Mit dem Geschäftstempo Schritt halten

Feature | 11. Januar 2005 von admin 0

Mit verschiedenen Initiativen versuchen Hersteller, ihre Kosten zu senken sowie ihre Reaktionsfähigkeit und die Produktqualität zu verbessern. Dafür benötigen sie verschiedene Sichten und grafische Darstellungen der Key Performance Indicators (KPI) und anderer Kenngrößen, auf denen wichtige Entscheidungen basieren. Die Daten, die notwendig sind, um diese Kenngrößen zu ermitteln und den Erfolg der Verbesserungsinitiativen zu messen, sind in der Regel aus zahlreichen unterschiedlichen Anwendungen und Datenbanken zusammen zu suchen. Zudem besteht die Gefahr, dass die Entscheider durch die schiere Flut der Informationen überwältigt werden.
Abhilfe schafft eine Software-Familie, die der SAP-Partner Lighthammer, ein Spezialist für die Bereiche Enterprise Manufacturing Intelligence und Collaborative Manufacturing, speziell für SAP-Anwender in der Fertigungsindustrie entwickelt hat. Dazu gehören die Lighthammer Collaborative Manufacturing Suite (CMS) SAP Edition, der Lighthammer Manufacturing Services Adapter (MSA) für SAP NetWeaver und das zusammengesetzte Anwendungspacket xApp Manufacturing Performance Improvement (MPI). Lighthammer ist sowohl SAP-xApp- als auch Powered-by-NetWeaver-Partner, das heißt, die Lösungen werden über die Integrationsplattform SAP NetWeaver bereitgestellt und sind eng mit ihr integriert.

“Next Practices” in der Fertigung

Die CMS-Plattform stellt ein breites Spektrum an Funktionalitäten zur Verfügung. Dazu gehören die Anbindung an Fertigungsanwendungen und Datenquellen, die Visualisierung und Analyse von Fertigungs- und anderen Daten, das KPI- und Alert-Management, Qualitätsanalysen und eine ereignisbasierte Werk-SAP-Integration.
MPI ist ein zusammengesetztes Anwendungspaket (xApp), das Key Performance Indicators für die Fertigung bereitstellt, beispielsweise Daten über Fertigungsgrade, Anlagenauslastung und Ausschussraten. Das xApp verschickt Warnmeldungen (Alerts), wenn Sicherheitsbestände unterschritten werden, die Ausschussrate einen bestimmten Grenzwert überschreitet oder ein Indikator für die Produktqualität auf ein Problem hinweist. Außerdem liefert MPI Ereignisbenachrichtigungen, unter anderem bei einer Änderung des Auftragsstatus, beim Ausfall einer Anlage oder bei Qualitätsproblemen. Diese Informationen stehen in der SAP-NetWeaver-Umgebung bereit, vor allem im portalbasierten Anzeigewerkzeug Manufacturing Dashboard aus mySAP ERP 2004.

Eine Service-orientierte Architektur als technologische Basis

Die CMS-Plattform ermöglicht es Fertigungsunternehmen, rasch Anwendungen zu implementieren, die dazu beitragen, die Leistung zu steigern und betriebliche Abläufe zu synchronisieren. Die Basis für diesen Ansatz ist eine Service-orientierte Architektur (SOA). Sie verknüpft Services in einem Netzwerk, um neue Anwendungen als Bestandteil einer umfassenderen Enterprise Services Architecture (ESA) zur Verfügung zu stellen.
Die Suite unterstützt die bestehende Infrastruktur, die Daten und Anwendungsfunktionalität ohne Modifikation oder Duplikation. Sie ermöglicht es Mitarbeitern im gesamten Unternehmen, über SAP Enterprise Portal mit den Geschäftsprozessen in der Fertigung zu interagieren. Zudem erweitert die Integration mit der SAP Exchange Infrastructure (SAP XI) verschiedene Geschäftsprozesse im Unternehmen um die Prozesse in der Fertigung.
Über die in der Suite enthaltenen Services lassen sich Fertigungsanwendungen bereitstellen und konfigurieren. Die sechs zentralen Dienste sind Datenzugriff, Visualisierung, Geschäftslogik, Portal, Analyse und Sicherheit.

Technische Basis der CMS sind Web Services und XML (Extensible Markup Language). Die Suite wurde als zusammengesetztes Anwendungspaket konzipiert; Interoperabilität und Erweiterbarkeit sind damit bereits Teil des Designs. Anwendungen lassen sich ohne umfangreiche Codeanpassungen konfigurieren.

