Mehr Durchblick im Performance Management

Feature | 5. April 2004 von admin 0

SAP-Lösungen unterstützen seit jeher Bereiche, die entscheidend für den Unternehmenserfolg sind, beispielsweise Finanzwesen oder Produktionsplanung. Trotzdem gehen Unternehmen bei der Implementierung individueller Anpassungen und Modifikationen häufig überstürzt vor und schenken Performance-Aspekten, der Skalierbarkeit oder der Systembelastung zu wenig Beachtung. Wenn jedoch Performance-Probleme entstehen, nachdem ein System den Produktivbetrieb aufgenommen hat, ist es wesentlich kostspieliger, sie zu beheben. Gerade dort, wo SAP NetWeaver auf mehreren Ebenen läuft, kann es schwierig sein, genau festzustellen, wo ein Performance-Problems seinen Ursprung hat. Bei solchen Umgebungen den Überblick zu behalten, stellt allein schon eine Herausforderung dar.

Drei verzahnte Komponenten

Abhilfe schafft eine vom Systemhaus Veritas für das Application Performance Management entwickelte Produktfamilie: Veritas i3. Sie bietet Unternehmen Software und Services, die die Performance kritischer Anwendungen optimieren. Dabei konzentriert sie sich auf die Antwortzeit, wie sie die Endanwender wahrnehmen. Die Lösung für das Performance Management von Anwendungen sammelt fortlaufend qualitativ hochwertige Kenngrößen aus jedem Teil der den Anwendungen zu Grunde liegenden technischen Infrastruktur: dem SAP-R/3-Server, SAP Web Application Server, J2EE-Servlets, Browser, Datenbank oder Speicher. Diese Werte setzt sie zueinander in Beziehung, um so die Performance aus Anwendersicht – eben die Antwortzeit – messbar darzustellen. Dieser Ansatz gewährleistet, dass sich schon bei ersten Anzeichen einer Verschlechterung der Antwortzeit schnell ermitteln lässt, wo die Ursache dafür in der Architektur zu suchen ist. So versetzt das Produkt Unternehmen in die Lage, die Performance von SAP-Anwendungen vollständig und durchgängig unter Kontrolle zu halten. Das Produkt Veritas i3 besteht aus drei Komponenten zusammen: Insight, Indepth und Inform. Die drei Komponenten stehen auch einzeln zur Verfügung. Ein von Veritas entwickeltes spezielles Integrationsmodul unterstützt SAP R/3 und SAP NetWeaver.
Veritas Insight misst die Antwortzeit einer komplexen Anwendung und schlüsselt sie nach den einzelnen Bereichen der technischen Infrastruktur auf: beispielsweise der Antwortzeit auf dem Web-Server, dem Applikations- oder dem Datenbankserver beziehungsweise auf dem Speicher. So wissen IT-Mitarbeiter sofort, wohin sie verstärkt ihr Augenmerk richten müssen. Insight bietet darüber hinaus spezifische Performance-Kenngrößen für SAP und andere Anwendungen. Diese anwendungsspezifischen Messwerte zeigen auf, welche Anwendung wieviel leistet, und erleichtern es damit, selbst schwierige Performance-Probleme zu beheben. Diese Informationen werden in einer Datenbank, dem sogenannten Performance Warehouse gespeichert. Darauf hat anschließend die Komponente Inform Zugriff hat, um die Historie bestimmter Trends oder auch Echtzeit-Alerts zu erzeugen.

Verzahnte Helferlein

Verzahnte Helferlein

Veritas Indepth sammelt detaillierte Performance-Kenngrößen der technologischen Komponenten, die die Antwortzeit beeinflussen, beispielsweise von J2EE und anderen Applikationsservern, Web-Servern oder Speichern. Damit lässt sich komplexen Performance-Problemen tiefer auf den Grund gehen. Anhand dieser Daten ermittelt Indepth die Ursache für eine Performance-Verschlechterung in einem bestimmten Teil der Infrastruktur. Außerdem schlägt diese Komponente Maßnahmen vor, um das Problem fachkundig zu beheben. Auch diese Informationen werden in der Performance-Datenbank gespeichert und lassen sich von der Inform-Komponente aufbereiten .
Anhand der von Insight und Indepth zusammengetragenen Performance-Daten generiert nun Inform Reports zur Historie und zu Ausnahmemeldungen. Mit Hilfe der Komponente lassen sich Berichte über Performance-Messungen – beispielsweise zu den Antwortzeiten – erstellen, um zu demonstrieren, wie sich die Leistung Schritt für Schritt verschlechtert hat. Die Berichte helfen Systemadministratoren dabei, zum richtigen Zeitpunkt einzugreifen, um die Antwortzeit akzeptabel zu halten. Falls die Performance-Daten besonders beobachtet werden sollten, weil ein Grenzwert überschritten wurde, erhalten die IT-Mitarbeiter eine Warnmeldung in Echtzeit. Damit wird sichergestellt, dass Probleme erkannt und so schnell wie möglich gelöst werden.

