Mit dem Kombi ins Gelände?

Feature | 18. Februar 2003 von admin 0

Die meisten Menschen haben nur ein Auto in ihrer Garage und bewältigen damit alle Aufgaben – mit einem robusten Kombi lässt sich auch so einiges bewerkstelligen, aber nicht alles. Für speziellere Zwecke gibt es besondere Fahrzeuge. Für die Jagd den geländegängigen Allradler und für den Einzelhändler den Transporter. Bei Software ist das nicht anders. Deshalb bietet SAP künftig drei Business Process Tools an, die sich ergänzen und zusammen alle Anforderungen abdecken. Das bewährte SAP Tool WebFlow wird um BPM in der SAP Exchange Infrastructure (BPM in XI) und um die Collaborative Process Engine (CPE) ergänzt. WebFlow wird weiter angeboten und stellt auch künftig einen wichtigen Bestandteil der SAP-Lösungen für das Business Process Management dar. SAP hat jedoch erkannt, dass sich ein flexibles und agiles Prozessmanagement mit drei Lösungen besser erreichen lässt, als nur durch eine Erweiterung von WebFlow allein.

Eng miteinander verknüpft

SAP NetWeaver

SAP NetWeaver

Allen drei Tools ist gemeinsam, dass Anwender damit Business-Prozesse bearbeiten und die Kontrolle darüber behalten; außerdem schaffen sie transparente Verfahren, die sich flexibel anpassen lassen. Alle drei benutzen “Shared Services”, beispielsweise eine gemeinsame Inbox für Work Items sowie Alerts und eröffnen zusätzliche Verwendungsmöglichkeiten. Sie haben jedoch nicht denselben Fokus. CPE richtet sich an den einzelnen Mitarbeiter im Unternehmen; WebFlow steuert Prozesse innerhalb der SAP-Anwendungen und BPM in XI richtet sich an Unternehmen, bei denen die Geschäftsprozesse über mehrere Systeme oder Applikationen verteilt sind.
Alle drei BPM-Tools sind jedoch eng miteinander verknüpft. WebFlow läuft innerhalb der SAP-Applikationen und baut auf der gleichen Engine auf wie BPM in XI. CPE wiederum ist in SAP Enterprise Portal integriert, so dass alle drei Tools zusammen die Verbindung zwischen allen Ebenen von SAP-NetWeaver herstellen. Die Einbindung der SAP Business Process Management Suite in SAP Netweaver ermöglicht eine vollständige Integration mit Plattformen anderer Hersteller.

WebFlow: Web-Enabled Workflow

Seit dem Jahr 2000 bietet SAP das Tool WebFlow an, das im Web-Browser zur Verfügung steht und Workflow-Prozesse über das Netz verbindet. WebFlow ist das Nachfolgeprodukt von SAP Business Workflow und steuert den Prozessfluss innerhalb einer Anwendung. Die Applikation hat sich als sehr erfolgreich erwiesen, weil sie kosteneffektiv verwendet werden kann. Grund dafür ist, dass SAP-Anwendungen wie mySAP Customer Relationship Management (mySAP CRM), mySAP Supplier Relationship Management (mySAP SRM) oder mySAP Product Lifecycle Management (mySAP PLM) die Templates für Workflow-Anwendungen bereits enthalten. Das Unternehmen kann diese Templates selbst aktivieren oder anpassen und muss sie nicht selbst erstellen.
Auch die Total Cost of Ownership (TCO) der Lösung sind niedrig, weil WebFlow in den SAP Web Application Server (SAP Web AS) integriert ist und den Prozess innerhalb der Anwendungen steuert. Probleme mit der Synchronisation oder Verfügbarkeit entstehen auf diese Weise nicht. Upgrades lassen sich leicht durchführen. Das ist deshalb von Bedeutung, weil BPM-Prozesse sehr langlebig sind und oftmals zahlreiche Upgrades erleben. WebFlow ist zudem Business-Object-orientiert. Das Werkzeug lässt sich leicht mit den Anwendungen integrieren und schnell anpassen, wenn Geschäftsprozesse geändert werden sollen. WebFlow gibt es weiterhin unverändert. Mit dem Tool werden künftig aber nicht mehr alle Prozesse modelliert, sondern nur noch diejenigen, die innerhalb von SAP-Anwendungen ablaufen. Für systemübergreifende Prozesse steht künftig BPM in XI zur Verfügung.

