Mehr Power mit myEnergy

Feature | 15. Oktober 2003 von admin 0

„Kleinen und mittelständischen EVU, wie etwa den Stadtwerken, bläst heute ein rauer Wind entgegen“, erklärt Lars Austermann, Vertriebsleiter des SAP Business Partners BTC Business Technology Consulting AG. „Die Betriebe haben nicht allein mit mehr Konkurrenzdruck zu kämpfen, sondern seit April 2000 auch mit staatlichen Vorgaben aus dem Erneuerbare Energien-Gesetz (EEG) und steigenden Energiesteuern. Die Tarifsysteme und damit Buchhaltung und Controlling werden immer komplexer“, erläutert Lars Austermann weiter. Hinzu kommen Veränderungen in den Firmenstrukturen, wie das so genannte „Unbundling“, was bedeutet, dass Netzdienste und Energieerzeugung/Energievertrieb getrennt in verschiedenen Unternehmenseinheiten betrieben werden müssen. Unbundling betrifft zwar nur Unternehmen ab einer gewissen Größenordnung, hat jedoch auch für gesetzlich nicht betroffene Unternehmen Folgen, da sich im gesamten Markt die Prozessabläufe der agierenden Parteien verändern. Dies hat zum Teil massive Auswirkungen auf die IT-Strukturen der Versorger, denn es macht de facto eine Datentrennung, entweder als Zweimandanten-Modell oder als Zweisysteme-Modell, zwischen Netzbetriebsgesellschaft und Energievertriebsgesellschaft notwendig.

Prozesse durchgängig abbilden

Softwarelösungen „von der Stange“ sind den gestiegenen Anforderungen, Abläufe und Prozesse eines EVU abzubilden, nicht mehr gewachsen, verdeutlicht Austermann die Situation kleiner und mittelständischer Versorgungsbetriebe. Diese müssten ihre kaufmännischen und technischen Prozesse einem IT-System anvertrauen, das durch einen hohen Integrationsgrad und Beständigkeit am Markt ihre Investitionen nachhaltig sichert. Das Oldenburger IT-Consulting-Unternehmen hat deshalb mit der qualifizierten mySAP-All-in-One-Lösung myEnergy eine Software auf Basis des SAP R/3-Standards und der Branchenlösung SAP IS-U/CCS entwickelt, in der die meisten Unternehmensprozesse der Energieversorger bereits vorkonfiguriert sind. Nach BTC-Angaben sind auf Basis dieser Voreinstellungen jederzeit individuelle Anpassungen auf die spezifischen Bedürfnisse von SMBs möglich. „Die Lösung“, so BTC-Vertriebsleiter Austermann, „deckt alle relevanten Prozesse von EVU ab.“
Die modular aufgebaute Branchenlösung beschreibt Vertriebsleiter Austermann „quasi als Softwarebaukasten, dessen einzelne Module auch unabhängig voneinander eingesetzt werden können“. BTC bietet mit myEnergy.BA (Betriebswirtschaftliche Anwendungen), myEnergy.KM (Kunden Management), myEnergy.GS (Geografische Informationssysteme) und myEnergy.NK (Netzkalkulation) vier Module an. In den Einzelmodulen sind allgemeine Betriebsabläufe, wie etwa Vertrieb, Finanzbuchhaltung oder Material- und Personalwirtschaft oder Verbrauchsabrechnung ebenso voreingestellt wie branchenspezifische Prozesse. So gibt es beispielsweise spezielle Benutzeroberflächen zur Leitungs- und Wegerechtsadministration bei Baumaßnahmen, zur Hausanschlussabwicklung oder um Rohrnetzbücher zu führen. Hinzu kommen noch Add-Ons, etwa für Ablesung, Abrechnung und Fakturierung oder zur Lagerbewirtschaftung via Funk und MDE-Gerät inklusive Barcode-Scanner sowie eine Schnittstelle für die automatische Übergabe der in SAP erfassten SAP-PAISY Mitarbeiterstunden nach PAISY.

Komplettlösung ist gefragt

Dem Oldenburger SAP-Partner zufolge sind die Dateneingaben auf allen Oberflächen an die zentrale Dokumentenverwaltung gebunden. So können die Anwender beim Controlling mittels eines übergeordneten Projektabwicklungsmoduls jederzeit auf die gesamte vorhandene Datengrundlage zugreifen und auf dieser Grundlage dann auch etwaige Investitionen kontrollieren. Um Genehmigungsverfahren bei Baumaßnahmen zu erleichtern, verfügt die Benutzeroberfläche für das Leitungs- und Wegerecht über standardisierte Schnittstellen zu Genehmigungsbehörden. Die BTC- Programmierer haben in ihr Softwarepaket auch ein optisches Archivierungssystem integriert, mit dessen Hilfe alle am jeweiligen Prozess Beteiligten jederzeit eingescannte Rechnungen und Vermerke abrufen und einsehen können. Dafür werden die Dokumente mit einem Barcode versehen. Auf Wunsch kann auch ein Geografisches Informationssystem (GIS) in myEnergy integriert werden. Es eröffnet die Möglichkeit, alle Informationen mit geografischem Bezug per Mausklick zu visualisieren, egal ob als Landkarte oder in Torten- und Balkendiagrammen.
Laut Austermann liefert BTC mit myEnergy „das Rundum-Sorglos-Paket“ für kleine und mittelständische Energieversorger. „Wir bieten die Lösung als Komplettpaket inklusive Lizenz, Migration, Einführung und Betrieb zum Festpreis an“, so Austermann weiter. Die Einführung von myEnergy dauert nach BTC-Angaben, je nach Projekt- und Leistungsumfang, durchschnittlich zwischen acht und zwölf Wochen. Und welche Systemvoraussetzungen sind gefordert? „Keine“, antwortet Austermann. „Durch die Möglichkeit, die Lösung im BTC-Rechenzentrum im ASP-Verfahren zu betreiben, benötigt ein Kunde nicht einmal eine eigene Systemlandschaft.“ Damit böten sich vor allem im Bereich der IT-Betriebskosten erhebliche Einsparungspotenziale, und dafür „ist die Zeit jetzt einfach reif“, fügt Austermann abschließend hinzu.

Weitere Informationen:

www.btc-ag.com

Dr. Andreas Schaffry

Dr. Andreas Schaffry

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