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Matchmaking, Technologien, Software: Start-ups unterstützen

Feature | 26. Februar 2016 von Andreas Schmitz 0

Start-ups und Konzerne kooperieren immer enger, so eine Studie von Accenture. Auch SAP unterstützt Ideen von Jungunternehmen und erweitert damit nebenbei sein Ökosystem.

Die Zusammenarbeit mit Start-ups wird für große Unternehmen immer wichtiger. Der klare Trend hin zur Digitalisierung erhöht den Anteil am Umsatz durch digitale Technologien, Produkte und Services von heute 16 auf 28 Prozent in drei Jahren. Gleichzeitig wächst auch der Einfluss der Start-ups im Konzernbetrieb. So gehen laut IT-Beratungshaus und SAP-Partner Accenture derzeit „nur“ neun Prozent der digitalen Innovationen auf Kollaborationen mit den ideengebenden Kleinunternehmen zurück. In drei Jahren werden es jedoch schon 12 Prozent sein, in fünf Jahren 20 Prozent, so Ergebnisse einer aktuellen Studie.

Konzerne und Start-ups: Gemeinsame Sache machen

Es ist also kein Wunder, dass Manager die Zusammenarbeit mit Start-ups in Hinsicht auf künftige Innovationen aktuell als fast so wichtig ansehen wie mit traditionellen Netzwerken, also Universitäten und Instituten für Forschung und Entwicklung. Auch Entrepreneuren ist es wichtig, mit Großunternehmen „gemeinsame Sache“ zu machen. Die Motivationen sind allerdings unterschiedlich: Unternehmen wittern die Chance, spezifisches Wissen und Talent für sich nutzen, neue Märkte erschließen und ihren Return on Investment für Forschung und Entwicklung verbessern zu können. Start-ups hingegen geht es darum, Anschluss an die großen Vertriebs- und Kundennetze zu bekommen, sich als Zulieferer zu etablieren und mehr Vertrauen der Investoren zu gewinnen.

SAP: Nicht mehr ausschließlich Lösungsanbieter, sondern auch Betreiber einer Plattform

Es ist – so sieht es Accenture – nur eine Frage der Zeit, bis Start-ups wie Konzerne ihre Zusammenarbeit derart verbessert haben werden, dass ein Innovations-Ökosystem entstanden ist, von dem beide Partner am besten profitieren. Eine digitale Plattform steht im Zentrum dieser Idee. Über sie vernetzen sich die Partner, entwickeln und integrieren sie ihre Lösungen. Laut Sebastian Wieczorek, der als Director Start-up Engagement für das SAP Innovation Center in Potsdam die Interaktion mit der deutschen Gründerszene koordiniert, ist der Walldorfer Konzern diesen Schritt bereits gegangen. „SAP fungiert heute nicht mehr ausschließlich als Lösungsanbieter, sondern auch als Betreiber einer Plattform“, so Wieczorek, der vor zwei Jahren nach Potsdam kam. So integrieren etwa Start-ups wie der Spezialist für Prozessanalyse Celonis oder der Augmented-Reality-Anbieter Itizzimo ihre eigens entwickelten Zusatzfunktionalitäten in die SAP-Welt. Während SAP mit ihren Lösungen die Prozesse im Unternehmen über standardisierte und automatisierte Software digitalisiert, können Start-ups diese durch innovative Ideen erweitern und bereichern. „Uns geht es darum, das Ökosystem der SAP zu vergrößern und unsere Kunden an der Innovationskraft der Startups teilhaben zu lassen“, erläutert Wieczorek.

Technologie zur Verfügung stellen

Diverse Ansätze haben sich in den letzten Jahren etabliert, um Start-ups einerseits auf den Weg zu bringen und auch in der alltäglichen Arbeit zu unterstützen. Im Rahmen des SAP Startup Focus Programms etwa hat SAP bereits mehr als 2.500 Start-ups seine SAP HANA-Technologie zur Verfügung gestellt. Eine erfolgreiche Bewerbung ist der Startschuss dafür, freie Lizenzen für die Nutzung von SAP HANA zu bekommen und zudem Unterstützung von der Entwicklung bis hin zum Go-To-Market von SAP-Seite zu erhalten.

Das SAP PartnerEdge-Programm hilft darüber hinaus den Start-ups, ihre Lösungen in die bestehende SAP-Welt zu integrieren – und damit das Portfolio der SAP zu erweitern. SAP unterstützt Start-ups darin, ihre Lösungen zu integrieren und sich als SAP Partner zu zertifizieren. Celonis ist ein gutes Beispiel dafür, denn mit Celonis Process Mining ist das Münchner Unternehmen diesen Weg bereits gegangen.

