienstleister und die chemische Industrie. SAP beabsichtigt, diese Initiative noch im Laufe des Jahres auf weitere Industrien auszudehnen.

IVN for Consumer Products

Die Mitglieder des Branchenforums für die Konsumgüterindustrie entwickeln gemeinsam Lösungen und Integrationsszenarien für zentrale Branchenanforderungen, wie zum Beispiel für Lebensmittelsicherheit und Rückverfolgung von Fleischprodukten, Wein- und Spirituosenverwaltung sowie die Einhaltung gesetzlicher und betrieblicher Richtlinien (Compliance). Lebensmittelsicherheit ist eines der zentralen Themen der Konsumgüterbranche. Fehlende Transparenz in der Lieferkette zu bestimmten Zeitpunkten des Ernteprozesses lässt etwa sofort einen Großteil der Feldfrüchte verderben. Dies führt jedes Jahr wieder zu extrem hohen Schäden. Verluste durch teure Produktrückrufaktionen können pro Fall schnell in die Millionen gehen. Die Fälschung von Markenprodukten in der Lebensmittelbranche führen inzwischen sogar zu jährlichen Verlusten in zweistelliger Milliardenhöhe.
TraceTracker, ein norwegischer Anbieter von Software zur Dokumentation und Rückverfolgung von Lebensmitteln, hat sich der Fokusgruppe angeschlossen, um Kunden ein umfassendes Lösungsangebot für die internationale Rückverfolgbarkeit und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben zu bieten sowie Lebensmittelsicherheit und Markenschutz zu gewährleisten. “SAP ist der ideale Partner für die Schlüsseltechnologien von TraceTracker”, erklärt Knut Jorstad, Präsident und Gründer von TraceTracker. “SAP ist ein wirklich globales Unternehmen, das bei der fortschreitenden Globalisierung die erforderliche Dynamik und Einstellung gegenüber Corporate Social Responsibility zeigt. Wir arbeiten eng mit dem SAP-Geschäftsbereich für Konsumgüter zusammen: Gemeinsam entwickeln wir Lösungen für die Anforderungen unserer Kunden und helfen ihnen, unternehmensrelevante Informationen weltweit zu koordinieren.” Zu den ersten Mitgliedern des IVN for Consumer Products zählen neben TraceTracker Unternehmen wie Conformia, Invensys, OR Soft, SmartOps, Softproviding.net und Vistex.

IVN for HighTech

Die Fokusgruppe IVN for HighTech adressiert die spezifischen Bedürfnisse von Herstellern der Hochtechnologiebranche. Die Teilnehmer entwickeln Lösungsansätze für die Bereiche Fertigungsabwicklung, Übereinstimmung mit Auflagen (Product Compliance) sowie das Preis- und Servicematerial-Management. Vor dem Hintergrund des hohen Outsourcing- und Offshoring-Anteils in der Wertschöpfungskette spielt für Hightech-Hersteller etwa die Fertigungsabwicklung eine zentrale Rolle für den Unternehmenserfolg. Den Unternehmen fehlen häufig die Voraussetzungen, unvorhergesehene Ereignisse bei der Fertigung schnell zu erkennen und sofort darauf zu reagieren. Die US-amerikanische Visiprise hat gemeinsam mit dem IVN for HighTech eine „Powered by SAP NetWeaver“ zertifizierte Lösung für eine optimierte Auftragsabwicklung erstellt. Dafür werden der gesamte Fertigungsprozess überwacht und unvorhergesehene Ereignisse sofort indiziert. Zentrum der Lösung ist ein Dashboard für das Management der Produktionsleistung.
“Wir haben eine beträchtliche Anzahl gemeinsamer Kunden im Hightech-Markt, zu denen OEMs (Original Equipment Manufacturers), Auftragsproduzenten und Hersteller medizinischer Geräte gehören”, erklärt Sean McCloskey, CEO von Visiprise. “Die nun verfügbare End-to-End-Lösung für Hightech-Unternehmen ist genau das, was unsere Kunden gefordert haben.” Die anderen Partner des SAP IVN for HighTech sind Accenture, Bristlecone, MCA Solutions, Technidata und Vendavo. Weitere potenzielle Mitglieder werden derzeit angesprochen, um Lösungen für zusätzliche Unternehmensprozesse in der Hightech-Industrie zu entwickeln.

