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Mit Innovationen Mauern einreißen

Feature | 11. November 2014 von Uta Spinger 0

Die SAP TechEd && d-code in Berlin stand ganz im Eindruck des 25. Jubiläums des Mauerfalls. Wie die Entwicklergemeinde technische Grenzen überwinden kann, zeigte Technologievorstand Bernd Leukert anhand des Internet der Dinge und den neuen s-innovations.

Einige der 4.000 Besucher der SAP TechEd && d-code in Berlin hatten sicherlich die Gelegenheit, das Bürgerfest zum 25. Jubiläum des Mauerfalls am 9. November mitzuerleben. Als Symbol der friedlichen Revolution bildeten Luftballons eine Lichtgrenze, wo früher die Mauer gestanden hatte. Als diese dann hochstiegen, zerfiel diese Mauer sinnbildlich am Himmel von Berlin.

Und auch bei der Eröffnungsrede vor der Entwicklergemeinde ging es um die Überwindung von Grenzen – im Kontext der Technologie natürlich. So zeigte Bernd Leukert, Vorstandsmitglied der SAP, Products & Innovation, eine Reihe von Internet-of-Things-Szenarien, die Menschen und Maschinen miteinander verbinden. „Das verbindende Element für all diese Szenarien ist die SAP HANA Cloud Platform, die dem gesamten Netzwerk offen steht und Neuerungen zehn Mal schneller ermöglicht“, sagte Leukert.

Big Data Washroom und blinkende Weinflaschen

Natürlich durfte der „Demo Guy“ Ian Kimbell auf einer TechEd nicht fehlen. Er führte vor, wie Weinkenner und -händler künftig vom Internet der Dinge profitieren können. Sensoren des Weinhändlers erkennen Ian Kimbells Smartphone und haben seine Vorliebe für Rotwein sowie seine früheren Einkäufe gespeichert. Steht er nun vor dem Regal und sucht nach einem guten Tropfen, leuchten die Weinflaschen auf, die seinem Profil am nächsten kommen. Nimmt er eine Flasche heraus, erhält er weitere Informationen auf seinem Handy. Der Weinhändler bekommt Informationen zum Kunden und sieht im Dashboard zum Beispiel eine Heatmap, die Bewegungen der Kunden im Laden visualisiert.

Ein weiteres Beispiel kam von Kundenseite. Der österreichische Hygieneunternehmen Hagleitner stattet WCs mit Sensoren aus. „Regelmäßig senden die Sensoren die aktuellen Daten an die Basisstation“, erläuterte Gernot Bernert. Dabei interessiert sich der Managing Director nicht dafür, welcher Kunde sich wie lange die Hände gewaschen hat. Er möchte Berechnungsmodelle schaffen, auf deren Basis sich der Nachschub an Seife und Papier für den Waschraum besser vorhersagen und das Reinigungspersonal optimal einsetzen lässt.

Auch beim Thema Connected Cars gab es Neues zu vermelden. So arbeitet die SAP gemeinsam mit Shell und Volkswagen an einem Innovationsprojekt, das den Weg für eine Vielzahl von Services ebnen soll, die Autofahrern das Leben leichter machen, darunter auch das mobile Bezahlen an Zapfsäulen.

s-innovations: Roadmap zur Einfachheit

Eine nächste Zündstufe des „Feuerwerks“ an Innovationen kündigte Leukert mit einer neuen Generation von Run-Simple-Anwendungen an. Die so genannten s-innovations vereinen SAP HANA Platform, SAP Cloud und SAP Fiori User Experience in sich. Die Lösungen werden in verschiedenen Nutzungsmodellen angeboten (Public Cloud [SaaS], Managed Cloud und On-Premise), um dem Kunden maximale Flexibilität zu ermöglichen.

Mit Simple Finance im eigenen Hause hat die SAP schon bewiesen, wie das funktionieren kann, was sich auch alle Anwender wünschen: Einfachheit. Mit „Simple Finance“, das aus SAP ERP, SAP HANA und Finanz-Add-On besteht, eliminiert die SAP Aggregate und Indizes, die Quartalsberichte, Reports oder Jahresberichte bisher so aufwändig hat werden lassen. Die Versprechungen von Bernd Leukert: Die Kosten sinken und die Flexibilität und Erweiterbarkeit der Systeme steigt. Erster Kunde neben SAP für SAP Simple Finance ist die australische Universität La Trobe in Melbourne. Ein Unternehmen, das für seine Daten sieben Terabyte Speicherplatz benötigt, wird künftig, so die Rechnung von SAP, mit unter einem Terabyte auskommen. Weniger Hardware, Backups und Netzwerkbandbreite werden benötigt, um nicht nur die gleichen Aufgaben, sondern auch noch analytische und transaktionale Daten in einem Zuge verarbeiten zu können.

„Um die Komplexität zu reduzieren, braucht es aber auch die richtige Softwarekompetenz“, so Leukert. In einem kürzlich veröffentlichten Blog zur Industrie 4.0 geht Leukert auf die Rolle der IT-Spezialisten bei der vernetzten Steuerung von Wertschöpfungsnetzwerken ein und erläutert, welche neuen Qualifikationen benötigt werden.

„Houston, wir haben ein Datenproblem“

Björn Goerke, Head of Products & Innovation Technology, erinnerte noch einmal an den Fall der Mauer am 9. November 1989. „Für mich war das ein sehr bewegender Moment.“ Dann schlug er die Brücke zu einem weiteren berühmten Auftritt in Berlin, dem von J.F. Kennedy, der 1963 den prägenden Satz gesagt hatte: „Ich bin ein Berliner.“ Schon zwei Jahre zuvor habe Kennedy die Vision gehabt, den ersten Menschen auf den Mond zu schicken und ihn wieder sicher auf die Erde zu bringen. Ein einfacher, klarer Plan, aber ein hoch komplexes Projekt. Auch wenn es nicht um eine Mondmission gehe, so stünden Unternehmen doch heute oft vor genau diesem Problem, so Goerke. „Sie wissen genau, wo sie hin wollen, doch der Weg dorthin ist komplex und voller Widerstände. Mit den Worten der Apollo13-Mission hieße es dann oft: „Houston, wir haben ein Datenproblem.“

SAP HANA biete eine Lösung dieses Datenproblems, denn auf der Plattform werden alle Daten so verarbeitet, als ob es nur einen Datenbestand gäbe, sowohl für strukturierte als auch unstrukturierte Daten, etwa aus sozialen Netzwerken oder Geo-Daten .

Goerke sprach von „einer Wahrheit, einer Plattform, einer einheitlichen User Experience“. Die nächste Stufe an Innovationen kündigte Goerke für Ende November mit SAP HANA SPS09 an.

Am Ende forderte er alle Entwickler dazu auf, sich an der Weiterentwicklung der SAP HANA Enterprise Cloud Platform zu beteiligen und darauf Innovationen zu schaffen. In Anlehnung an Ronald Reagans berühmtem Auftritt am Brandenburger Tor 1987 rief er: „Reißt die Mauer ein!“

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