Was wir von Leonardo da Vinci über digitale Innovation lernen können

Leonardo da Vinci verkörperte wie kaum ein anderer Künstler den Geist der Renaissance. In der von Wissensdurst und Humanismus geprägten Zeit entwickelte Leonardo da Vinci in vielen Bereichen Innovationen. Als Sinnbild für einen echten Renaissance-Menschen galt er als Pionier in vielen Fachgebieten wie Kunst, Architektur, Mathematik, Ingenieurwesen und Biologie.

Der Vordenker und ehemalige Journalist Walter Isaacson hat es sich zur Aufgabe gemacht, große Innovatoren zu verstehen, und über führende Visionäre wie Benjamin Franklin und Steve Jobs geschrieben. In seinem jüngsten Bestseller befasst er sich mit dem Genie Leonardo da Vinci. Denn in der heutigen Zeit entstehen Innovationen mit einer unglaublichen Geschwindigkeit. Egal, wie weit die Zukunft entfernt zu sein scheint, neue Technologien bringen sie jeden Tag näher: Zum Beispiel sind selbstfahrende Autos längst Realität und bemannte Flüge zum Mars kein Stoff für Science Fiction mehr. In Zeiten wie diesen lohnt es sich, auf Erneuerer in der Geschichte zurückzublicken, deren Ruhm fortbesteht, wie bei Leonardo da Vinci. Mit Bezug auf die Keynote von Walter Isaacson im Rahmen des Events SAP Leonardo Live in Chicago führen wir hier fünf Aussagen von da Vinci zum Thema Innovation auf, die heute noch so relevant sind wie damals. Zusammen genommen veranschaulichen sie auf überzeugende und neue Weise, warum die digitale Transformation so wichtig ist. Darüber hinaus liefern sie Unternehmen Anhaltspunkte für ein erfolgreiches Vorgehen.

1. Muster suchen: Punkte verbinden

Leonardo da Vinci war ein Universalgelehrter. Er interessierte sich für die verschiedensten Fachgebiete von Hydraulik und Anatomie bis hin zu Kunst und Architektur. Laut Isaacson war Leonardo da Vinci nicht deshalb ein bemerkenswerter Gelehrter, weil er sich so umfassend mit diversen Themen beschäftigte, sondern weil er darin Muster erkannte und Verbindungen zwischen diesen Themen herstellen konnte. „Er hatte die Fähigkeit Verbindungen herzustellen, von deren Existenz bis dahin niemand wusste. Er war in der Lage, Muster über einzelne Disziplinen hinaus zu entdecken. Es gibt eine Menge kluger Köpfe, aber sie arbeiten isoliert voneinander. Leonardo da Vinci verband die einzelnen Punkte miteinander“, erklärt Isaacson.

Als Leonardo da Vinci beispielsweise ein Fluggerät entwickeln wollte, besann er sich auf seine Kenntnisse aus den Bereichen Kunst, Ingenieurwesen und Wissenschaft. Zum Bau seines Fluggeräts studierte er Flugmuster von Vögeln, ihr Gewicht, ihre Anatomie und ihre Muskeln. Er nutzte auch seine frühere Erfahrung als Theaterproduzent, als er Requisiten in Form von Engeln anfertigte, die von der Decke herunterschwebten.

2. Innovation ist Teamsport: Vielfalt entscheidet

Isaacson stellte auch die Bedeutung von Vielfalt hervor. Dabei geht es nicht nur um die Herkunft und den Lebensstil von Menschen, sondern auch um ihre Fähigkeiten. Er beschreibt die „Geografie der Vielfalt“ in Florenz Ende des 15. Jahrhunderts als abwechslungsreich und tolerant. Isaacson führt aus: „Da Vinci wurde 1452 geboren. Als er nach Florenz ging, trafen dort Menschen aus verschiedenen Berufen in riesigen Werkstätten zusammen. Juweliere, Kunsthandwerker, Tuchmacher, Chemiker, Künstler und Architekten – alle arbeiteten Seite an Seite, um großartige Gebäude zu entwerfen. Durch diese Zusammenarbeit waren sie plötzlich in der Lage, die Wissenschaft der Perspektive zu entdecken.“

Noch dazu war Florenz ein Magnet für Menschen aus der ganzen Welt. Mit dem Fall von Konstantinopel im Jahr 1453 kamen Menschen aus dem Osten mit neuen mathematischen Konzepten sowie Kunsthandwerker aus Afrika. Leonardo da Vinci war ein Außenseiter: ein uneheliches Kind, Linkshänder und offenbar homosexuell. Doch er passte genau in das Florenz unter der Herrschaft der Familie Medici. „Diese gelebte Vielfalt, nicht nur hinsichtlich der Herkunft, Volkszugehörigkeit, Rasse oder des Geschlechts, sondern auch hinsichtlich der Einstellungen und Fähigkeiten, machte Florenz zu so einem kreativen Ort“, erläutert Isaacson.

