“Mit dem Tablet PC handschriftliche Informationen ins SAP-System übertragen”

Feature | 7. April 2003 von admin 0

Thomas Arend

Thomas Arend

Herr Arend, was verbirgt sich hinter dem Tablet PC?

Arend: SAP hat bereits seit 1999 Softwarelösungen für mobile Anwender – SAP CRM Mobile Sales und SAP CRM Mobile Service – auf dem Markt. Diese Lösung ist für Laptops, Notebooks oder PDAs verfügbar. Was den Kunden bisher fehlte, war eine Hardware, die den Bedienkomfort eines PDAs mit der Leistungsfähigkeit beispielsweise eines Laptops kombiniert. Eine solche Hardware ist der Tablet PC, der inzwischen von mehr als zehn Herstellern angeboten wird und sich mit Hilfe eines Stifts über einen Sensorbildschirm bedienen lässt. Microsoft hat unlängst mit der Windows XP Tablet PC Edition ein eigenes Betriebssystem eingeführt. Dadurch lassen sich mit dem Sensorstift alle Windos-Anwendungen bedienen und die Touch-Screen-Technologie ablösen.

Wie füllt nun die SAP-Anwendung SAP CRM Mobile Sales die Möglichkeiten des Tablet PC mit Leben?

Arend: Zunächst einmal ist die bestehende Anwendung SAP CRM Mobile Sales in den Versionen 3.0 und 3.1 mit dem Tablet PC und dem Windows-Betriebssystem kompatibel. Der Sensorstift lässt sich zur Navigation wie eine Maus bedienen. “Handschriftliche” Daten werden über das so genannte Input Panel von Microsoft in den Tablet PC eingegeben. Wegen des Zwischenschritts “Input Panel” ist diese Dateneingabe aber noch nicht nahtlos ins SAP-System integriert – das wird Aufgabe künftiger Versionen sein. Der Vorteil ist aber bereits jetzt deutlich sichtbar: Die Handlichkeit eines PDA verbunden mit der Leistungsfähigkeit eines Laptops.

Und wie geht es weiter?

Arend: In der Version 4.0 von SAP CRM Mobile Sales, die im Sommer 2003 auf den Markt kommt, wird die Handschriftenerkennung integriert sein. Der Anwender kann zum einen einfach mit dem Stift in jedes beliebige Eingabefeld tippen und die Daten mit seiner eigenen Handschrift eingeben. Das System erkennt die Buchstaben, Zahlen und ganze Wörter umgehend und fügt sie an der ausgewählten Stelle ein – beispielsweise in das betreffende Eingabefeld des SAP-Systems. Zum anderen lassen sich mit den neuen Funktionen auch “handschriftliche” Notizen an die Geschäftsdaten anhängen. Des Weiteren wird die Version eine einfache digitale Signatur enthalten.

Warum sind diese Funktionen so wichtig?

Arend: Mit dem Sensorstift kann der Anwender nicht nur einfach und rasch navigieren. Anmerkungen des Kunden zu einzelnen Produkten oder Preisen, die “handschriftlich” per virtuellem “Klebezettel” vermerkt sind, dienen dem Außendienstmitarbeiter als Erinnerungshilfe. Der Anwender ist darüber hinaus in der Lage, Vertragsabschlüsse zu tätigen – per digitaler Unterschrift. Die Daten des Vertrags werden gespeichert und lassen sich ausdrucken oder weiter bearbeiten. Damit entfallen im Außendienst Medienbrüche; das Resultat ist, wie immer in diesem Fall, Fehlerreduktion und Zeitersparnis und damit eine Steigerung der Produktivität.

Welche weiteren Funktionen sind denkbar?

Arend: Kunden wünschen sich nicht nur eine einfache Navigation über Geschäftsdaten, Dokumente, Text- und Eingabefelder, sondern auch über Bilder und Grafiken. Auch Bilder sollen sich “handschriftlich” ergänzen beziehungsweise editieren lassen. Denkbar ist auch eine Navigation mit gesprochenen Befehlen – also über Spracherkennung. Diese Funktion existiert bereits in einer internen Demo-Version. Sie wird jedoch erst dann auf den Markt gebracht, wenn weitere konkrete Anfragen vorliegen. Des Weiteren unterstützt SAP mit ihren Lösungen alle Arten der Navigation und Kommunikation mit dem System. Der Anwender kann “multimodal”, also je nach Gerätetyp durch verschieden Ein- und Ausgabekanäle mit dem System kommunizieren. Er selbst entscheidet je nach Situation, ob er lieber mit einer Tastatur, der Maus, einem Track-Point oder Touchpad, mit dem Stift oder mit der Stimme navigieren oder Daten eingeben und abrufen möchte. Wir ermöglichen ihm damit eine effiziente Arbeitsweise.

Warum ist es wichtig, dass sich SAP mit Lösungen für den Tablet PC u positioniert?

Arend: Sowohl Bestands- als auch potenzielle Kunden fragen nach Anwendungen für den Tablet PC und schildern uns ihre Wünsche. Darauf reagieren wir – beispielsweise mit den Funktionen der Version 4.0 von SAP CRM Mobile Sales.Darüber hinaus zeigen die Verlaufszahlen, dass der Tablet PC am Markt gut aufgenommen wird. Nach Angaben des Marktforschungsunternehmens IDC wurden im Jahr 2002 in den USA 150.000 Stück ausgeliefert, eine Zahl, die zu Beginn 2003 sprunghaft auf 675.000 Einheiten angestiegen ist. Das sind immerhin bereits fünf Prozent des gesamten Markts für Notebooks. Auch die Verkaufszahlen aus Europa spiegeln diese Tendenz wieder. Zwar ist noch nicht entschieden, ob sich der Tablet PC am Massenmarkt durchsetzen wird, aber es herrscht Optimismus – und SAP ist auf jeden Fall gerüstet.

Was heißt das konkret?

Arend: Mit unserer CRM-Lösung sind wir der Vorreiter, wenn es um Funktionen für den Tablet PC geht – der Außendienst ist dabei Hauptadressat. Außerdem ist der SAP GUI bereits mit dem Tablet PC kompatibel. Darum läuft auch die mySAP Business Suite auf dem Tablet PC. Auch Anwender in der Materialwirtschaft und der Instandhaltung können von den neuen Möglichkeiten profitieren und diese gewinnbringend verwenden. Das gilt besonders für Anwender im Bereich Konsumgüter oder der Pharmabranche. Generell prüfen wir daher alle mobilen Lösungen auf ihre Eignung für den Tablet PC. Die Nachfrage am Markt wird aber bestimmen, welche Funktionen für den Tablet PC in die engere Wahl kommen.

Warum darf – nach Ansicht von Experten – SAP als der einzige Anbieter gelten, der die Möglichkeiten des Tablet PC voll ausschöpft?

Arend: Das beruht meiner Ansicht nach auf unserer langen Erfahrung mit einer Lösung für Mobile Sales. Außerdem hatten wir durch unsere enge Zusammenarbeit mit Microsoft bereits zu einem frühen Zeitpunkt die Möglichkeit, den Leistungsumfang des Tablet PCs genau zu studieren. Die Idee, SAP CRM Mobile Sales für den Tablet PC kompatibel zu machen, lag daher nahe. Das positive Echo in ersten Tests mit unseren Kunden hat uns bei diesem Weg bestätigt.

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