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Macht Meditation wirklich glücklicher?

21. August 2015 von Jonathan Becher 0

SAP Chief Digital Officer John Becher schreibt in seinem Blog über den TV-Journalisten Dan Harris, der dank Meditation eine Lebenskrise überwinden konnte.

Jeder hat einmal einen schlechten Tag. Der amerikanische Nachrichtenkorrespondent Dan Harris hatte seinen jedoch vor Millionen von Zuschauern. Er moderiert beim US-amerikanischen Fernsehsender ABC die Spätnachrichtensendung Nightline sowie die Wochenendausgabe des Morgenmagazins Good Morning America. Vor zehn Jahren erlitt er bei einer Live-Übertragung vor laufender Kamera eine Panikattacke. Harris’ Angstzustände rührten vor allem daher, dass er sich in seinem Beruf nicht mehr gut aufgehoben fühlte und sich in den Drogenkonsum flüchtete.

Hören Sie auch Stimmen?

Seine Angst manifestierte sich in einem inneren Monolog, einer Stimme, die ihn zu verfolgen schien: „Wir alle kennen diese Stimme. Sie meldet sich zu Wort, sobald wir morgens die Augen öffnen, und verfolgt uns den ganzen Tag. Sie ist ein fiebriges Gewirr aus Verlangen, Sehnsüchten und Bewertungen. Sie führt dazu, dass wir mehr in der Vergangenheit und in der Zukunft leben als in der Gegenwart. Es ist diese Stimme, die uns dazu bringt, den Kühlschrank zu öffnen, wenn wir nicht hungrig sind, die Beherrschung zu verlieren, wenn wir es nicht sollten, und unseren Posteingang aufzuräumen, wenn wir so tun, als würden wir ein Gespräch mit jemandem führen. […] Wenn wir nicht gut aufpassen – und nur wenige von uns haben gelernt, wie das geht – macht diese heimtückische Stimme uns zu ihrer Marionette.“

Es ist diese Stimme in unserem Kopf, die uns davon abhält, uns auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren.

In seinem Buch „Wie ich die entscheidenden 10% glücklicher wurde – Meditation für Skeptiker“ beschreibt Harris, wie er den Weg aus der Krise und zur inneren Ruhe fand. Mithilfe von Meditation gelang es Harris, die Angst – und die Stimme in seinem Kopf – zu besiegen. Zu Beginn stand er dem Meditieren jedoch sehr skeptisch gegenüber: „Ich war der Meinung, nur bärtige Mönche und schmuddelige Hippies meditieren.“

Doch je mehr er über Meditation erfuhr, desto klarer wurde ihm, dass das nicht stimmte. Jeder kann meditieren – und es funktioniert. Oder, wie Harris es ausdrückt: „Wem es gelingt, hinter die kulturellen Aspekte zu sehen, wird erkennen, dass Meditation schlichtweg Training fürs Gehirn ist. Durch Meditation können wir die Stimme in unserem Kopf davon abhalten, uns an der Nase herumzuführen. Dabei ist Meditation keineswegs ein Wunderheilmittel. Sie macht uns weder größer oder attraktiver, noch löst sie alle unsere Probleme wie von Zauberhand. Abenteuerliche Ratgeber und berühmte Gurus, die sofortige Erleuchtung versprechen, kann man getrost ignorieren. Meinem Eindruck nach, macht Meditation zehn Prozent glücklicher. Das ist natürlich nur eine unwissenschaftliche, subjektive Einschätzung. Aber es zahlt sich auf lange Sicht definitiv aus.“

Auch die Wirtschaft profitiert

Damit beschreibt Harris die Vorteile von Meditation sehr treffend. Auch bei SAP rückt das Wohlergehen der Mitarbeiter immer stärker in den Fokus. So bot das Unternehmen im letzten Jahr erstmalig Kurse zum Thema Achtsamkeit an. Viele Mitarbeiter standen dem Angebot jedoch zunächst skeptisch gegenüber. Statt sich auf Meditation und Achtsamkeit zu konzentrieren, betonten die Kursleiter deshalb, wie Mitarbeiter mithilfe des Kurses ihre Leistung verbessern und ihrer Karriere einen Schub versetzen können. Es funktionierte: Seit 2014 fanden weltweit 28 Kurse statt. Zudem stehen derzeit mehr als 2000 Mitarbeiter auf der Warteliste.

Noch bemerkenswerter ist jedoch, dass das allgemeine Wohlbefinden der Teilnehmer Umfragen zufolge in den ersten sechs Monaten nach dem Kurs um neun Prozent gestiegen ist. Offenbar kann uns Meditation tatsächlich zehn Prozent glücklicher machen.

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Weiterführende Links:

In diesem (englischssprachigen) Video spricht Harris mit Diane Sawyer, Nachrichtensprecherin bei ABC News, über seinen Zusammenbruch.

 

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