Soccer team in a huddle

Willkommen in der digitalen Realität

Feature | 12. Juli 2017 von Robin Meyerhoff 0

Die SAP kündigt diese Woche auf der „SAP Leonardo Live“ in Frankfurt neue Produkte, Services und Kooperationen an.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung der Lieferkette spielt das Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) eine immer wichtigere Rolle. Gartner prognostiziert, dass 2017 bereits 8,4 Milliarden vernetzte Geräte in Betrieb sein werden, darunter Lastwagen, Industrieanlagen, Transportcontainer und -paletten usw. Es kommen riesige Datenmengen zusammen, die zur Steigerung der Effizienz genutzt werden können.

Dennoch steckt die Digitalisierung der Logistik noch in den Kinderschuhen. Damit bietet sich ein enormes Potenzial zur Umgestaltung von Geschäftsprozessen. SAP hat bereits auf vielen Feldern der Logistik Optionen zur Digitalisierung aufgezeigt – beispielsweise mit der Analyse von Sensordaten zur Verbesserung der Anlagenverwaltung oder mit Systemen für vorausschauende Wartung, vernetzte Waren und Fuhrparkverfolgung, um nur einige zu nennen.

In der neuen Lösung SAP Leonardo IoT Bridge werden Informationen aus den verschiedensten SAP-IoT-Anwendungen in einer zentralen Konsole zusammengeführt. Dadurch gewinnen Betriebsleiter einen Überblick über alle Systeme, können die Daten tiefergehend analysieren und „Was-wäre-wenn“-Szenarien simulieren.

Predictive Analytics: rechtzeitig richtig reagieren

Tritt beispielsweise in einer Erdölraffinerie ein Fehler bei einer Maschine auf, wird der Betriebsleiter sofort darauf hingewiesen. So kann er die Reparatur veranlassen, bevor der Fehler zu ernsthafteren Problemen führt – und gleichzeitig überprüfen, ob der gleiche Maschinentyp an anderen Betriebsstandorten ordnungsgemäß funktioniert. Mit SAP Leonardo IoT Bridge kann der Logistikleiter sofort die aktuellen Versand- und Liefervorgänge überprüfen und dafür sorgen, dass weitere Lieferungen an andere Raffinerien umgeleitet werden. Außerdem können die Mitarbeiter mit der neuen Lösung vorausschauende Analysen durchführen, um die möglichen Auswirkungen der Umleitung von Erdöllieferungen festzustellen und durch entsprechende Koordination einen nahtlosen Betrieb sicherzustellen.

Darüber hinaus hat die SAP diverse SAP Leonardo Edge Services vorgestellt, ein neues Angebot für Cloud-gestützte IoT-Innovation zur digitalen Fertigung. Beim Edge-Computing werden, einfach ausgedrückt, Daten an der Peripherie eines Netzwerks gespeichert und verarbeitet. Durch die wachsende Zahl an vernetzten Sensoren im IoT werden immer mehr Daten an der Peripherie des Netzwerks generiert.

Das Problem ist, dass Sensoren die meiste Zeit Nachrichten nach dem Motto „hier bin ich“ senden. Mit intelligenter Datenverarbeitung an der Peripherie kann das System ein etwaiges Problem feststellen, es analysieren und im Unternehmen sofort die entsprechenden Korrekturmaßnahmen veranlassen. Dadurch werden die Wartezeiten verringert, denn die Daten müssen nicht erst an ein Rechenzentrum übermittelt werden, sondern die Geschäftslogik kann direkt an der Peripherie angewendet werden.

Aus der Partnerschaft zwischen der SAP und Apple ist zudem eine neue Cloud-Version von SAP Asset Manager hervorgegangen. Mit dieser Cloud-gestützten, auf iOS basierenden Version ist es Mitarbeitern möglich, über ihre Apple-Mobilgeräte Industrieanlagen zu überwachen, zu verwalten sowie deren ordnungsgemäßen Betrieb sicherzustellen.

Starthilfe für neugierige Kunden

Überdies stellt die SAP Services und Angebote vor, die es Kunden erleichtern, digitale Innovationen aufzugreifen und im Unternehmen zu etablieren. Hierzu zählen neue Services für SAP Leonardo, die Kunden Zugang zu Technologie und Experten bieten. Bereits während der SAPPHIRE NOW 2017 wurden vier branchenspezifische Pakete präsentiert, die Kunden einen schnellen Einstieg in SAP-Leonardo-Technologien ermöglichen. Diese Woche werden neben neuen branchenspezifischen „Beschleunigern“ für Versorgungsunternehmen und öffentliche Verkehrsbetriebe ähnliche Werkzeuge für Fertigungsunternehmen lanciert, die spezifische Geschäftsbereiche wie etwa Anlagenmanagement und verteilte Fertigung abdecken.

Mit Design Thinking innovative Lösungen entwickeln

Von SAP Digital Business Services werden zudem drei Service-Editionen vorgestellt, die Unternehmen eine schnelle und einfache Einführung von SAP-Leonardo-Lösungen ermöglichen. In den meisten Unternehmen steht und fällt die erfolgreiche Digitalisierung mit der Akzeptanz der Mitarbeiter. Deshalb muss eine Anwendung attraktiv designt, intuitiv zu bedienen und ein wirkungsvolles Instrument sein. SAP Design Thinking hilft Kunden, ihre Herausforderungen klar zu definieren und entwickelt dann Seite an Seite mit den Benutzern die richtigen digitalen Lösungen.

SAP Build ist ein Werkzeug, mit dem nicht-technische Mitarbeiter kooperativ und anhand von Design-Thinking-Grundsätzen (etwa Empathie und schnelle, häufige Iterationen) Anwendungen entwickeln können. Hierfür kündigt die SAP diese Woche neue Funktionen an, die die Benutzer durch den Entwicklungsprozess geleiten. Damit lässt sich eine Lösung gestalten, die ausbaufähig ist, ohne die Anforderungen der Endbenutzer, die Benutzerfreundlichkeit und die Qualität aus dem Blickfeld zu verlieren.

Schließlich geht die SAP eine Zusammenarbeit mit dem britischen Energie- und Serviceunternehmen Centrica ein. Im Rahmen dieser Kooperation soll eine IoT-Lösung entwickelt werden, mit der Kunden ihren Energieverbrauch effizienter steuern und somit Kosten sparen und zur Senkung der CO2-Emissionen beitragen können.

Folgen Sie der Veranstaltung SAP Leonardo Live auf Twitter und Linkedin unter #leonardolive und erleben Sie die Keynotes im Live-Streaming.

Weitere Informationen:

Foto via Getty Images

Tags: , ,

Leave a Reply