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Wie alte Laptops helfen können

Feature | 22. September 2017 von Andrea Schmieden 1

SAP Alumni Frank Geisler gründete die schweizerische Organisation von Labdoo.org – eine Freiwilligenorganisation, die alte Laptops aufbereitet und Kindern und geflüchteten Menschen weltweit zur Verfügung stellt.

Der alte Laptop ist ein wenig langsam, das Display könnte besser sein und zu schwer ist er sowieso? Zeit für einen neuen Laptop. Der alte Laptop wandert ab in den Keller, wo er sich nahtlos in die Sammlung ausrangierter Elektronikgeräte einfügt, die bereits das Regal füllt. Spätestens bei diesem Anblick fragt man sich, ob es nicht einen besseren Weg gibt, mit alten Laptops umzugehen. Und den gibt es: Labdoo.org.

Labdoo ist eine internationale Freiwilligenorganisation, die alte Laptops zu Lernmedien für sozial Benachteiligte aufbereitet, etwa für Kinder in Entwicklungsländern oder geflüchtete Menschen. Labdoo sammelt alte Laptops ein, reinigt die Festplatte, installiert ein Open Source Betriebssystem plus Lernsoftware und findet Reisende, die einen Laptop in ihrem Gepäck zum Empfänger transportieren – alles klimaneutral, versteht sich. Wenn ein Laptop irgendwann tatsächlich Elektroschrott ist, der nicht mehr zu reparieren ist, stellt Labdoo außerdem sicher, dass er ordnungsgemäß recycelt oder entsorgt wird.

Bildung für alle

Frank Geisler, der bis 2013 Partner Manager bei SAP war, gründete die schweizerische Organisation von Labdoo. “Bei internationalen Geschäftsreisen habe ich viel Reichtum und auch viel Armut gesehen. Da habe ich mich gefragt, wie ich helfen kann“, sagt er über seine Motivation. Als er 2011 durch einen Zeitungsartikel auf Labdoo aufmerksam wurde, wusste er, dass er mitmachen und seine Kenntnisse und Fähigkeiten hier einbringen wollte. “Ich kümmere mich um die Logistik, kommuniziere über Soziale Medien oder spreche mit Menschen, um Sponsoren, Helfer und Partner zu finden. Lenovo Schweiz spendet beispielsweise alle alten Laptops an Labdoo. Meine Tätigkeiten hier sind eigentlich ganz ähnlich wie im Partner Management”.

Erfüllende Erfahrungen

“Mein Engagement ist in vielfacher Hinsicht sehr erfüllend”, sagt er. “Die Schulen, denen wir die Laptops spenden, schicken uns Bilder und Videos.  Manchmal sind die so berührend, dass ich sie fast jeden Tag anschaue.” Und das ist nicht die einzige Belohnung. Geisler ist Geschäftsführer von ERPsourcing, Beratungsfirma und SAP-Partner mit Sitz in Zürich. “Wenn ich mit Kunden spreche, sind die oft auch an Labdoo interessiert. Und umgekehrt kann Labdoo auch ein Türöffner für Geschäftskontakte sein“. Seine beiden Tätigkeitsfelder ergänzen sich in idealer Weise, findet er.

Gute Beziehungen

Frank Geisler ist SAP und seinen früheren Kollegen immer noch sehr verbunden. “Ich war in einem wunderbaren Team und wir haben immer noch Kontakt”. Als er 2012 Labdoo Schweiz gründete, hängte er einfach am schwarzen Brett von SAP einen Spendenaufruf auf und bekam sofort große Unterstützung. „Seitdem wächst es exponenziell“, sagt er.

Weltrekord

Letztes Jahr stellte die schweizerische Organisation den Labdoo-Weltrekord für die Aufbereitung von Laptops auf: 100 Laptops an nur einem Tag. Um das zu schaffen, ist jede Menge Vorbereitung und Logistik erforderlich. „Man muss nicht nur die Software-Prozesse und die Server-Infrastruktur zum Aufbereiten der Laptops aufsetzen, sondern auch überlegen, wie man die Aufbereitung organisiert, wo man die Laptops lagert oder wer Essen und Getränke für die Helfer bereitstellt. Dieses Jahr wollen Geisler und seine Helfer ihren eigenen Rekord sogar noch überbieten. „Jetzt wollen wir 110 schaffen“, sagt er.

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