Live aus den SAP Labs

Feature | 19. April 2012 von Jennifer Lankheim 0

Kunden, Partner und Fachexperten besuchen die SAP Virtualization and Cloud week in Palo Alto (Foto: Brian Bernard)

In den SAP Labs in Palo Alto begann am 17. April die sechste jährliche SAP Virtualization and Cloud Week. Die dreitägige Konferenz ist ein Treffpunkt für SAP-Kunden, SAP-Partner und Branchenexperten, um die Trends in Sachen Virtualisierung und Cloud-Computing auszuloten, sich untereinander auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

„VWeek ist ein faszinierender, intensiver Austausch von technischem Know-how zwischen Kunden, Beratern, SAP-Partnern und SAP-Entwicklern rund um die Themen Migration in die Cloud, Geschäftsabläufe in der Cloud und Innovation in der Cloud“, berichtet Teilnehmer Greg Chase, SAP Senior Director für Cloud-Lösungen, SAP-Mentor und  Autor eines Cloud-Computing-Blogs im SAP Community Network.

Auf dem Konferenzprogramm standen ein Keynote-Vortrag von Dr. Jürgen Kreuziger, SAP Senior Vice President TIP Core Lifecycle Management, drei Schulungsblöcke mit Dutzenden von Veranstaltungen, eine Messe mit Virtualisierungs- und Cloud-Technologien sowie eine Podiumsdiskussion zur Zukunft des Cloud-Computings.

Sponsoren der SAP VWeek (Foto: Brian Bernard)

SAP präsentiert ihre Cloud Strategie. (Foto: Brian Bernard)

Zur Eröffnung der SAP Virtualization and Cloud Week umriss Dr. Kreuziger die Roadmap und die langfristigen Ziele der SAP in Sachen Cloud-Computing und gab einen kurzen Ausblick darauf, was die On-Demand- und On-Premise-Kunden der SAP erwarten können.

Vereinfacht ausgedrückt besteht die Cloud-Strategie der SAP aus einem hybriden Modell, das die Modelle On-Premise und On-Demand für Unternehmen jeder Größe zusammenführt, um „echte Wahlmöglichkeiten in der Cloud zu bieten“, wie Kreuziger es beschrieb.

SAP beschäftigt sich derzeit mit drei Schwerpunktbereichen des Cloud-Computing – Software-as-a-Service (SaaS), Platform-as-a-Service (PaaS) und Infrastructure-as-a-Service (IaaS) – sowie mit zwei weiteren Bereichen, die eine On-Premise-Umsetzung des Cloud-Prinzips ermöglichen: Virtualisierung und Hosted-on-Premise.

Im Bereich SaaS biete die SAP ein umfassendes On-Demand-Portfolio für verschiedenste geschäftliche Anforderungen, so Kreuziger, darunter Anwendungs-, Collaboration-, Daten- und Mobile-IT-Services. Unter dem Stichwort PaaS stellte Kreuziger SAP NetWeaver Neo vor, eine Plattform, die auf sichere Weise (und mithilfe der Schnelligkeit von SAP HANA) in der SAP-Cloud entwickelt wurde und zur Entwicklung, Bereitstellung und Verwaltung von Unternehmensanwendungen in der Cloud dienen wird. Neo basiert auf Java, stützt sich auf offene Standards und nutzt branchenführende Tools, um den Ramp-up zu beschleunigen und den Entwicklern höchste Produktivität zu ermöglichen. Die Plattform wird von Partnern zur Entwicklung und Bereitstellung von SaaS-Angeboten genutzt werden, wird jedoch auch Kunden zur Verfügung stehen, die die SAP Business Suite durch Eigenentwicklungen ergänzen möchten. Die Plattform wurde noch nicht offiziell eingeführt (und der Name kann sich noch ändern), aber es läuft bereits ein Beta-Programm, für das derzeit Teilnahmebewerbungen eingereicht werden können.

