Lückenlose Rückverfolgbarkeit (Teil 2)

Feature | 17. Oktober 2005 von admin 0

Teil 1 des Artikels
Der Einsatz der RFID-Technologie in der Abwicklung von Mehrwegtransportbehältern unterstützt die Prozesse des Warenein- und -ausgangs, die Rückführung von leeren Transportbehältern sowie die Verfolgung des Standort- und Bearbeitungsstatus von Mehrwegcontainern oder -paletten, die üblicherweise zwischen zwei Geschäftspartnerstandorten zirkulieren.

RFID-fähige Mehrwegtransportbehälter

RTI Process

RTI Process

Dieser Prozess wird als Stand-alone-Implementierung der SAP Auto-ID Infrastructure ausgeliefert und bietet eine direkte Integration in das SAP Event Management. Für die Identifizierung der Mehrwegtransportbehälter werden die EPC-Codierungsschemas GRAI und GIAI unterstützt. Der RFID-gestützte Bearbeitungsweg der Mehrwegtransportbehälter lässt sich mit einer zentralen SAP Auto-ID Infrastructure realisierten, die beispielsweise die Mehrwegbehälterstandorte des Lieferanten und Kunden umspannt. Es besteht jedoch auch die Möglichkeit einer verteilten Infrastruktur mit lokalen Implementierungen der SAP Auto-ID Infrastructure an jedem relevanten Transportbehälter- oder Geschäftspartnerstandort.

Transparenz im RTI-Prozess

Transparenz im RTI-Prozess

Das SAP Event Management liefert die erforderlichen Informationen über den Versandstatus (neu, unterwegs, ausgeliefert, zurückgeführt), den Befüllungsstatus des Mehrwegtransportbehälters (voll oder leer) und den Zustand des Mehrwegtransportbehälters (OK oder beschädigt) sowie aktuelle Updates von Standort-IDs und Beleg-IDs und macht die Abwicklung der Mehrwegtransportbehälter über die Geschäftspartnerstandorte hinweg transparent.

Analyse und Reporting

SAP Auto-ID Infrastructure 4.0 verfügt über direkte Extraktoren zu SAP NetWEaver Business Intelligence 7.02. Vorkonfigurierte BI Query Reports mit den entsprechenden Kennzahlen gestatten eine Auswertung der Lese- und Schreibqualität, des aktuellen Transportbehälterstatus, der lokationsübergreifenden Zykluszeit und Bewegungen (mit und ohne Standort-ID) sowie der Bestandssituation an verschiedenen Standorten und der Bewegungen an einem Standort nach Aktionstyp.
Durch die Implementierung eines BAPIs wird in SAP Auto-ID Infrastructure außerdem der Upload von erfassten EPC-Ereignissen nach Geschäftspartnern möglich. Neben erweiterten Reporting-Funktionen eröffnet sich hierdurch die Möglichkeit zu prüfen, ob alle ausgegangenen Waren, die mit RFID-Funketiketten, so genannten Tags, gekennzeichnet sind, beim Geschäftspartner eingegangen sind.

Bestandserfassung

In SAP Auto-ID Infrastructure 4.0 wird mit der RFID-gestützten Bestandserfassung eine weitere neue Funktion eingeführt. Die RFID-gestützte Bestandserfassung stellt eine zyklische Zählfunktion für Produkte mit RFID-Tag bereit. Physische Bestände mit RFID-Tags, die an einem von SAP Auto-ID Infrastructure verwalteten Standort erfasst wurden, und die RFID-Bestandsinformationen in der Datenbank der SAP Auto-ID Infrastructure lassen sich vergleichen, aktualisieren und bereinigen. Die Funktion bereinigt die standortspezifischen Zählergebnisse in den Objekt- und Belegtabellen von SAP AII. SAP Auto-ID Infrastructure arbeitet in diesem Kontext im Standalone-Modus, der durch mobile Transaktionen realisiert wird.

