Mehr Licht im Warenfluss

Feature | 24. Januar 2007 von admin 0

Kurzprofil Struck-Leuchten

Kurzprofil Struck-Leuchten

Als bei Struck-Leuchten die Einführung eines neuen ERP-Systems anstand, weil das bisherige Produkt und sein Hersteller vom Markt verschwunden waren, hatte der Anbieter von illuminierter Werbung vor allem einen Wunsch: Die nächste Lösung sollte zukunftssicherer sein. Doch dies war nicht das einzige Entscheidungskriterium, wie Geschäftsführer Markus Struck berichtet: “Viele unserer Kunden setzen SAP ein und traten immer wieder mit der Bitte an uns heran, für sie eine Möglichkeit zum direkten Informationsabruf in unserem System zu schaffen. Da lag es nahe, dass auch wir SAP einführen.” Das Unternehmen entschied sich für mySAP ERP.
Für die Lösung sprach unter anderem das ausgefeilte Bestellvorschlagswesen, mit dem sich die Bedarfe tagesaktuell mit den Beständen abstimmen lassen. Der Mittelständler fertigt die Werbelinien – bestehend aus Transparentanlagen, Werbeleuchten, Lichtkästen und Leuchtschildern – überwiegend in Serie und produziert die einzelnen Elemente in festgelegter Stückzahl. Dabei werden bestimmte Baugruppen, wie Vorschaltgeräte und Glasscheiben von Zulieferern gefertigt. Früher bestellte Struck-Leuchten die gesamte für ein Jahr benötigte Menge an Fremdteilen auf einmal, unabhängig davon, wie viele Teile noch auf Lager waren. Die alte Software bot keine Funktionalität, mit der sich die tagesaktuellen Bestandsmengen abrufen und mit den vorliegenden Bedarfsanforderungen abgleichen ließen. Struck-Leuchten hatte demzufolge immer hohe Lagerbestände.

Lagerbestände um 30 Prozent gesenkt

Anders die Situation heute: Einmal monatlich werden die tagesaktuellen Bestände mit den vorliegenden Aufträgen abgeglichen. Dabei meldet die Software automatisch, wenn beispielsweise ein Mindestlagerbestand unterschritten wird oder die Bedarfsanforderungen die Bestandsmengen übersteigen. Dann versendet die Lösung eine Bestellvorschlagsliste an den Einkauf, der damit alle notwendigen Informationen erhält. Der Bestellvorgang selbst erfolgt ebenfalls in mySAP ERP. Zwar druckt der Einkauf die Order derzeit noch aus und faxt sie manuell an den Lieferanten, doch demnächst soll die Fax-Bestellung direkt aus der Unternehmenssoftware heraus angestoßen werden. “Heute bestellen wir nicht mehr blind, sondern sukzessive und ausgehend von den vorhanden Kapazitäten”, bringt Geschäftsführer Markus Struck den Nutzen auf den Punkt. Damit hat das Unternehmen seine Lagerbestände um dreißig Prozent gesenkt.
Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: In der Lösung ist für jeden Artikel eine mehrstufige Stückliste hinterlegt, anhand derer die Bedarfsanforderung und die Fertigung gesteuert werden. Jede Abteilung erhält automatisch die für sie relevante Stückliste mit den abzuarbeitenden Arbeitsschritten. Mit den Stücklisten sind auch Bilder und Grafiken aus Windows-Programmen verknüpft, so dass die Mitarbeiter im Einkauf und in der Fertigung visuell kontrollieren können, ob sich hinter der Materialnummer tatsächlich das zu ordernde oder zu produzierende Bauteil verbirgt.
Die Stücklisten enthalten außerdem die Durchschnittspreise – was vor allem für die Kalkulation im Verkauf nützlich ist. Bisher arbeitete Struck-Leuchten hier mit Bewertungspreisen für den existierenden Lagerbestand, die in der Regel zur Inventur ermittelt wurden und immer für ein Jahr galten. Dieses starre Modell hatte den Nachteil, dass sich im Gültigkeitszeitraum auftretende Preisveränderungen nicht berücksichtigen ließen. Heute dagegen legt die mySAP ERP der Kalkulation stets den aktuellen Einkaufspreis zugrunde, aus dem dann der Durchschnittspreis ermittelt wird. Der Verkauf kann jederzeit über die Materialnummer und die hinterlegte Stückliste auf diese Informationen zugreifen.

