Mit On-Premise in die Cloud

Feature | 25. September 2012 von Jennifer Lankheim 0

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Viele SAP-Kunden setzen auf Virtualisierung und Cloud Computing, um ihre IT-Kosten einzudämmen und flexiblere betriebliche Prozesse zu schaffen. Die meisten von ihnen wählen dabei einen hybriden Ansatz, der es ihnen ermöglicht, Software in einer On-Demand-Infrastruktur direkt im Unternehmen bereitzustellen. Diese Kombination aus On-Demand und On-Premise wird auch als hybrides Modell bezeichnet.

Die Software SAP NetWeaver Landscape Virtualization Management (LVM), die seit dem 1. Juni allgemein verfügbar ist, stellt Managementfunktionen für diese unterstützende Technologie bereit. Sie hilft SAP-Kunden bei der Implementierung und Verwaltung der On-Premise-Anwendungen von SAP in virtualisierten Rechenzentren und Cloud-Infrastrukturen.

„Wenn wir bei SAP über Cloud-Lösungen sprechen, müssen wir zwei Bereiche unterscheiden“, erläutert Dr. Markus Winter, Chief Product Owner für SAP NetWeaver Landscape Virtualization Management. „Einerseits haben wir speziell für die Cloud neue Anwendungen entwickelt, die wir als Software-as-a-Service- und Platform-as-a-Service-Angebote bereitstellen. Andererseits verfügen wir über sehr viele Bestandskunden, die unsere klassischen On-Premise-Anwendungen installiert haben“, führt Winter weiter aus. „Mit SAP NetWeaver Landscape Virtualization Management unterstützen wir unsere Bestandskunden bei der Umstellung von herkömmlichen, vor Ort installierten Systemen auf eine Umgebung, in der sich wie in der Cloud On-Demand-Anwendungen nutzen lassen, die von Cloud-Technologie nach dem Infrastructure-as-a-Service-Modell (IaaS) unterstützt werden. Wir helfen ihnen bei der Virtualisierung ihrer Systeme. Mit unserer Lösung können sie ihre SAP-Landschaften in einer Kombination aus physischer und virtualisierter Umgebung oder privater und öffentlicher Cloud zentral verwalten.“

SAP NetWeaver LVM ist auf die Anforderungen von SAP-Basis-Administratoren zugeschnitten, die in ihrem Unternehmen für die Konfiguration der SAP-Umgebung verantwortlich sind. SAP NetWeaver LVM verknüpft das Management von SAP-Anwendungen mit dem Infrastrukturmanagement und automatisiert viele Routineaufgaben von Administratoren wie das Klonen, Kopieren und Aktualisieren von Systemen. Auf diese Weise kann die gesamte SAP-Landschaft zentral verwaltet werden. Durch diese Automatisierung zeitaufwendiger manueller Prozesse, insbesondere der Nachbearbeitung, können die Betriebskosten deutlich gesenkt werden.

„Unsere Kunden haben bislang viel Zeit mit dem Erstellen von Systemkopien verbracht und mussten dazu oftmals 100-seitige Handbücher durchforsten“, so Winter. Nun kann ein Großteil dieser Aufgaben automatisch ausgeführt werden. „Bei manchen unserer Kunden gab es früher eine lange Prozesskette zur Erstellung solcher Systemkopien, für die sie bis zu zehn Tage brauchten. Mit LVM gibt es keine Wartezeiten mehr, und der gesamte Prozess ist optimiert. Unsere Ramp-up-Kunden brauchten für dieselbe Aufgabe nur noch ein paar Stunden. Und in unseren Labs schaffen wir das Ganze sogar in weniger als einer Stunde.“

Auf der nächsten Seite: Die Vorteile für SAP-Kunden

Screenshot LVM Dashboard

SAP hat selbst den Zeit- und Ressourcenaufwand durch Automatisierung im eigenen Haus verringert. „Die für den Betrieb der Infrastruktur von SAP IT verantwortlichen Kollegen setzen die Software bereits seit einiger Zeit für die Routinewartung von über 1.000 Entwicklungssystemen ein“, berichtet Winter. „Früher war dafür ein ganzes Team erforderlich, d. h. zehn Mitarbeiter waren an einem Wochenende zwei Tage lang beschäftigt. Nach der Implementierung von LVM brauchen nun dank der Automatisierungsfunktionen nur noch ein oder zwei Mitarbeiter zwei bis vier Stunden für diese Aufgabe. Damit konnten wir die wartungsbedingten Ausfallzeiten deutlich verringern und den Basis-Administratoren Zeit für andere Tätigkeiten freischaufeln.“

Mit SAP NetWeaver Landscape Virtualization Management können Unternehmen darüber hinaus die Flexibilität und Zuverlässigkeit ihrer Abläufe verbessern, indem sie Einblick in die verschiedenen Ebenen ihrer SAP-Landschaft gewähren. Administratoren erhalten auf einen Blick eine vollständige Übersicht über sämtliche Services und Ressourcen der Landschaft, einschließlich der dazugehörigen Health Checks und Performancedaten. Anpassbare Dashboards zeigen den Echtzeitstatus von Services und Ressourcen mit ausführlichen Informationen zur Implementierung des SAP-Systems im Rechenzentrum an.

Die Vorteile für SAP-Kunden:

–          kontinuierlicher Betrieb im Rechenzentrum

–          Effizienz und Zuverlässigkeit durch die Rundumsicht über eine zentrale Konsole

–          sowie Management und Steuerung der SAP-Softwarelandschaft sowohl in physischen als auch in virtualisierten Infrastrukturen.

„Wenn wir die Kunden gefragt haben, wie viele SAP-Systeme es bei ihnen genau gibt, konnte niemand eine genaue Antwort darauf geben. Für die meisten war es schwierig, die genaue Anzahl zu ermitteln. Auf die Frage, wie sie ihre Dokumentation speichern, antworteten die meisten Kunden: ,als Excel-Tabelle, PowerPoint- oder Visio-Dokument‘. Und auf die Frage, wie oft sie dieses Dokument aktualisieren, bekam ich meistens die Antwort ,Wenn wir Zeit dafür haben. Wir wissen nicht so genau, ob wir über eine aktuelle Version verfügen.‘“

„SAP NetWeaver LVM visualisiert die SAP-Landschaft. Die Live-Informationen des Host Agent werden in einer grafischen Übersicht dargestellt, sodass die Basis-Administratoren einen genauen Überblick über sämtliche Komponenten der Landschaft haben. LVM erstellt außerdem Berichte für die einzelnen Landschaften sowie für einzelne Systeme innerhalb einer Landschaft, die einen Vergleich aktueller Infrastrukturdaten ermöglichen.“

Außerdem kann die Software Performancespitzen ausgleichen helfen und durch die Migration von SAP-Systemen sowie das automatische Scale-In und Scale-Out über Anwendungsserver Ressourcenwachstum flexibel steuern. Zum Funktionsumfang der Software gehören überdies die Performanceüberwachung und integrierte Routineprüfungen zur Validierung von Instanz- und Serverkonfigurationen, Überprüfungen von Dateisystemen und Agents sowie der Drilldown zu Protokollen für detaillierte Analysen und eine schnelle Fehlerbehebung.

Zukünftige Versionen werden neue und erweiterte Funktionen bereitstellen, darunter zusätzliche Funktionen für das Management von SAP-Systemen in virtuellen und Cloud-Infrastrukturen sowie offene interne und externe Schnittstellen, die eine weitere Integration in Automatisierungsroutinen im Rechenzentrum ermöglichen.

Zusätzliche Informationen:

Direkte Anfragen sind an virtualization@sap.com zu richten.

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