Mittelstand: Pflicht zum Einnetzen

Feature | 25. Mai 2011 von Heather McIlvaine 0

Ein Online-Shop gehört für viele Firmen mittlerweile zum Standard. (Foto: Fotolia)

Ein Online-Shop gehört für viele Firmen mittlerweile zum Standard. (Foto: Fotolia)

Wenn Sie diesen Artikel lesen und innerhalb der Europäischen Union arbeiten, sind die Chancen groß, dass Sie bei einem mittelständischen Unternehmen angestellt sind. Woher wir das wissen? Laut Europäischer Kommission entfallen 67 % aller Arbeitsplätze in der EU auf den Mittelstand. Von den 23 Millionen Unternehmen in der EU sind 99 % mittelständische Unternehmen. In den USA gibt es 27 Millionen kleine und mittlere Unternehmen. Und in Indien machen diese Firmen 45 % der Industrieproduktion aus.

In anderen Worten: mittelständische Unternehmen haben wenig Mitarbeiter, doch ihr Einfluss auf die globale Wirtschaft ist groß – und nimmt weiter zu. Das Marktforschungsunternehmen ABI Research sagt voraus, dass es bis 2014 weltweit 330 Millionen mittelständische Unternehmen geben wird.

Daher verwundert es nicht, dass technologieorientierte Portale den Mittelstandsmarkt genau beobachten. Das auf IT-Themen spezialisierte Portal V3.co.uk hat kürzlich einen Artikel zu den Anpassungen veröffentlicht, die die SAP an ihren Mittelstandslösungen vorgenommen hat.  In einem Gespräch mit V3.co.uk sagte John Antunes, SME Director für Großbritannien, dass die SAP ihren mittelständischen Kunden mehr Anpassungsmöglichkeiten bietet. So bietet die im Januar 2011 eingeführte Lösung Business ByDesign 2.6 ein Paket für die Softwareentwicklung, mit dem die Partner Add-ons und Erweiterungen erstellen können.

Dennoch haben viele Mittelständler immer noch den Eindruck, dass die SAP nur die Großunternehmen im Blick hat. Mehr Öffentlichkeitsarbeit und Werbemaßnahmen in Bezug auf die Verträge, die SAP mit kleinen Unternehmen eingeht, werden die Einstellung der Marktteilnehmer entscheidend verändern, so Antunes.

Dieser Ansicht scheint sich PC World anzuschließen. Das Technik-Portal hat kürzlich eine Liste der Schlüsselthemen veröffentlicht, die SAP bei der nächsten SAPPHIRE NOW in Orlando aufgegriffen hat.  Hierzu gehören auch Erfolgsgeschichten von Business-ByDesign-Kunden, die die Stabilität und den Nutzen der Lösung für den Mittelstand aufzeigen.

Das wirft die Frage auf: Welches sind die spezifischen Unternehmensanforderungen des Mittelstands und wie sehen die vielversprechenden Trends für den Mittelstandsmarkt aus?

Lesen Sie auf der nächsten Seite, welche zwei Trends auszumachen sind.

This graphic shows the breakdown of mobile spending by small business in the US in 2010 (source: SMB Group)

IT-Ausgaben im Mittelstand in den USA 2010 (Grafik: SMB Group)

Das Internet sorgt für Angleichung

Da sich immer mehr Menschen im Internet informieren, Waren einkaufen, sich mit anderen austauschen und mit Unternehmen in Kontakt treten, wird der Mittelstand den Großunternehmen zunehmend gleichgestellt sein. „Jeder – vom Großunternehmen über die kleine Firma bis hin zur Einzelperson hat die Möglichkeit, diese [Online]Entscheidungen zu beeinflussen“, schreibt Colleen Jones in ihrem Buch Clout: The Art and Science of Influential Web Content.

Viele kleine Unternehmen haben jedoch nicht einmal eine Website. Um mit den großen Unternehmen mithalten zu können, muss der Mittelstand der eigenen Internetpräsenz Priorität einräumen. Über die Add-ons für E-Commerce, die sich an den Mittelstand richten, haben wir im Artikel „E-Shop für Business All-in-One“ berichtet. Doch im Bereich der Online-Transaktionen gewinnt bereits ein neuer Trend an Boden: der mobile Handel.

Die Idee des mobilen Handels hat zwei Seiten: Erstens haben Kunden die Möglichkeit, über ein Smartphone mithilfe mobiler Zahlungstechnologie Einkäufe vorzunehmen, und zweitens optimieren die Unternehmen ihre Website für den Einsatz mit mobilen Browsern und führen mobile Marketingkampagnen und Treueprogramme durch. Der mobile Handel ist noch nicht weit verbreitet, doch er hat das Potenzial, den herkömmlichen E-Commerce abzulösen, da weltweit immer mehr Menschen Smartphones erwerben.

Integration von sozialen Medien

Viele Unternehmen nutzen bereits die sozialen Medien, um Informationen über neue Produkte zu verbreiten und Nachrichten an ihre Kunden zu versenden. Eine von American Express OPEN Small Business Monitor im April 2011 durchgeführte Umfrage kam zu dem Ergebnis, dass 58 % der Kleinunternehmer, die das Thema Wachstum „offensiv“ aufgreifen, ihre Produkte über soziale Netzwerke vermarkten. Bisher haben viele Unternehmen die sozialen Medien in ihre Online-Shops integriert. Damit sind sie in der Lage, den Kunden Artikel vorzuschlagen. Einige Unternehmen bieten ihren Kunden Geschenkgutscheine. Im Gegenzug erwähnen die Kunden das Unternehmen auf Facebook oder Twitter. Mehr Informationen zu diesem Thema finden Sie in unserem Artikel Umsatz mit Twitter.

Doch die sozialen Medien sind keine Einbahnstraße, denn die Kunden werden über Facebook oder Twitter genauso ihre negativen Erfahrungen mit den Unternehmen verbreiten wie sie positive Bewertungen abgeben. Ein 2010 in der Harvard Business Review erschienener Artikel hob die Bedeutung des Kundendienstes für Unternehmen hervor: „Um in diesem aggressiven und interaktiven Umfeld wettbewerbsfähig sein zu können, müssen Unternehmen ihren Fokus verschieben – weg von der Umsatzgenerierung hin zur Steigerung des Kundenwerts, dem sogenannten Customer Lifetime Value.

Unternehmen, die in ihrem Kundendienst soziale Medien implementieren, sind in der Lage, die Kundenprobleme schneller zu lösen. Und Firmen, die ihre Kunden in einen kontinuierlichen Dialog einbinden – selbst wenn kein Problem vorliegt – werden von den Weiterempfehlungen über die sozialen Netzwerke profitieren.

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1 comment

  1. Anonymous

    Also einnetzen klingt irgendwie unanständig 😉 – ansonsten ein interessanter Artikel, danke!

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