3. Umwälzung: Über den eigenen Horizont hinausgehen

„Als großer Veränderer muss man gelegentlich über den eigenen Horizont hinausgehen“, meint Isaacson und führt weiter aus: Innovation sei nur möglich, wenn man sich selbst und sein Umfeld vor Herausforderungen stellt und manchmal dabei vielleicht auch scheitert. „Wie bei Leonardo da Vinci, der ein Fluggerät herstellen wollte. Aber das ist nicht möglich. Bis heute gibt es kein autonom fliegendes Fluggerät. Leonardo da Vinci studierte intensiv verschiedene Aspekte des Vogelflugs und versuchte Zeit seines Lebens, eine Flugmaschine zu entwickeln. Schließlich ergründete Leonardo da Vinci anhand seiner Vogelstudien, warum die Fluggeräte nicht funktionierten. Er berücksichtigte dabei, wie die Anatomie der Vögel oder wie der Wind den Flug beeinflusst.“

Nach seinen Recherchen über Leonardo da Vinci, Steve Jobs und andere digitale Innovatoren kommt Isaacson zu dem Schluss: „Es ist klasse, über seinen eigenen Horizont hinauszugehen, etwas Unmögliches auszuprobieren und dann zu entdecken, warum es unmöglich ist. Genau das geschieht Tag für Tag in innovationsbereiten Unternehmen. Manchmal sagen wir: „Ich bin bereit zu scheitern, doch ich möchte die Gründe dafür verstehen.“

4. Das richtige Talent: Alles hinterfragen und die Schönheit in allem sehen

„Leonardo da Vinci würde sagen, man solle Menschen zusammenbringen, die alles wissen wollen, was sie wissen können“, antwortet Isaacson auf die Frage, wie Leonardo da Vincis Empfehlung lauten würde, welche Arten von Talent heute zur Förderung geschäftlicher Innovationen nötig sind. Jeden Tag notierte sich Leonardo da Vinci Fragen an sich selbst. Er war leidenschaftlich wissbegierig und machte vor keinem Thema halt.

Das beste Beispiel ist der vitruvianische Mensch. Dieses Werk besticht nicht nur durch seine Schönheit, sondern durch seine wissenschaftliche Präzision, die auf Leonardos 230 Studien menschlicher Proportionen und mathematischen Konzepten beruhte. Isaacson sagt: „Im Sinne von Leonardo da Vinci ist es wichtig, Menschen zu finden, die verstehen, dass es viele Möglichkeiten gibt, die Schönheit der Natur zu beschreiben, – ganz gleich, ob man ein Meisterwerk malt, ein Musikstück spielt oder eine Gleichung zum Beweis eines wissenschaftlichen Gesetzes aufstellt.“

5. Kultur der Kreativität: Die kritische Masse ist wichtig

Warum aber entstehen zu bestimmten Zeiten enorme Umwälzungen? Isaacson meint hierzu: „Man muss die Kombinationen von Innovationen zu einem bestimmten Zeitpunkt betrachten. Leonardo da Vinci erblickte 1452 das Licht der Welt. Gutenberg hatte gerade die Druckerpresse erfunden; Tuchmacher hatten entdeckt, dass man aus Lumpen Papier herstellen kann; das Prinzip der doppelten Buchführung war gerade entstanden. All diese Innovationen schufen eine Kultur der Kreativität.“

In den 1970er Jahren begann durch die Erfindung von Mikrochips, PCs und verteilten Netzwerken die digitale Revolution. Isaacson glaubt, dass die aktuelle Herausforderung in den riesigen Datenmengen besteht, die durch das Internet der Dinge und durch Mobilität erzeugten werden. Big Data erschweren es, Verbindungen herzustellen. Die Fähigkeit, diese Herausforderung zu meistern (und die enormen Mengen an Informationen zu nutzen), wird die nächste Innovationswelle auslösen.

Und genau wie Leonardo da Vinci müssen wir die Muster in den Daten erkennen. Da Vinci war der Ansicht, dass Wissen allein nicht reicht, sondern auch aktives Handeln hinzukommen muss. Dieser Gedanke inspirierte uns zu SAP Leonardo. Wir haben die neuesten transformativen Technologien, von maschinellem Lernen bis zum Internet der Dinge, miteinander kombiniert. Unternehmen können nun ihre Daten nutzen, um neue Möglichkeiten zu entdecken und ihren Weg zum Erfolg zu beschleunigen.

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