Soccer team in a huddle

HR 4.0 im Mittelstand: Die fünf goldenen Regeln

Feature | 21. April 2017 von SAP News 40

Fachkräftemangel ist kein Schicksal. Mittelständische Unternehmen können viel dafür tun, die richtigen Mitarbeiter zu finden und zu halten. Es gilt jetzt, entschlossen zu handeln – denn die Wettbewerbsfähigkeit steht auf dem Spiel.

Die Situation ist dramatisch: 49 Milliarden Euro Umsatz entgehen mittelständischen Unternehmen in Deutschland, weil sie Aufträge wegen fehlender Mitarbeiter ablehnen müssen. Das fand die Wirtschaftsberatung Ernst & Young in einer aktuellen Studie heraus.

Wie können Unternehmen reagieren – und im „War for Talents“ gegen die Anziehungskraft von Konzernen bestehen? Vier HR-Experten aus dem Mittelstand verraten, wie Entscheider ihr Personalwesen auch im digitalen Zeitalter zukunftsfähig aufstellen und ihr Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig halten können.

1. Außenwirkung: Arbeitgebermarke stärken

„Transparenz ist eine der größten Stärken des Mittelstands“, sagt Vanessa Sallanz, Personalleiterin beim HR-IT-Dienstleister KWP. In der Kommunikation mit Bewerbern sei es entscheidend, diese Stärke hervorzuheben. „Die Strukturen sind in der Regel überschaubar, neue Arbeitnehmer können sich schnell einbringen. Genau das sollte auch nach außen getragen werden. Durch einen authentischen und ehrlichen Auftritt auf allen Recruiting-Kanälen.“

Dazu zählen beispielsweise Informationen über den Standort, die Unternehmenskultur, über Einflussmöglichkeiten der ausgeschriebenen Position und den Team-Spirit. Aber auch darüber, ob und welche Software das Unternehmen nutzt: herkömmliche Tabellenkalkulationen? Oder modernste Cloudlösungen? Für die digitalaffine Generation Y kann dieser Punkt den Ausschlag geben. Umfragen zeigen, dass vor Bewerber vor allem auf eine gute Arbeitsatmosphäre und flexible Arbeitszeiten achten. Danach folgen Aufstiegsmöglichkeiten und ein überdurchschnittliches Gehalt. Diese Punkte sollten Arbeitgeber in ihrem Unternehmen fest verankern und im Zuge ihres Employer Brandings hervorheben.

2. Recruiting: Soziale Kanäle nutzen

„Mittelständische Unternehmen müssen schneller, beweglicher und kreativer als Konzerne sein“, sagt Markus Kammermeier, Personal- und Organisationsentwicklung bei SAP-Gold-Partner T.CON. „Wichtig sind hier die sozialen Medien und ein gutes Target Marketing, also die zielgenaue Ansprache der Bewerber.“

Die Devise lautet: Zielgruppen auch dort abholen, wo sie sich aufhalten – auf sozialen Plattformen. Dort können Unternehmen nicht nur sich selbst ins Licht rücken, sondern auch den Dialog mit Bewerbern suchen und damit von Beginn ein persönliches Band knüpfen. Das erhöht die Chancen auf eine erfolgreiche Anstellung deutlich.

3. Feedbackkultur: Miteinander reden und Talente fördern

„Junge Arbeitnehmer wollen gefragt werden, sie wollen einbezogen werden und mitgestalten“, sagt Angelina Münster, Sales Executive beim mittelständischen IT-Dienstleister Data One GmbH. Feedbackrunden sollten darum weit über das jährliche Mitarbeitergespräch hinausgehen.

Im Idealfall entsteht eine Kultur des ständigen Dialogs, in der Mitarbeiter optimal gefördert werden. Voraussetzung dafür ist, dass die Abteilungsleiter und Personalentscheider jederzeit wissen, welche Stärken und Ambitionen einzelne Mitarbeiter haben. Dabei kann die richtige Software für Talentmanagement und Leistungsbeurteilung helfen: Sie stellt sicher, dass das gesamte Team motiviert die Unternehmensziele umsetzen kann.

4. Kollaboration und Learning: Kompetenzen bündeln und erweitern

„Für unsere Mitarbeiter ist es selbstverständlich, dass wir Kollaborationstools einsetzen und auf dem neuesten Stand der Technik sind“, sagt Vanessa Sallanz von KWP. Was Mitarbeiter im privaten Alltag erleben, erwarten sie auch von ihrem Arbeitgeber.

„Wer täglich in sozialen Netzwerken unterwegs ist und mit Messagingtools sein Privatleben organisiert, hat wenig Verständnis für lange Abstimmungsschleifen per E-Mail“, so Sallanz. Darum würde sich in nahezu allen Unternehmensbereichen eine entsprechende Software empfehlen. Darüber können sich beispielsweise Projektteams schnell, einfach und ortsunabhängig abstimmen und gemeinsam Aufgaben erledigen.

Ebenso wichtig ist eine moderne Learningsoftware, mit denen Mitarbeiter ortsunabhängig lernen und Schulungen schnell organisiert sind. Im Optimalfall ist die Lösung kombiniert mit einem Kollaborationtool. So lassen sich auch abteilungsübergreifende Teams jederzeit auf den neuesten Stand bringen und der Abteilungsleiter hat einen Überblick über den Schulungsbedarf seiner Mitarbeiter.

5. Learning: Know-how für die Zukunft schaffen

In Zeiten großer Veränderung ist eine moderne Learningstrategie ein wichtiger Baustein, um alle Mitarbeiter auf dem neuesten Stand zu halten. Ergänzend zu Präsenztrainings sollten Unternehmen auf integriertes Lernen setzen: Weiterbildungen werden hier nahtlos in den Arbeitsablauf eingebettet. „Vor allem die jüngere Generation hat recht hohe Ansprüche, was Schulungen und Know-how-Transfer angeht und erhöht damit den Innovationsdruck“, sagt Nikolaus Krasser, CEO beim SAP-Partner Pentos AG. „Lernen wird sozialer, spielerischer und hat im besten Fall eine belohnende Komponente.“ Wichtig auch: Alle Lerninhalte sollten mobil und offline verfügbar sein. Im Optimalfall kombiniert das Unternehmen eine moderne Learningsoftware mit einem Kollaborationstool. So lassen sich auch abteilungsübergreifende Teams jederzeit auf den neuesten Stand bringen und sind fit für die Zukunft.

Jetzt auf der SuccessConnect informieren

Sie wollen eine digitale HR-Strategie entwickeln? Vom 12. bis 14. Juni finden Sie auf der SuccessConnect alles, was Sie dazu brauchen: Praxisberichte, Expertenrunden und spannende Showcases. Vereinbaren Sie jetzt Ihr persönliches Beratungsgespräch auf der SuccessConnect mit Beratern der Pentos AG.

Mehr zum Thema:
Das Personalwesen der Zukunft
Studie: So geht HR in der digitalen Wirtschaft

Bild via Shutterstock, Rawpixel.com

Tags: , ,

Leave a Reply