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Lufthansa: Senkrechtstart im digitalen Finanzwesen

Feature | 29. März 2016 von SAP News 0

Die Digitalisierung verändert das Finanzwesen grundlegend. Wie das in der Praxis aussieht, weiß Wolfgang Fäßle von der Lufthansa Group. Ein kleiner Einblick in die „Finance Transformation“ seines Unternehmens.

Wer an die Lufthansa denkt, hat Flugzeuge vor Augen – natürlich. Doch die Unternehmensgruppe kümmert sich um mehr als nur den Passagierverkehr. Frachtlogistik, Wartungs- und Reparaturservices bis hin zum Catering: Für all diese Bereiche gibt es eigene Gesellschaften. Und jede von ihnen hat ihre eigenen Geschäfts- und Erlösmodelle.

Über Jahrzehnte war daher auch das Finanzwesen dezentral organisiert. Jede Gesellschaft verfügte und verfügt über ihre eigene Finanzabteilung. „Es gibt vierzehn verschiedene Kontenpläne, und natürlich wird auch jeder Kreditor in jedem System separat gepflegt. Selbst die Transaktionsarten unterscheiden sich“, erklärt Wolfgang Fäßle, der bei der Lufthansa Group nun eine zentrale Finanzfunktion aufbauen will. Die Basis dafür: SAP S/4HANA.

Plattform für die digitale Finanzfunktion

Fäßle arbeitet auf eine „Finance Community“ hin, wie es die Lufthansa nennt. Eine funktional ausgerichtete Finanzorganisation mit Ansprechpartnern, die alle Finanzfragen aus der gesamten Unternehmensgruppe und aus Gesellschaftsperspektive gleichermaßen beantworten können. Beispielsweise: Wie viel Geld würde die Gruppe sparen, wenn sie komplett auf externe Beratung verzichtet? „Derzeit können wir das praktisch nicht unmittelbar beantworten“, so Fäßle. Jede Gesellschaft definiert anders, was sie unter externer Beratung versteht. Es gibt unterschiedliche Konten, die Erfassung läuft verschieden. Diese heterogenen Strukturen erfordern dann eben doch wieder die herkömmliche manuelle Auswertung per Excel-Vorlage. „Und selbst wenn wir alle Daten zusammenführen, können wir trotzdem nur rückblickend analysieren, aber keine Prognosen erstellen“, erklärt Fäßle.

All das soll mit SAP S/4HANA ein Ende haben. Für den Umstieg hat sich die Lufthansa eine bemerkenswerte Roadmap überlegt: „Wir wollen im Laufe dieses Jahres alle 14 relevanten Systeme zentralisieren“, so der ambitionierte Plan. Dazu will das Team die Altsysteme nicht etwa direkt migrieren – sondern in Echtzeit in SAP S/4HANA replizieren. „Klar, man hat auf diese Weise während der Übergangsphase weiterhin heterogene Prozesse und die IT-Betriebskosten sinken zunächst nicht“, erklärt der Projektverantwortliche. „Aber anschließend läuft die eigentliche Migration deutlich risikoärmer ab, als es bei einer Großkonsolidierung früher der Fall gewesen wäre. Wir können sicher sein, dass sich ein bestimmtes Geschäftsmodell auch korrekt in der neuen Umgebung abbilden lässt.“

Tiefere Einblicke in Echtzeit mit SAP S/4HANA

Für Fäßle ist der Echtzeitgedanke hinter SAP S/4HANA ein Vorteil, aber nicht das ausschlaggebende Argument. Viel entscheidender sei für die Lufthansa, dass sich sämtliche Daten zentral ablegen und auswerten lassen – ohne Umwege über ein Data Warehouse. Von dieser einheitlichen Quelle aus werden dann auch beliebige Visualisierungslösungen aktuell und schnell mit Inhalten versorgt. Ein entscheidendes Steuerungsinstrument für das Management und gerade auch die neu ernannten Prozessverantwortlichen.

Wie die Route der Lufthansa zum digitalisierten Finanzwesen genau aussieht und welche Erfahrungen Wolfgang Fäßle und sein Team bereits gemacht haben, hat der „Finanztransformator“ kürzlich auf dem SAP-Forum für Finanzmanagement und GRC erzählt. Dort kamen Experten und Vordenker aus Finanz- und Risikomanagement sowie der IT zusammen. Ihr Ziel: praktische Lösungen für die digitale Zukunft finden. Denn der CFO von morgen braucht neue Instrumente.

Zu den Vorträgen der Veranstaltung

Foto: Shutterstock

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