Menschen, Informationen und Geschäftsprozesse im Einklang

Feature | 17. Mai 2005 von admin 0

In mehr als 40.000 Unternehmen laufen SAP-Installationen auf Microsoft Windows. Neue SAP-Lösungen werden zu fast zwei Dritteln auf Windows installiert. Und: Viele SAP-Kunden entwickeln Anwendungen auf Basis der Microsoft-Technologie. Damit erweist sich die Interoperabilität zwischen den Produkten als essentiell, um aus den IT-Investitionen den höchstmöglichen Wert zu schöpfen.
Die Kooperation zwischen SAP und Microsoft für mehr Interoperabilität begann 1994 mit der Portierung von SAP R/3 auf Windows NT. Mit dem im Mai 2004 beschlossenen Fahrplan über die Kooperation bei Web-Services, verschiedenen technischen Initiativen sowie der Einrichtung eines Collaboration Technology Support Centers (CTSC) in Walldorf wurde die Kompatibilität der zwei strategischen Plattformen SAP NetWeaver und Microsoft .NET deutlich erweitert. Insgesamt umfasst die Interoperabilität vier Ebenen, die es zu integrieren gilt: Menschen, Informationen, Geschäftsprozesse sowie die Anwendungsplattform.

Menschen integrieren

Für die Integration auf Ebene der Mitarbeiter bietet die Verzahnung von SAP NetWeaver und Microsoft .NET verschiedene Möglichkeiten: Web-Anwendungen und -Produkte von Microsoft lassen sich nahtlos in der Benutzeroberfläche von SAP Enterprise Portal integrieren. Der Zugang zu SAP NetWeaver wird über Microsoft Smart Clients ermöglicht. Die Integration zwischen SAP NetWeaver und dem Microsoft Active Directory, dem Microsoft-Verzeichnisdienst, erleichtert wiederum die Benutzerverwaltung in Microsoft-Arbeitsumgebungen.
Das SAP Portal Development Kit (PDK) für Microsoft .NET ermöglicht es, innerhalb der gewohnten Entwicklungsumgebung von Microsoft Visual Studio neue Komponenten für SAP Enterprise Portal zu schaffen. Die Integration geht dabei weit über eine einfache visuelle Darstellung von existierenden webbasierten Benutzeroberflächen hinaus: Eine enge Integration mit der SAP-EP-Infrastruktur einschließlich Benutzerkontext, Berechtigungen, Rollen und der Kommunikation zwischen iViews zählt mittlerweile zum Standardrepertoire.
Das PDK für .NET fügt sich nahtlos in die Entwicklungsplattform Microsoft Visual Studio ein, um .NET-Entwicklern die Arbeit mit den Programmiersprachen C# oder Visual Basic zu erleichtern. Portal-Komponenten lassen sich mit Hilfe von Portal Add-ins schaffen, der Zugang zur SAP-EP-Infrastruktur und den Services erfolgt durch .NET-Objekte. PDK für .NET enthält eine Reihe von SAP-NetWeaver-basierten .NET-Controls: Bausteine wie Eingabefelder, Knöpfe oder Tabellen, aus denen sich Benutzerschnittstellen zusammensetzen, so dass die geschaffenen Portal-Komponenten mit den anderen Portal-Views die einheitliche Gestaltung teilen. Die Portal-Views können direkt von Visual Studio in ein SAP Enterprise Portal installiert werden. Das PDK für .NET bietet somit den gemeinsamen Kunden eine sichere Grundlage, um .NET-basierte Eigenentwicklungen mit wenig Aufwand in das SAP EP zu integrieren.
Auch bei den Desktop-Anwendungen zahlt sich die Verzahnung von SAP NetWeaver und Microsoft Smart Client Technologien aus. Eine enge Interoperabilität und Integration zwischen Microsoft Office und SAP NetWeaver erhöht den Wert der Investitionen für SAP- und Microsoft-Kunden. Das auf der SAPPHIRE ´05 in Kopenhagen angekündigte gemeinsame Produkt mit dem Arbeitstitel “Mendocino” ist ein aktuelles Beispiel dafür, die zwei Welten auf der Anwenderebene noch enger miteinander zu verbinden. Noch sind die unternehmensweit einheitlichen Geschäftsprozesse und -daten, die auf SAP Lösungen basieren, nicht durchgehend mit den Daten und Prozessen verbunden, die mit Hilfe von Microsoft Office erarbeitet und verwaltet werden. “Mendocino” wird das vorhandene enorme Synergie-Potential nutzbar machen. Das erleichtert die Arbeit des Einzelnen und senkt natürlich auch die Kosten im Unternehmen.
Nicht zuletzt ermöglicht die Interoperabilität beider Systeme eine vereinfachte Benutzerverwaltung. Die Verknüpfung von SAP NetWeaver und Microsoft Active Directory erleichtert die Benutzeranmeldung durch die Verbindung von SAPs Single-Sign-On (SSO)-Mechanismus mit dem Authentifizierungsdienst Kerberos, der auf Microsoft Windows Servern vorrangig verwendet wird. Damit melden sich Anwender mit ihren SAP-Zugangsdaten zugleich auch in vielen Microsoft-Anwendungen an. Ein Passwort für alle Anwendungen erhöht nicht nur die Benutzerfreundlichkeit und Produktivität – es reduziert vor allem die Hilferufe beim Helpdesk wegen eventuell vergessener Zugangsdaten.

