Mehr Wert für Unternehmen

Feature | 15. November 2004 von admin 0

Viele Wohnungsunternehmen orientieren ihre Planung und Steuerung am bilanziellen Ergebnis. In der Bilanz sind jedoch zahlreiche Faktoren enthalten, die sich nicht auf die Zahlungskraft und die damit verbundenen Ausschüttungen an die Aktionäre auswirken. Demgegenüber hat die wertorientierte Unternehmensführung die Aufgabe, den Wertbeitrag von Strategien und Unternehmensbereichen zu messen und davon diejenigen zu fördern, die Unternehmenswert und Kapitalfluss erhöhen. Planung und Managemententscheidungen werden an der Spitzenkennzahl Unternehmenswert ausgerichtet; damit sind der Maßstab zur wirksamen Nutzung des eingesetzten Eigen- und Fremdkapitals sowie die Wertschaffung in die Planungs- und Steuerungsprozesse von Unternehmen integriert.

Grundstein im Portfoliomanagement

Nachdem die GESOBAU AG bereits 1996 mit der Abbildung zentraler Geschäftsprozesse in den SAP-Kernfunktionen begonnen hatte, wurde die Nutzung schrittweise um die Module SAP Real Estate Management (SAP RE), Instandhaltung (SAP PM) und Projektsystem (SAP PS) erweitert. 2002 schuf das Berliner Immobilienunternehmen durch die Einführung des Portfoliomanagements mit SAP BW und SAP SEM die Voraussetzungen zur liquiditäts- und wertorientierten Steuerung auf Objektebene.

Ein Jahr später entstand der Wunsch, die erzielte Transparenz auch auf andere Geschäftsbereiche und das gesamte Unternehmen auszudehnen. Auf der Grundlage des bereits gemeinsam durchgeführten Projektes zur Implementierung des Portfoliomanagements entwickelte Petra Gothe, Finanzvorstand von GESOBAU AG, zusammen mit PricewaterhouseCoopers Real Estate, vertreten durch Susanne Eickermann-Riepe, Partner, ein Fachkonzept zur wertorientierten Unternehmensführung. Das Konzept umfasst die integrierte Planungsrechnung für den Vertrieb, für Investitionen, Ergebnisse, Bilanzen, Liquidität und Cashflow; ebenso die Simulation und den Vergleich unterschiedlicher Planungsszenarien, laufende Plan-Ist-Vergleiche sowie ein wertorientiertes Kennzahlenmonitoring.
Zur Bewertung des Unternehmens erstellte Petra Gothe gemeinsam mit dem Beratungspartner ein Berechnungsmodell auf Basis der Kennzahl Discounted Cash Flow (DCF). Der Vorteil liegt darin, dass die Erzeugung eines künftigen Kapitalflusses auf mehreren Ebenen des Unternehmens betrachtet wird. Auf der Grundlage der Analyse des voraussichtlichen Kapitalflusses auf diesen Ebenen können die Strategien ermittelt werden, die voraussichtlich einen akzeptablen Wertzuwachs hervorbringen. Dieses Bewertungsverfahren ist auch deshalb nützlich, weil es zunehmend von den Finanzmärkten als wichtiges Verfahren zur Ermittlung des künftigen Wertpotenzials eines Unternehmens herangezogen wird.
Ausgehend von allgemeinen Werttreibern wurden darüber hinaus immobilienwirtschaftliche Werttreiber wie Nettokaltmieten, Erlösschmälerungen, nicht umlagefähige Betriebskosten sowie Verwaltungs- und Instandhaltungsaufwendungen definiert. Deren Auswirkungen auf die Unternehmenskennzahlen sind in Simulationsrechnungen ermittelbar und in Planungsszenarien vergleichbar. Das Fachkonzept zur integrierten Planung wurde im November 2003 verabschiedet und unter Federführung von IT-Projektleiter Thomas Klein mit SAP BW und SAP SEM auf Basis von SAP NetWeaver umgesetzt. Als Beratungspartner zum technischen Konzept und zur Realisierung wurde die Real Estate Beratung von SAP Deutschland gewählt. Erstmals mit der Fünfjahresplanung für die Jahre von 2005 bis 2009 wurden die Daten in die bestehende SAP-Systemlösung integriert und vorhandene Office-Insellösungen abgelöst.

Geschäftsprozesse optimiert

Weniger Kosten, verkürzte Transaktions- und Planungszeiten, beschleunigte Berechnung der Planungsszenarien und bessere Vergleichsmöglichkeiten: Die wertorientierte Steuerung hat die Geschäftsprozesse der GESOBAU AG optimiert. “In allen Geschäftsbereichen orientieren sich unsere Planungen nun an den vereinbarten Eingangsdaten und Verfahren”, bringt Petra Gothe die wesentlichen Vorteile auf den Punkt. “Dadurch können wir auf viele Excel-basierte Planungswerkzeuge und aufwendige Simulationen mit verschiedenen Eingangsdaten verzichten.”
Das neue Verfahren ermöglicht mit SAP BW Queries, die Plandaten der ausgewählten Planvariante mit den verdichteten Ist-Daten aus dem Bewirtschaftungssystem im Managementsystem zu vergleichen. Im nächsten Projektschritt ist geplant, die Ist- und Zielwerte für Werttreiber und KPI’s in der Balanced Scorecard abzubilden.Die Verknüpfung mit Einzelrisiken und die Festlegung von Risikoschwellwerten garantiert das kontinuierliche Risikocontrolling.
Die Ausrichtung der strategischen Geschäftsziele an der Spitzenkennzahl Unternehmenswert und den übrigen Kennzahlen ermöglicht der GESOBAU AG eine wertorientierte Entscheidungsfindung: “Wir sind in der Lage, die eingesetzten Finanzmittel wirksam zu nutzen und unseren Kapitalgebern damit die Rendite zu bieten, die sie für die Übernahme ihres Risikos erwarten,” bestätigt Petra Gothe das Erreichen des Projektzieles.

Integrierte Oberfläche

Zugleich profitiert die GESOBAU AG von den Vorzügen der SAP NetWeaver-Technologie. Die gewählte webfähige Lösung bietet auch bei vielfältigen Schnittstellen eine integrierte und funktionsbezogene Oberfläche. Damit können nachhaltig die Kosten für die Verwaltung der Schnittstellen gesenkt werden, und auch für komplexe Prozesse steht den Anwendern eine übersichtliche Plattform zur Verfügung. Insgesamt arbeiten bei der GESOBAU AG rund 50 Anwender mit SAP BW und SAP SEM.

Sibylle Hofmeyer

Sibylle Hofmeyer

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