Das Matchmaking unterstützen

Für junge Start-ups, die noch Überzeugungsarbeit für ihre Ideen leisten müssen, nennt Wieczorek diverse Podien, auf denen das so genannte „Matchmaking“ stattfindet. Hier treffen die Ideen auf geballtes Industrie-Knowhow. Hier trifft der Kreative auf die Industrie. „Wir hatten kürzlich in Berlin ein Treffen von einer Handvoll Start-ups, die ihre Ansätze im Rahmen eines Workshops mit Versicherungsunternehmen diskutiert haben“, erläutert der Director Startup Engagement. Sein Ziel im Rahmen des SAP Innovation Center Networks ist, die lokalen Start-up-Szenen an den Standardorten wie in Berlin, Singapur und Palo Alto zu vernetzen, Förderungsmöglichkeiten zu erläutern und interessante Jungunternehmen für gemeinsame Innovationsprojekte zu scouten.

„Kleines CRM“: Genug für die wichtigen Kundenkontakte

„Natürlich geht es SAP darum, von neuen Ideen zu profitieren“, bekräftigt auch Frank Bielefeld, SAP Business One Product Expert der SAP. Doch ihm ist wichtig zu verstehen, welche Software Start-ups benötigen, damit sie möglichst wenig von ihrem Kerngeschäft abgehalten werden – nämlich neue kreative Lösungen zu entwickeln. „Auf die Frage, welche Software die richtige sei, antworteten in der „Langen Nacht der Start-ups“ in Berlin viele nur „Wir googeln was und probieren es aus“, konstatiert Bielefeld. Letztlich benötigen die Start-ups zunächst eine Kontaktverwaltung. Im nächsten Schritt wird den Financiers gezeigt, dass auch das Finanzwesen in einem System abgebildet werden kann.

Die „kleine ERP-Suite“: Munition für die Financiers

„Kleines CRM“ nennt Bielefeld die Einstiegssoftware für Start-ups, Produktname SAP Digital for Customer Engagement, das Kleinunternehmer für einen überschaubaren Betrag nutzen können. Weltweit nutzen die Lösungen, ein dreiviertel Jahr nach dem Launch, bereits mehrere hundert Startups. „Zudem lassen sich die Kontakte aus dem CRM später auch in die ERP-Lösung überspielen“, sagt Bielefeld. Wächst das Start-up, ist eine kleine ERP-Lösung unerlässlich. „Finanzen, Lager, Angebote, Rechnungen, steuergerechte Aufbereitung der Zahlen: Das muss eine Lösung bieten“, erläutert Bielefeld, der Mann für die „kleine ERP-Suite“ SAP Business One.

Innerhalb von Tagen oder wenigen Wochen ließen sich hier ein Kontenrahmen festsetzen, Formulare und Briefverkehr definieren und Rollen und Berechtigungen für die Cloud-basierte Software festlegen. „Wir werden auf der Start-up-Messe auf der CeBIT – der SCALE11 – zeigen, dass SAP besonders auch für kleine Unternehmen geeignete Software zur Verfügung hat“, so SAP-Experte Bielefeld, der ständig bei SAP-Partnern wie Variatec, Uniorg, Inceptum und OSC unterwegs ist und deren erweiterte Lösungsansätze bespricht.

Denn wie zeigte schon die Start-up-Studie von Accenture: Nicht nur Software wird sich ständig weiterentwickeln und verbessern – auch die Beziehungen zu den Partnern. Speziell für Start-ups wird das bedeuten, dass sich Konzerne in der nächsten Evolutionsstufe auf einige Start-ups festlegen werden, mit denen sie dezidiert an neuen Lösungen arbeiten – ehe sich zu guter Letzt jene Partner finden, die das „Ökosystem Innovation“ ausmachen werden.

Weitere Informationen

– SAP ist auf der CeBIT 2016 nicht nur in Halle 4, sondern auch auf der Startupmesse Scale11 in Halle 11 vertreten. Informieren Sie sich über das Startup Focus Program, die Lösung Digital for Customer (D4C) und SAP Business One.

SAP auf der CeBIT: Erleben Sie interessante Showcases aus dem Einzelhandel, der Bau- und der Eventbranche und entdecken Sie die Funktionalitäten von SAP S/4HANA.

– Veranstaltungshinweise: Stellen Sie als Start-up Ihre Ideen vor und vernetzen Sie sich mit Verantwortlichen aus der Industrie: B2B Berlin (10.03.), 12min.me (in München, Rostock und Berlin).

Aufmacherbild: Shutterstock

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