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Lidl setzt auf SAP for Retail powered by SAP HANA

2. März 2016 von Iris Nagel-Martin 0

Seit Mai 2015 setzt Lidl für sein Geschäft in Österreich ein elektronisches Warenwirtschafts- und Informationssystem ein, basierend auf SAP for Retail powered by SAP HANA. Der Roll-out in weitere Länder ist in vollem Gange.

Mit rund 10.000 Filialen und mehr als 140 Logistikzentren ist Lidl eines der größten Handelsunternehmen in Europa. Lidl ist in 29 Ländern aktiv und in 26 europäischen Ländern mit Filialen vertreten. Im Geschäftsjahr 2014/2015 erwirtschafteten die mehr als 200.000 Mitarbeiter rund 59 Mrd. Euro Umsatz. Die Zeichen stehen weiter auf Expansion: Für 2016 plant Lidl den Einstieg in den litauischen Markt, 2018 folgen dann Serbien und die USA.

Effiziente Prozesse bilden die Basis für ein erfolgreiches Geschäftsmodell, das Millionen Kunden in Europa beste Produktqualität zum besten Preis bieten kann. Einen wesentlichen Anteil an der ständigen Prozessoptimierung hat eine leistungsfähige IT- und Anwendungslandschaft. Deshalb startet das Neckarsulmer Unternehmen nun mit der Warenwirtschaftsplattform eLWIS based on SAP for Retail powered by SAP HANA als ein Baustein der IT Strategie durch. „Mit der neuen Plattform stellen wir uns für die Zukunft auf“, erklärt Alexander Sonnenmoser, als Bereichsvorstand bei Lidl für die gesamte IT verantwortlich.

Das alte Warenwirtschaftssystem war in punkto Zukunfts- und Weiterentwicklungsfähigkeit an seine Grenzen gekommen: ein selbstentwickeltes Altsystem mit zum Teil fehlender Prozessdurchgängigkeit, redundanter Stammdatenpflege, Systembrüchen sowie funktionalen Einschränkungen. Die vielen Schnittstellen, Module und dezentrale Serverstruktur machten den Betrieb und die Wartung zudem immer aufwendiger.

Lidl: Auf die Zukunft setzen mit SAP

Obwohl das alte System genau auf Lidl zugeschnitten war, erkannte man, dass sich dieses weiterentwickeln musste, um dadurch in Zukunft verstärkt neue Funktionen und Möglichkeiten für das Unternehmen zu bieten. Die wichtigsten Anforderungen an ein neues System waren daher:

  1. Prozessdurchgängigkeit: Statt vertikalen horizontale Prozesse schaffen und somit Durchgängigkeit vom Lieferanten bis zum Kunden
  2. Erweiterter Funktionsumfang: Bestandsbewertung, Warenflussmanagement usw.
  3. Einsatz moderner Technologien, um für die nächsten Jahre gerüstet zu sein
  4. Zentralisierung der IT- und Anwendungslandschaft
  5. Integrationsfähigkeit, Durchgängigkeit und auch Compliance

„Wir wollten nicht mehr einzelne Funktionen, sondern integrierte Prozessketten vom Lieferanten bis zum Kunden abbilden“, erklärt Sonnenmoser.

„Die Entscheidung fiel für modernste Technologie“, bestätigt auch René Sandführ, Mitglied der Geschäftsleitung bei Lidl und international zuständig für das Warenwirtschaftssystem. Mit SAP Plattformen und Technologien lassen sich jetzt zeitnahe Auswertungen und Bestände zur Verfügung stellen sowie die Folgesysteme versorgen. Ein Enterprise-Service-Bus bindet die Systeme an, so dass Daten nicht mehr redundant vorliegen. Die entsprechenden Prozessketten wurden definiert und in SAP for Retail powered by SAP HANA umgesetzt.

Internationales Projektteam lässt Know-how einfließen

Hier war das Know-how eines internationalen Lidl-Projektteams gefragt, das zusammengesetzt aus vielen Ländern in Neckarsulm zusammenkam. Zudem definierten Verantwortliche aus verschiedenen Ressorts- und Fachbereichen die Prozessketten, Key User brachten ihr Praxiswissen ein. „Die Lösung sollte am Ende bei dem „Kunden“ ankommen – und damit meine ich in diesem Fall unsere Mitarbeiter“, erklärt Sandführ die Grundlage für ein erfolgreiches Change Management. Auch das Schulungsmanagement adressiert bewusst, wo und warum es im neuen System Änderungen gibt. Deshalb gibt Lidl nun keine Handbücher mehr aus, sondern im neuen Ansatz „Lernen bei Lidl“ lernen Mitarbeiter direkt am System.

Die konkrete Umsetzung erfolgte gemeinsam mit dem Partner KPS. KPS lieferte mit der Rapid Transformation Methode einen sehr agilen Ansatz. Am 1. Mai 2015 ging die erste Regionalgesellschaft in Österreich live, nachdem an nur einem Wochenende alle Systeme umgestellt und alle Filialen angebunden wurden. Bereits samstags konnten erste Bestellungen abgearbeitet werden. Bestandsauswertungen lassen sich so in nahezu Echtzeit anschauen.

Die entwickelten Standards für eLWIS sind nun die Grundlage für alle Länder. „Dieses globale Template lässt sich in alle weiteren Länder ausrollen. Das bedeutet, dass wir mit jedem neuen Rollout an Geschwindigkeit gewinnen“, blickt Matthias Nollenberger, Vice President bei KPS, in die Zukunft. Und Sonnenmoser ergänzt: „Die Innovationsfähigkeit der IT hat sich mit SAP for Retail powered by SAP HANA weiter verbessert.“

Die neue Plattform SAP for Retail powered by SAP HANA schafft die Basis für die weitere Umsetzung der Prozesse in IT-Systemen bei Lidl. Ziel ist es, die Komplexität zu reduzieren und die Einfachheit für Kunden und Mitarbeiter auf zukunftsfähigen Konzepten in den Vordergrund zu stellen.

Sehen Sie dazu auch das Video von Lidl und SAP:

 

Foto: Lidl

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