Kreuziger sprach auch darüber, wie die SAP den Kunden die Verlagerung ihrer On-Premise-Lösungen in die Cloud ermöglicht: „Die Virtualisierung von On-Premise ist der erste Schritt zur Migration traditioneller Systeme in die Private oder Public Cloud.“

Teilnehmer Greg Chase war beeindruckt, wie Kreuziger den Hintergrund der Strategie erläuterte. „Er hat wirklich sehr anschaulich dargestellt, in welcher Breite die SAP ihre Kunden bei der Entwicklung einer umfassenden Cloud-Strategie unterstützen kann. Er hat auch erklärt, warum das wichtig ist, denn Nutzer in der Geschäftswelt wollen immer häufiger die hohe Benutzerfreundlichkeit haben, die sie aus dem Konsumbereich kennen, sie wollen mobilen Zugriff und eine stärkere Vernetzung der Mitarbeiter im Unternehmen. Und die Migration in die Cloud ist die einzige Möglichkeit, wie die IT diese neuen Geschäftsanforderungen erfüllen kann.“

(Lesern, die mehr über die Entwicklung einer umfassenden Cloud-Strategie für ihre SAP-Systeme wissen möchten, sei die  ASUG-Vorabveranstaltung bei der SAPPHIRE NOW empfohlen.)

SaaS, Iaas, and Paas - die SAP Cloud Strategie. (Foto: Brian Bernard)

Ein aufmerksames Publikum. (Foto: Brian Bernard)

Bei der SAP Virtualization and Cloud Week waren auch Schulungen zu drei Themenblöcken im Angebot:  „Verbreitung und Nutzung aktueller IT“, „Zukunftstrends“ sowie „Operative und organisatorische Herausforderungen bei der Cloud-Einführung“.  (Unter den nachstehenden Links sind alle Veranstaltungen des jeweiligen Themenblocks aufgeführt. Live-Streaming wird dieses Jahr nicht angeboten, es werden jedoch in Kürze Aufzeichnungen unter http://sapteched.com/sapvweek/agenda/ zur Verfügung stehen.)

Im Themenblock „Verbreitung und Nutzung aktueller IT“ werden Kundenfallstudien und Best Practices für Virtualisierung und Cloud-Computing vorgestellt und die Herausforderungen bei der Einrichtung einer In-Memory-Cloud behandelt.

Der Themenblock „Zukunftstrends“ befasst sich mit einer Vielzahl von Fragestellungen: Dem Einsatz von Cloud-Lösungen in Kombination mit SAP HANA, der Bereitstellung von SAP-Inhalten undSAP-Systemlandschaften in der Cloud, dem Brokering von Cloud-Ressourcen, der Disaggregation von Ressourcen, dem „App-Store“-Modell für den Kauf und Verkauf von Unternehmenssoftware und Cloud-Standards wie OASIS und TOSCA.

Der Themenblock „Operative und organisatorische Herausforderungen bei der Cloud-Einführung“ behandelt Fragen der Sicherheit und Compliance in der Cloud, Audit- und Änderungsverwaltung in der Cloud, die Cloud-Einführung im eigenen Tempo sowie die Realisierbarkeit von geschäftskritischen Anwendungen in der Cloud.

Am ersten Tag der SAP Virtualization and Cloud Week fand außerdem eine Messe mit denen neuesten Virtualisierungs- und Cloud-Angeboten der Co-Sponsoren Capgemini, Cisco, Citrix, EMC2, Hitachi, IBM, NetApp, Red Hat, SUSE, Texperts und Wharfedale Technologies statt.

Der Eröffnungstag endete mit einer Podiumsdiskussion: „Cloud Computing – 2015 und darüber hinaus“. Die Teilnehmer der Expertenrunde erläuterten ihre Sicht auf die bedeutenden Konsequenzen des Cloud-Computings für die Geschäftswelt. Es bestand Einheit darüber, dass die Cloud in Zukunft allgegenwärtig sein wird. Sie werde wie ein normales Speichermedium genutzt werden und auch ein Großteil der Datenverarbeitung werde über Cloud-Computing-Ressourcen laufen. Künftig werde das Cloud-Computing eine Kombination von Public und Private Clouds sein, so die Diskussionsteilnehmer weiter. Es werde sich jedoch auch über die großen Rechenzentren, die das Cloud-Computing ermöglichen, hinaus ausdehnen und Milliarden von Clients – wie Notebooks, Tablets und Smartphones, aber auch andere Geräte – einbinden, die Remote-Cloud-Ressourcen nicht nur nutzen, sondern auch selbst etwas dazu beisteuern.

Aufzeichnungen der Podiumsdiskussion sowie aller übrigen allgemeinen Konferenzveranstaltungen und der Schulungen werden in den kommenden Wochen unter folgender Adresse bereitgestellt: http://sapteched.com/sapvweek/agenda/

Hinter den Kulissen der VWeek (Foto: Brian Bernard)

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