Duplikation von Daten überflüssig

Der Service für den Datenzugriff stellt Informationen im jeweiligen Kontext bereit, beispielsweise Kennzeichnungen für Fertigungsautomatisierungssysteme, Tabellen oder Spalten für SQL-Daten, Cubes, Dimensionen und Kennzahlen für OLAP-Quellen und Schemata für komplexe Datenstrukturen in Unternehmensanwendungen. Mit der Lösung entfällt die Notwendigkeit, Daten zu duplizieren, denn sie erstellt ein “Metamodell”, das verschiedene Systeme anhand der jeweils geeigneten Informationen, etwa Auftrag, Datum, Kunde oder Maschine, kontextabhängig verknüpft.
Die CMS enthält eine umfangreiche Visualisierungs- und Analysefunktionalität einschließlich fertigungsspezifischer Diagrammkomponenten sowie Anzeigeobjekten und Objekten für die Qualitätsanalyse. Diese Objekte lassen sich verknüpfen, so dass Daten aus verschiedenen Quellen für Analysen gesichtet und strukturiert werden können.
Die Suite nutzt die Möglichkeiten von SAP NetWeaver. Sie läuft auf dem SAP Web Application Server (SAP Web AS), ist direkt und über SAP XI mit mySAP ERP integriert, erlaubt Single Sign-On und stellt Inhalte im SAP Enterprise Portal über iViews bereit. Zudem besteht eine Interaktion mit SAP Business Intelligence (SAP BI).

Ereignisbasierte Integration in Echtzeit

Mit dem Manufacturing Services Adapter für SAP NetWeaver lassen sich Unternehmenssysteme und -prozesse mit Fertigungsanwendungen und -prozessen synchronisieren. MSA ermöglicht einen ereignisbasierten Transfer von Informationen zwischen allen Beteiligten der internen Logistikkette. SAP-Anwendungen können so über einen einzigen “Adapter” mit einer Vielzahl unterschiedlicher Systeme aus dem Fertigungsumfeld kommunizieren. Kunden wie der Silikonhersteller Dow Corning verknüpfen mit MSA Dutzende von Systemen, darunter Steuerungsanwendungen, Data Warehouses, Labor- und sonstige operative Lösungen.
Da sich SAP-R/3-Legacy-Systeme, SAP Business Information Warehouse, SAP XI und SAP Web AS anbinden lassen, ist die Interaktion mit praktisch jedem Aspekt von SAP ERP möglich.

Zusätzlich zur bidirektionalen Integration von Transaktionen stellt MSA Stammdaten für Fertigungsanwendungen, etwa Produktionspläne oder Spezifikationen, bedarfsabhängig bereit. Ihre Duplikation ist damit überflüssig. Da präzise Informationen aus der Unternehmens- und der Fertigungsebene zeitnah zur Verfügung stehen, ist das schwache Glied in der Logistikkette beseitigt, und die Fertigung kann mit dem Tempo der Geschäftsentwicklung Schritt halten.

Die Fertigungsleistung steigern

Das xApp MPI “powered by SAP NetWeaver” verbindet und aggregiert Daten über die Fertigungslandschaft hinweg. Informationen aus verschiedenen Prozessen, Linien und Werksanlagen sind damit transparenter. KPIs und ereignisbasierte Alerts können mit MPI rasch konfiguriert und bereitgestellt werden. Das zusammengesetzte Anwendungspaket enthält vorkonfigurierte Inhalte und iViews sowie eine direkte Integration mit dem Betriebsleiter-Dashboard und der Alert-Management-Funktionalität aus mySAP ERP.
MPI nutzt die Services für Datenzugriff, Analyse und Geschäftslogik, um beliebige Datenquellen in der Fertigung anzubinden, etwa Lösungen für die Fertigungsautomatisierung und -steuerung oder Wartungsanwendungen.
Das zusammengesetzte Anwendungspacket erlaubt es allen an der Wertschöpfungskette beteiligten Fachleuten, auftretende Fragen über das SAP Enterprise Portal gemeinsam zu bearbeiten und in jeder Anwendung der mySAP Business Suite Maßnahmen zur Problemlösung zu ergreifen.

Bessere Entscheidungsfindung, höhere Geschäftsgeschwindigkeit

Informationsarchitekturen in der Fertigung bestehen in der Regel aus einer Kombination aus Standardanwendungen und eigenentwickelten Lösungen. Die Anwender können den Wert dieser Systeme erhöhen, indem sie die Inhalte verknüpfen, ohne sie zu replizieren. Minutengenaue Informationen zu den aktuellen Bedingungen und Kapazitäten in der Fertigung unterstützen die Entscheidungsfindung. Dies lässt sich noch verbessern, indem Unternehmensdaten mit Fertigungsdaten verknüpft werden. Ein Bericht von Advanced Manufacturing Research (AMR) vom Dezember 2003 bescheinigt Projekten im Bereich Enterprise Manufacturing Intelligence ein geringes Risiko und einen hohen Nutzen mit schneller Amortisation. Der typische Return on Investment (ROI) liege beim Fünf- bis Zehnfachen der ursprünglichen Investition.

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Rick Bullotta

Rick Bullotta

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