BPM in XI: Business Process Management in heterogenen Landschaften

Geschäftsprozesse laufen zunehmend nicht mehr innerhalb eines Systems ab, sondern in heterogenen Systemlandschaften und kreuz und quer über solche Systemlandschaften hinweg. Das hat zur Folge, dass SAP-Systeme auch fremde Komponenten integrieren müssen. BPM ist deshalb in die SAP Exchange Infrastructure (SAP XI) eingebunden und steht ab Release 2.0 für Pilotkunden zur Verfügung. BPM in XI läuft außerhalb von SAP-Anwendungen wie mySAP CRM oder mySAP PLM und kontrolliert mehrere SAP- und Nicht-SAP-Komponenten.
Da SAP XI für die Prozesssteuerung über Systemgrenzen hinweg verwendet wird, ist es erforderlich, dass die Systeme nicht Business-Object-orientiert sondern Message-orientiert arbeiten. Das heißt, die Systeme sind voneinander abgekoppelt und kommunizieren über Nachrichten (Messages) miteinander. Der Vorteil dabei ist, dass die Geschäftsprozesse nicht von den Anwendungen abhängig sind, die in der System-Landschaft laufen. Der Process Owner hat auf diese Weise die Möglichkeit, Prozesse selbst frei zu definieren. Komponenten können einzeln ausgetauscht werden, ohne dass ein Reingeneering erforderlich wird.

Collaborative Process Engine: Prozesse am Schreibtisch gestalten

Als drittes Tool bietet SAP künftig eine Collaborative Process Engine (CPE) an. Damit kann der Anwender im Unternehmen Prozesse nicht nur kontrollieren, sondern schnell eigene kleine Ad-hoc-Workflows entwickeln. CPE läuft innerhalb von SAP Enterprise Portal und ermöglicht es Mitarbeitern, die Workflow-Prozesse dynamisch zu ändern – intuitiv und jederzeit. Damit haben Anwender jederzeit Kontrolle über den Stand von Prozessen – anders als bei der Kommunikation per E-Mail oder Telefon, die keine Transparenz und Nachvollziehbarkeit bietet. CPE wird zusammen mit SAP Enterprise Portal 6.0, als Bestandteil des Business Packages “Collaboration for mySAP Enterprise Portal” ausgeliefert.
Mit CPE lässt sich beispielsweise der Abstimmungs-Prozess des Knowledge Management im SAP Enterprise Portal durch Ad-Hoc-Workflow-Features erweitern. Der Anwender kann damit etwa eine zusätzliche technische oder juristische Stellungnahme einholen, bevor ein Dokument an den Empfänger weitergeleitet wird. Mit CPE erstellt der Absender einen Prozess, um den Weg des Dokuments zu steuern. Die Teilnehmer an einem solchen Workflow können den Prozess erweitern, beispielsweise auch das Feedback des Marketings anfordern und haben dabei stets volle Transparenz über den Stand der Dinge.
Mit den drei Workflow-Tools WebFlow, SAP BPM XI und CPE schafft SAP Transparenz, Kontrolle und Gestaltungsmöglichkeiten für Unternehmen, Abteilungen und Mitarbeiter.
SAP veranstaltet am 10. April 2003 einen Infotag zum Thema “SAP Business Workflow/WebFlow in St. Leon-Rot.

Buchtipp

Effektive Geschäftsprozesse mit SAPs WebFlow-Engine:
Workflow-Management mit SAP
Alan Rickayzen • Jocelyn Dart • Carsten Brennecke • Markus Schneider
Mit diesem Buch erschließen sich Ihnen nicht nur die Standardfunktionen des Business Workflows, sondern auch die neuen, internetbasierten Möglichkeiten von SAPs WebFlow-Engine.
ISBN: 3-89842-190-2
Weitere Informationen sind im Internet erhältlich:
www.sap.info > Services > Bücher

Alan Rickayzen

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