Mit der Natur an die Spitze

Feature | 16. November 2005 von admin 0

Tradition und Innovation im Gleichgewicht – so könnte das Motto der PASCOE pharmazeutische Präparate GmbH heißen. Als einer der führenden Produzenten in der professionellen Naturmedizin entwickelt das Familienunternehmen in dritter Generation Präparate auf pflanzlicher Basis. Für die anspruchsvollen Herstellungsverfahren für Homöopathika, Phytotherapeutika, Vitamine und Nahrungsergänzungsmittel gelten zahlreiche gesetzliche Verordnungen. Vorgeschrieben ist zum Beispiel die Chargenrückverfolgbarkeit. Dazu ist es notwendig, dass die Produktion bei PASCOE streng kontrolliert und genauestens dokumentiert wird, denn Qualität und Wirkstoffgehalt der Naturprodukte und Ausgangsstoffe variieren von Ernte zu Ernte und von Rohstoffcharge zu Rohstoffcharge. Diese Unterschiede im Produktionsprozess zu beachten und entsprechend anzupassen ist Aufgabe der Unternehmenssoftware. Burkhard Runtsch, Bereichsleiter HR und Organisation bei PASCOE, erklärt: „Die IT leistet dabei einen wesentlichen Beitrag. Sie ist das wichtigste Hilfsmittel, um alle Aufgaben und Prozesse koordiniert abzuwickeln und transparent abzubilden.“

Ein Erfolgsrezept überzeugte auf Anhieb

Allerdings konnte die bisher vorhandene IT-Landschaft den steigenden Anforderungen nicht mehr entsprechen. Da PASCOE die zunehmend komplexen Unternehmensabläufe firmenweit zuverlässig und transparent darstellen wollte, begab sich das Unternehmen auf die Suche nach einem neuen ERP-System. In einer Ausschreibung stellte der Arzneimittelhersteller alle Anforderungen an die zukünftige Lösung zusammen. Ein Fachgremium der Abteilungsleiter prüfte die eingegangenen Angebote und entschied sich für die Implementierung der mySAP-All-in-One-Lösung PHARMAsprint von cormeta. Die Unternehmenssoftware berücksichtigt die branchenspezifischen Besonderheiten der Pharmahersteller in den Bereichen Dokumentation, Validierung, Chargenrückverfolgung und Qualitätssicherung.
Burkhard Runtsch blickt zurück: „Die Präsentation von cormeta war einer der entscheidenden Faktoren. Das Know-how, die auf uns zugeschnittenen Funktionalitäten und das Konzept für die begleitende Validierung überzeugten uns auf Anhieb.“ Hinzu kam außerdem, dass cormeta Erfahrungen im Bereich der Naturmedizin besaß. Über die Kooperation mit dem Systemhauspartner weiß der Bereichsleiter nur Positives zu berichten: „cormeta hat hervorragende Arbeit geleistet. Wir würden jederzeit wieder zusammenarbeiten.“
Auch die Offenheit für die Einbindung externer Systeme, die mit SAP-Modulen Hand in Hand arbeiten, spielte eine wichtige Rolle. So wurde es durch die enge Zusammenarbeit von cormeta mit den Firmen Wolfram Ott & Partner und FIS möglich, das externe Wiegesystem PAMS mit den elementaren Funktionen der SAP-Lösung für Materialwirtschaft zu verbinden.

Volle Kontrolle dank projektbegleitender Validierung

Der IT-Dienstleister unterstützte PASCOE auch dabei, die Dokumentationsanforderungen der Pharmabranche eins zu eins umzusetzen. Denn für die Einführung einer Produktionssoftware hat der Gesetzgeber strenge Vorschriften erlassen. Eine projektbegleitende Validierung ist unerlässlich. Dabei ist jeder Prozess und jede Verfahrensanweisung detailliert zu überprüfen. Das Entwicklungs-, Test- und Produktivsystem sowie Risiko-Analysen und selbst die Installation des Systems müssen genau dokumentiert werden. Die Implementierung von PHARMAsprint wurde unter Berücksichtigung aller gesetzlichen Vorgaben in drei Phasen durchgeführt, wobei in der letzten Phase die Voraussetzungen zur Umstellung auf das papierlose Chargenprotokoll geschaffen wurden.

Von der Pflanze zum Arzneimittel – alle Rohstoffe im Griff

Das elektronische Chargenprotokoll bezeichnet die gesetzlich vorgeschriebene Dokumentation einer Arzneimittelcharge. Alle Vorgänge müssen lückenlos protokolliert werden. Das gesamte Verfahren, vom Fertigprodukt bis zum eingesetzten Rohstoff, muss sich genau rückverfolgen lassen. In der Vergangenheit wurde dazu jeder Schritt handschriftlich festgehalten. Ganz anders heute: Die Daten zu chargenpflichtigen Materialien werden schon im Wareneingang elektronisch erfasst, die Ergebnisse zur Qualitätsprüfung im System hinterlegt und ausgewertet. Wenn die Ware den Vorgaben entspricht, gibt der Kontrollleiter das Material für die Produktion frei. Auch die Verbrauchsdaten aus dem externen Wiegesystem werden elektronisch erfasst und mit einer digitalen Unterschrift versehen. So wird jeder Verarbeitungsschritt dokumentiert, und es entsteht eine lückenlose, rückverfolgbare Chargenkette.

Software mit erwünschten Nebenwirkungen

Doch größere Transparenz allein genügte PASCOE noch nicht. Das Unternehmen nutzte die Softwareeinführung, um seine Geschäftsprozesse und -abläufe zu analysieren. Auf dieser Basis erfolgten zahlreiche Umstrukturierungen. „Wichtig waren dabei die Rückendeckung der Geschäftsführung und die Bereitschaft im Unternehmen, sich zu verändern“, nennt Burkhard Runtsch die Grundvoraussetzungen für das erfolgreich abgeschlossene Projekt. Dank der verbesserten Unternehmensabläufe kann PASCOE heute flexibel und schnell am Markt agieren. Das bestätigt der Projektleiter: „Mit mySAP All-in-One stellen wir uns jedem Mitbewerber.“

Alexander Fischer

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