Prozesse integrieren

Die dritte Ebene der Integration sorgt mit ihren ausgefeilten Technologien für die Integration von Geschäftsprozessen. Die Basis einer flexiblen Integration von Prozessen über SAP- und Microsoft-Umgebungen hinweg ist die Unterstützung von Web-Service-Protokollen, die darüber hinaus die Grundlage der serviceorientierten SAP Enterprise Services Architektur bilden.
Prinzipiell liegt der Schwerpunkt auf der SAP Exchange Infrastructure (SAP XI), einer Schlüsselkomponente von SAP NetWeaver, sowie auf Microsoft BizTalk Server. Beide Produkte bieten direkte Interoperabilität auf der Basis existierender oder künftiger offener Standards wie Web Services Reliable Messaging (WS-RM), Simple Object Access Protocol (SOAP) oder Business Process Execution Language for Web Services (BPEL4WS).
Das derzeit verbreitetste SAP-Entwicklungs-Werkzeug für Microsoft ist der SAP Connector für Microsoft .NET. Dieser ermöglicht es Entwicklern, .NET-Applikationen auf die Funktionalitäten von SAP-Applikationen synchron zugreifen zu lassen, was primär für eigenentwickelte Desktop-Anwendungen sehr nützlich ist. Der SAP Connector für Microsoft .NET bietet hauptsächlich in Verbindung mit SAP-Lösungen vor SAP NetWeaver Vorteile, da er die Kommunikation wahlweise über SAP Remote Function Call-Protokoll (RFC) oder über offene Internet-Standards wie HTTP, SOAP und XML abwickelt.

Integration auf der Anwendungsplattform

Mit der Portierung von SAP R/3 auf das damals junge Windows NT-Betriebssystem begann die Partnerschaft von SAP und Microsoft. Heute setzen über 60 Prozent der SAP-Kunden auf Windows als Server-Betriebssystem. Auch SQL-Server hat als Datenbank große Erfolge vorzuweisen. Frühere Herausforderungen in den Bereichen Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und Performance der Plattformen sind gemeinsam erfolgreich bewältigt worden. Dies ist das Ergebnis von über 10 Jahren enger Zusammenarbeit der Entwicklungsteams in Walldorf und Redmond. SAP-Ingenieure arbeiten in Redmond, Microsoft-Ingenieure sind umgekehrt in Walldorf eng in die Entwicklung eingebunden. So können beide Seiten voneinander lernen und die Fähigkeiten und die Qualität der Produkte verbessern – die Kunden beider Unternehmen profitieren davon. Nicht zuletzt auch wegen der gewaltigen Fortschritte bei der Entwicklung der Prozessoren und Server, lässt sich heute nahezu jede SAP-Installation auf der Windows-Plattform mit SQL-Server betreiben.

Thomas Meigen

Thomas Meigen

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