Auch ungeübte Anwender finden sich schnell zurecht

Die Vorteile

Die Vorteile

14 Mitarbeiter arbeiten mit der neuen Unternehmenssoftware und schätzen laut Struck deren intuitive und daher benutzerfreundliche Oberfläche: “Selbst Kollegen mit geringen oder gar keinen PC-Erfahrungen fanden sich schnell zurecht.”
Die Anwender profitieren außerdem von der größeren Transparenz im Warenfluss. Im Gegensatz zu früher, als alle eingehenden Artikel in der Regel erst zwei Tage später in den Bestand gebucht wurden, erfolgt dies heute direkt bei Wareneingang anhand der Materialnummer. Somit kennen Einkauf und Fertigung auf die Minute genau den aktuellen Lagerbestand und können gegenüber Lieferanten schneller reagieren. Per Knopfdruck lässt sich feststellen, welche Bestellungen noch offen sind und wo möglicherweise gemahnt werden muss.
Vorbei sind die Zeiten, als man oft nachfragen musste, ob die bestellte Ware schon eingegangen oder einfach noch nicht als Eingang gebucht worden war. Manchmal kam es sogar vor, dass ein Lieferschein vergessen wurde, da die Warenannahme nicht direkt an die ERP-Software angeschlossen war. Statt dessen wurden alle Lieferschiene beim Einkauf gesammelt und dort – zeitlich verzögert – in die Anwendung eingegeben. “Mit mySAP ERP erfassen wir die Ware sofort bei Eingang und haben daher eine verlässliche Informationsbasis für unsere Entscheidungen”, erläutert der Geschäftsführer. “Letztlich bedeutet dies, dass wir durch die bessere Nachvollziehbarkeit des Warenflusses nicht nur die Lagerbestände optimiert, sondern gleichzeitig unsere Lieferfähigkeit erhöht haben.”
Wenn Markus Struck von besserer Nachvollziehbarkeit spricht, meint er nicht nur die Wareneingangsbuchung in Echtzeit. Insgesamt sei mehr Licht in den Warenfluss gekommen – vom Eingang über die Fertigung bis zum Warenausgang. Per Mausklick lasse sich anhand der Auftragsnummer der Status jeder Order problemlos ermitteln.

SAP in nur 70 Tagen eingeführt

Künftig sollen auch die Kunden direkt in der SAP-Lösung von Struck-Leuchten Informationen abrufen können, beispielsweise, ob ein Artikel bereits ausgeliefert wurde oder nicht. Damit kommt das Unternehmen dem Wunsch vieler Kunden nach und auf die ursprüngliche Intention des EDV-Wechsels zurück.
Wie schon bei der Einführung von mySAP ERP will der Mittelständler auch bei diesem und einem weiteren Nachfolgeprojekt – dem Aufbau eines Barcodesystems für alle Artikel und Materialien – auf die Unterstützung des IT-Dienstleisters itelligence zurückgreifen. Am Bielefelder Systemhaus schätzt Geschäftsführer Struck vor allem dessen professionelle und kooperative Vorgehensweise. Selbst schwierige Herausforderungen wie die Übernahme der Stücklisten wurden in einem absehbaren Zeitrahmen gemeistert. Das Ergebnis spricht für sich: Nach nur 70 Manntagen ging die neue SAP-Lösung produktiv.

Markus Hülsmann

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