Facebook: Software ordnet Datenflut

Feature | 6. April 2011 von Christiane Stagge 0

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Auf den Open Text Content Days geht es um Social Media, Wikileaks und Apps. (Foto: Christiane Stagge)

RSS-Feeds, Blogs, Wikis, Facebookeinträge – Unternehmen müssen sich nicht nur mit Inhalten auseinandersetzen, die aus SAP-Systemen, Office-und E-Mail-Programmen oder Exchange-Anwendungen stammen. Social Media, Microblogging-Dienste und mobile Anwendungen haben die Datenflut erheblich angehoben. Firmen müssen sich inzwischen mit mehr als 400 verschiedenen Content-Typen auseinandersetzen.

Auf den Content Days 2011 informiert OpenText derzeit in München die über 500 angemeldeten Teilnehmer darüber, wie Unternehmen relevanten Content aus Social Media verwalten können und stellt neue mobile Anwendungen vor, die sich auf iPhone, iPad und Co. bedienen lassen. Gleich in seiner Eröffnungsrede nannte Tom Jenkins, Executive Chairman von Open Text, die Fakten beim Namen:

Facebook, mobile Apps und Software aus der Cloud haben Unternehmensstrukturen verändert. Früher war IT ein eigenständiger Bereich innerhalb der Firma. Die Bedienung von komplizierter Unternehmenssoftware war der IT-Abteilung vorbehalten. Heute haben sich die einzelnen Ressorts von der IT-Abteilung emanzipiert. Mitarbeiter möchten selbst entscheiden, welche Software für ihren Bereich zum Einsatz kommen soll.
Die Daten- und Informationsflut bewirkt, dass Menschen weniger lesen als früher. Der Content geht vom Text zum Video. Und auch virtuelle Konferenzen in 3D mit Avataren werden künftig in Unternehmen keine Seltenheit mehr sein.

Der einzelne Anwender – insbesondere Marketingmitarbeiter – stehen bei OpenText im Fokus. Auf den Content Days stellte der Softwarehersteller mobile Anwendungen und Content Management Systeme zum Verwalten und Bearbeiten von Inhalten aus Social-Media-Anwendungen vor. Neben den klassischen Anwendungen wie Dokumentenmanagement, Records Management oder Enterprise Archiving möchte OpenText mit neuer „Engagement-Software“ mehr auf die Bedürfnisse des Marketingmitarbeiters eingehen. Ein verbessertes Userinterface, eine vereinfachte Bedienung, übersichtliche Menüstruktur und weitere Funktionen zur Messbarkeit einzelner Projekte zählen zu den Neuerungen.

Lesen Sie auf der nächsten Seite: ECM-Systeme für Social Media

Twitter Wall

Mit dem Hashtag #OTCDMUC konnten Besucher sich ihren Platz an der Twitter Wall sichern (Foto: Christiane Stagge)

Legler

Detlev Legler, Vice President Sales EMEA von Open Text, eröffnete die Veranstaltung (Foto: Christiane Stagge)

ECM-Software für Social Media

Als „The Original Google“ – entwickelte OpenText vor 20 Jahren die erste Suchmaschine für das Oxford English Dictionary. 2007 schloss der Enterprise Content Managing-Anbieter schließlich ein Reselling Agreement mit SAP und entwickelte spezielle Anwendungen, um Dateien, Dokumente und Inhalte aus dem ERP-System zu verwalten, siehe Artikel  “Roadmap SAP ECM-Systeme” und “Aus dem iPad in die Firma”.

Heute, so Jenkins, reiche die bloße Verwaltung von Daten aus Unternehmenssoftware nicht mehr aus. Die Entwicklung geht laut Jenkins von der Cloud (Web 2.0) zum semantischen, personalisiertem Web (Web 3.0): Facebook hat inzwischen mehr als 500 Millionen Mitglieder und wird häufiger verwendet als Google. Menschen nutzen soziale Netzwerke und Nachrichtendienste wie Twitter, um Wissen und Informationen auszutauschen. Marketingmitarbeiter verwenden die Social-Media-Plattform, um Stimmungen und Meinungen ihrer Kunden aufzufangen, beobachten und zu steuern.

Die im Oktober 2010 vorgestellte neue Version der ECM-Suite 2010 soll Social-Media-Inhalte verwalten können. Die Software OpenText Social Communities bietet zudem Tools für die Erstellung von Blogs, Wikis und Foren, in denen Marketingmitarbeiter ihre Produkte und Marken vorstellen und entsprechende Kampagnen verwalten können.
OpenText Pulse bringt Facebook ins Büro: Die Applikation lässt sich kostenfrei in die bestehende ECM-Anwendung laden. Wie bei der Social-Media-Plattform können Mitarbeiter ihren Kollegen „folgen“, das heißt sich über Aktivitäten informieren und Nachrichten austauschen. So ist der entsprechende Mitarbeiter gleich informiert, wenn der Kollege ein neues Projekt eröffnet hat oder die Marketingabteilung eine neue Kampagne startet.

Durch den Kauf von Nstein will OpenText die semantische Suche verbessern. Wer einen Zugang zum Bilderdienst Getty Images besitzt, kann sich davon überzeugen: So werden bei der Eingabe eines Suchbegriffs mehrere Optionen und Klassifizierungen angezeigt. Die Suche kann somit besser eingegrenzt werden. Sucht der Anwender beispielsweise nach dem Begriff „Schlange“ kann er zwischen der Option „Tiere“ und „Warteschlange“ auswählen.

ECM-Software für Smartphones

Der Boom von mobilen Anwendungen nimmt nicht ab: Im AppStore befinden sich circa 300.000 Applikationen für iPhone und iPad. Inzwischen sind über 10 Milliarden Apps heruntergeladen worden.
Mit OpenText Everywhere haben Mitarbeiter künftig jederzeit mobil Zugriff auf Content und Transaktionen – egal ob vom iPhone, iPad, Blackberry oder anderen Mobilgeräten. Mit Hilfe der Anwendungen können nutzer Inhalte aus der ECM-Suite durchsuchen und verwalten. Besonders praktisch: Durch Rendering werden die Ansichten an die jeweiligen Geräte angepasst. PowerPoint-Präsentationen lassen sich demnach auch auf kleinen Smartphone-Displays betrachten.

Das Beispiel Wikileaks hat erst kürzlich gezeigt, wie schnell sich sicher geglaubte Informationen über den ganzen Globus verbreiten können. Open Text möchte mit seiner Software die nötige Sicherheit bieten: Spezielle Einstellungen erlauben beim Suchen nach Dokumenten, ob Parameter wie Titel indiziert und angezeigt werden dürfen, Änderungen vorgenommen werden können oder ob es möglich ist, Content zu ersetzen, hochzuladen oder zum Download freizugeben.

Tom Jenkins

Tom Jenkins, Executive Chairman und Chief Strategy Officer von Open Text, hat Marketingmitarbeiter im Fokus (Foto: Christiane Stagge)

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