Schnellere Laufzeiten, fixe Problemlösung

Der Automobilkonzern Volkswagen beauftragte jüngst den IT-Dienstleister Gedas Mexiko damit, für sein expandierendes Montagewerk in Puebla, Mexiko eine ständig verfügbare, robuste Anwendung im Bereich Supply Chain Management und Enterprise Resource Planning zu realisieren. Gedas entwickelte eine flexible SAP-R/3-Implementierung, um geschäftskritische Prozesse in der Fertigung, Logistik, Fakturierung und Lagerverwaltung rund um die Uhr abzuwickeln. Bevor die IT-Spezialisten Veritas i3 nutzten, um die SAP-R/3-Anwendungen von Volkswagen ständig zu überwachen, waren sie lediglich imstande, eine Liste der 40 teuersten und ressourcenintensivsten Transaktionen zu erzeugen. “Die Liste der Top-40-Transaktionen gab uns keinerlei Hinweis darauf, warum oder wann es zu Problemen kam. Wir schickten die Informationen in der Regel an die Wartungsteams, die aber auch nicht viel damit anfangen konnten”, so Alejandro Cavazos, System Progamming Manager bei Gedas Mexico. “Jetzt können wir uns nicht nur den zeitlichen Ablauf, sondern auch den Zusammenhang zwischen Transaktion, Benutzer und SQL-Anweisung grafisch anzeigen lassen. So erkennen wir die Ursache des Problems und können es dadurch schnell beheben.”
Mit Veritas i3 für SAP erzielte Gedas einen beträchtlichen, quantifizierbaren Nutzen. SAP-R/3-Anwendungen laufen auch zu Zeiten der Spitzenbelastung bis zu dreimal schneller. Generell haben sich die Anwendungen um 92 Prozent beschleunigt. Jetzt benötigen zwei Personen nur einen Tag für ein Programm – vorher waren es fünf, und das eine Woche lang. Dadurch können die Mitarbeiter mehr Zeit dafür investieren, die Anwendung proaktiv zu betreuen und strategische Projekte zu verfolgen. Telefonische Problemmeldungen außerhalb der normalen Geschäftszeiten sind von zwei bis drei pro Nacht auf einen oder zwei pro Monat zurückgegangen. Außerdem erfüllte Gedas die strengen Auflagen seiner Service Level Agreements (SLAs), ohne viel in neue Hardware zu investieren. Wie dieser Fall zeigt, lassen sich Performance-Probleme in Unternehmensanwendungen wie SAP R/3 durchgängig analysieren.

Wichtige Anwendungsdaten aufzeichnen

SAP-Administratoren sehen sich angesichts von Hunderten oder sogar Tausenden von Benutzern einer einzigen Implementierung mit der schwierigen Aufgabe konfrontiert, systematische Prozesse zu definieren, um die Hintergründe von Anwenderverhalten, typischen Nutzungsmustern, Service-Levels und Anwendungsmeldungen zu verstehen. Diese Faktoren haben erhebliche Auswirkungen auf die Gesamtbetriebskosten einer SAP-Lösung.
Um den Service kostengünstiger einzusetzen, sollte die IT-Abteilung überprüfen, welche Services von den Anwendern tatsächlich in Anspruch genommen wurden, um sie bedarfsgerechter zu gestalten. Insbesondere sollte sie über die gesamte SAP NetWeaver-Plattform hinweg Kenngrößen für die SAP-Anwendungen aufzeichnen und zueinander in Beziehung setzen. Beispiele für solche Kenngrößen sind von Benutzern aufgerufene Web-Seiten und URLs, die Netzwerkzeit für die Verbindung zu entfernten geographischen Standorten, SAP-Transaktionen, Anwendungsmodule, Bildschirmbilder oder SQL-Datenbankanweisungen. Auch J2EE-Servlets, die auf SAP Web Application Server laufen, können bei ihrem Aufruf ein Performance-Problem verursachen. Es mag mühsam für die Administratoren sein, diese Daten zu sammeln. Um jedoch sicherzustellen, dass sich Engpässe identifizieren und die nächsten Schritte für die Performance-Optimierung festlegen lassen, führt kein Weg daran vorbei.
Weitere Informationen zu Veritas-Produkten finden Sie unter http://www.veritas.com/.

Ray Suarez

Ray Suarez

Leave a Reply