IVN for Public Sector

Die Mitglieder im Branchenforum IVN for Public Sector werden sich auf die Entwicklung von Lösungen konzentrieren, die Verwaltungen, öffentliche Auftraggeber und Organisationen bei der Steuer- und Einnahmeverwaltung unterstützen. Veraltete IT-Systeme, mangelnde Integrationsfähigkeit neuer Steuerverwaltungslösungen mit anderen Systemen und der steigende Bedarf nach hochwertigen Dienstleistungen stehen im Mittelpunkt der Optimierungen. Weltweit ersetzten öffentliche Einrichtungen kostspielige Altsysteme sowie speziell gefertigte Software und suchen nach flexiblen, integrierten Lösungen, um ihre IT-Umgebung jederzeit an veränderte Steuergesetzte und Rechtsvorschriften anpassen zu können. Dem Branchenforum gehören Accenture, BearingPoint, Deloitte, EAI, ESRI, Hewlett-Packard, ILog, Realtime, RuleBurst, TATIS und WindStar an. Die Gruppe wird sich auch mit der Entwicklung von Lösungen befassen, die Kunden in den Bereichen Inkasso-Management, Grenzkontrollverfahren und bei der Verwaltung von Grundsteuern unterstützen sollen. Weiter Projekte beziehen sich auf Richtlinien und Verordnungen sowie integrierte Steuern und analytische Anwendungen.
RuleBurst ist ein international tätiges, australisches Softwareunternehmen mit Lösungen für das Management von Geschäftsregeln, Geschäftsrisiken und Compliance-Prozessen. Der Anbieter ist dem IVN for Public Sector beigetreten, um eine zusammengesetzte Anwendung (Composite Application) zur Automatisierung von Geschäftsprozessregeln zu entwickeln, die Kunden aus dem öffentlichen Sektor bei der Verwalten komplexer Richtlinien und Auflagen unterstützt. “Mit der Wahl einer SAP-Lösung für das Steuer- und Einnahmemanagement können Kunden von der umfassenden SAP-Expertise profitieren, die auch in Unternehmenslösungen für die größten Behörden eingeflossen sind”, bestätigt Surend Dayal, CEO von RuleBurst Limited. “RuleBurst ermöglicht den Geschäfts- und Strategieexperten dieser Behörden die schnelle Erweiterung von SAP-Geschäftsprozessen, damit diese mit veränderten Gesetzeslagen, Regulierungen und Verwaltungsvorgaben kontinuierlich Schritt halten können. SAP und RuleBurst bieten gemeinsam hochdynamische Anwendungen für automatisierte Geschäftsprozesse. Mitarbeiter können so präzise, einheitliche und nachprüfbare Entscheidungen treffen.”
Auch Accenture hat sich der Fokusgruppe für den öffentlichen Sektor angeschlossen und entwickelt eine SAP xApp Composite Application, die Steuerbehörden bei der Bewältigung komplexer Anforderungen im Bereich der Steuereinnahmen unterstützen soll. Die Lösung integriert sämtliche Funktionen eines Steuerverwaltungsprogramms einschließlich der Kontenführung von Steuerzahlern, Korrespondenz, dem Fall- und Kontaktmanagement, Business Intelligence und Einnahmebilanzierung. Die Accenture Rapid Revenue Solution basiert auf SAP-Anwendungen für das Steuer- und Einnahmemanagement. Sie verbindet Accentures Branchenexpertise aus über 20 globalen Lösungseinführungen im Bereich der integrierten Steuerverwaltung mit dem SAP-Know-How aus weltweit mehr als 1.600 Projekten in diesem Segment.
“Steuerbehörden müssen heutzutage ihre Technologien und Geschäftslösungen mit ihrer strategischen Planung in Einklang bringen, um besseren Service und steigende Einnahmen zu erzielen, ohne die Betriebskosten zu erhöhen”, erklärt Ann Rettie, Managing Director, Revenue and Customs bei Accenture. “Die Accenture Rapid Revenue Solution erhöht den Nutzen für die Anwender und reduziert die Kosten und Risiken für die Behörden. Als Teil des IVN for Public Sector werden wir in enger Zusammenarbeit mit SAP, unseren Kunden und ISV an Co-Innovationen arbeiten, um so umfassende Branchenlösungen für Steuer- und Finanzbehörden auf Basis einer offenen Plattform anzubieten.”
“Deloitte setzt als Gründungsmitglied dieses Branchenforums die langjährige Partnerschaft mit SAP fort”, betont Alan Krasner, Principal bei Deloitte Consulting. “SAP und Deloitte arbeiten seit 1999 bei einer Lösung für Steuer- und Einnahmenmanagement zusammen, die erstmals in der Finanzbehörde von Florida eingeführt wurde und unter anderem Softwarekomponenten für Business Warehouse und CRM umfasst. Die erzielten Einsparungen übertreffen dabei die Betriebskosten der Finanzverwaltung. Mit dem IVN verfügt SAP über ein stabiles Kooperationsmodell, um ihre Marktposition als Anbieter von umfassenden, standardisierten Geschäftslösungen weiter auszubauen.”

IVN for Retail

Mitglieder des IVN for Retail, dem Branchenforum für den Handel, erstellen gemeinsam Lösungen, die sich mit industriespezifische Aufgaben rund um das Filial- und Multi-Channel-Management befassen. Im Mittelpunkt stehen die Integration von Point-of-Sale-Lösungen, die Einbindung von mobilen Endgeräte wie Handhelds sowie von Kiosksystemen ins Backend, Kundenbindungsprogramme und die Analyse von Kundendaten. In Zusammenarbeit mit HP arbeitet diese Fokusgruppe an Lösungen für die zeitnahe und zuverlässige Bereitstellung relevanter Geschäftsinformationen von der Handelszentrale bis zur Filialebene, etwa den Ergebnissen von Produktpromotionen oder Daten zur Preisgestaltung.
“Informationen sind ein kritischer Erfolgsfaktor für Einzelhändler, weil sie Auskunft über Kundennähe, Zufriedenheit und Verbraucherfreundlichkeit geben”, erläutert Gayle Papadopoulos, Vice President und General Manager, Worldwide Retail Solutions bei HP. “Wir begrüßen es, Mitglied im IVN for Retail der SAP zu sein und Handelsunternehmen das gesamte HP-Portfolio von Produkten und Lösungen anbieten zu können, darunter Lösungen für das Output Management, Digital Media, Bildverarbeitung, mobile Endgeräte, drahtlose Technologien sowie weitere Produkte und Dienstleistungen.” Zu den IVN-Mitgliedern, die an handelsspezifischen Lösungen mitarbeiten, gehören unter anderem Cap Gemini, HP und Solquest.

Quelle: SAP AG

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