Benutzerdaten und Tag-Daten

SAP Auto-ID Infrastructure unterstützt das Schreiben und Lesen von zusätzlichen Daten auf dem Tag über die Tag-ID hinaus sowie die Verknüpfung der EPC-IDs mit den zugehörigen Benutzerdaten. Es besteht ein wichtiger Unterschied zwischen den Tag-Daten und den Benutzerdaten. Die Tag-Daten sind zusätzliche Daten, die von Tags geschrieben oder gelesen werden und sich auf einem Tag befinden. Die Dateneingabe auf den Tag kann aus den Benutzerdaten, dem Dokumentkontext oder aus Feldern stammen, die zur Laufzeit von bestimmten Aktivitäten berechnet werden, sowie aus anderen externen Quellen. Bei den Benutzerdaten handelt es sich dagegen um ein System von Datensätzen, die in AII hinterlegt sind. Die Benutzerdaten werden im Objektkontext gespeichert, zum Beispiel in AII gepflegte Daten zu einem bestimmten EPC. Die Eingabe von Benutzerdaten kann nach dem Auslesen von Tag-Daten, über manuelle Benutzereingaben in Benutzeroberflächen oder über Felder stattfinden, die zur Laufzeit von bestimmten Aktivitäten berechnet werden.
In SAP AII werden die Benutzerdaten und die erfassten Tag-Daten (die Werte der Tag-Daten an jeder Lese-/Schreibstation) jeweils in Form eines Objekts und des zugehörigen Aktionsobjektkontexts gespeichert. In AII 4.0 können die Benutzer über die Pflege des Dokumentkontexts festlegen, welche Datenfelder (und ihre Werte) in RFID-Tags geschrieben werden sollen. Die Dokumentkontexte sind in allen Desktop-UIs von AII etwa der UI für die Tag-Kommissionierung verfügbar.
SAP Auto-ID Infrastructure unterstützt die neuesten EPC-Standards für Tag-Daten (64-, 96-, 170-, 198- und 202-Bit-EPC-Codierungen von GTIN, S-GTIN, SSCC, GRAI, GIAI & DoD Construct) und mittels eines BADIs auch benutzerdefinierbare Codierungen.

SAP-Komponenten und Szenarien

SAP-Komponenten und Szenarien

SAP Auto-ID Infrastructure 4.0 lässt sich über die SAP NetWeaver Exchange Infrastructure 7.0 in den Standard mit R/3 4.6C, R/3 4.7 EES 2.0 und SAP ERP integrieren. Optionale Integrationskomponenten sind SAP NetWeaver BI Content 7.02, SAP SCM 4.1 oder 5.0 für das Event Management. SAP Auto-ID Infrastructure 4.0 nutzt die Basiskomponente SAP Web AS 7.0.

Geräteintegration

Bei der Integration von RFID-Geräten nutzt SAP das Fachwissen der Partnernetzwerke auf diesem Gebiet. SAP hat Partner für Device-Controller- und Device-Management-Lösungen sowie RFID-Hardwareanbieter aktiv engagiert und ein Dokument publiziert, das die Standardschnittstellen für Device Controller zur SAP Auto-ID Infrastructure 4.0 definiert.
Die Schnittstelle für die Geräteintegration in der SAP Auto-ID Infrastructure 4.0 wurde erweitert und bietet

  • ein Common Subscription Data Model (CSDM) und eine entsprechende Benutzeroberfläche
  • Unterstützung des ALE-Protokolls
  • einen HTTP/ Web-Service-Testmandanten.

Das Common Subscription Data Model (CSDM) stellt die Gerätesubskriptionsdaten dar, die allen Geräteprotokollen (ALE, PML und SAP Web Services) gemein sind. Ein Zuordnungsmechanismus übernimmt die Verknüpfung zwischen den allgemeinen Subskriptionsdaten und den gerätespezifischen und schnittstellenspezifischen Subskriptionsdaten. Das CSDM kommuniziert die URL, an welche der Device Controller seine Informationsmeldungen sendet.
Eine neue Benutzeroberfläche ermöglicht die Pflege von allgemeinen Gerätesubskriptionsdaten und unterstützt Suche, Update-Erzeugung und Löschaktionen.

Erweiterungsfähigkeit

SAP Auto-ID Infrastructure ist erweiterungsfähig und bietet den Kunden die Möglichkeit, zusätzliche RFID-fähige Transaktionen zu definieren. SAP-Kunden und -Partner stehen Standard-ERP-IDocs zur Verfügung, die sich mithilfe der SAP Exchange Infrastructure der SAP Auto-ID Infrastructure zuordnen lassen. Innerhalb der SAP Auto-ID Infrastructure können die Kunden dann ihre eigenen Konditionen, Regeln und Aktivitäten zur Ausführung dieser Transaktionen mit RFID definieren und die zugehörigen Transaktionen in ERP- oder Legacy-Systemen aktualisieren.
SAP arbeitet gemeinsam mit Kunden und Partnern weiter an der Entwicklung von Gewinn bringenden Lösungen mit dem Ziel, das Bewusstsein für die realen Aufgabenstellungen in die Unternehmensabläufe zu transportieren und das wirtschaftliche und technologische Potenzial der Auto-ID und der eindeutigen Kennzeichnung voranzutreiben.

Christian Roediger

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