CRM-Partnerschaft von SAP und RIM

Feature | 25. Juni 2008 von admin 0

Jeff McDowell Foto: SAP AG

Jeff McDowell hat auf der SAPPHIRE 2008 in Berlin eindrucksvoll vorgeführt, wie sich SAP Customer Relationship Management (SAP CRM) auf dem BlackBerry nutzen lässt. Nur drei Klicks beispielsweise – dann ist der Anwender von seinem Kalendereintrag auf eine GPS-basierte Karte gelangt, auf der er die Wegbeschreibung zum nächsten Kunden findet. Der Vorteil: Andere Anwendungen benötigen weit mehr Navigationsschritte und damit Zeit; im Außendienst immer ein mehr als knappes Gut.

„Ein Vertriebsmitarbeiter hetzt gewöhnlich mit seiner Aktentasche von einem Termin zum nächsten“, sagt McDowell, Vice President Global Alliances bei RIM. „Wenn er schon ein mobiles Gerät hat, will er darauf auch alle Informationen finden, die er für den nächsten Termin braucht. Geht das nicht schnell genug, wird er das Gerät nicht benutzen.“

Fragen die Anwender denn überhaupt CRM-Funktionen auf dem BlackBerry nach?

McDowell: Unbedingt. Gleich nachdem wir BlackBerry E-Mail auf den Markt gebracht hatten, liefen die ersten Nachfragen nach CRM-Funktionen ein – sie halten immer noch den Spitzenplatz.

Einige BlackBerries haben aber schon länger CRM-Funktionalität – wie das?

McDowell: Diese Anwendungen wurden punktuell von unseren Kunden oder Partnern geschrieben. Viele Unternehmen haben Middleware für alle möglichen CRM-Pakete entwickelt und dafür auch intelligente mobile Clients programmiert. Einige Anwender greifen daher schon länger über ihre BlackBerrys auf SAP-Software zu. Setzt beispielsweise ein Middleware-Partner von RIM SAP-Lösungen ein, dann schreibt dieser Partner einfach ein Interface für das Standard-Set von SAP-Schnittstellen – und macht dann das Beste aus dem, was er auf sein Desktop bekommt.

Was ändert sich hier mit der CRM-Partnerschaft von SAP und RIM?

McDowell: RIM entwickelt nun direkt einen BlackBerry-Client für SAP CRM. SAP und RIM sind gleichermaßen für die Architektur verantwortlich – SAP serverseitig, RIM clientseitig. Das bedeutet: Die Anwendung ist voll integriert – ein Alleinstellungsmerkmal für den BlackBerry. Der Client enthält inhärente Funktionen, etwa automatisierte Workflows oder CRM-Prozesse wie Lead-Verwaltung. Die Anwender profitieren davon: Sie erhalten schnelleren und einfacheren Zugang zu wichtigen CRM-Daten.

Beispielsweise bei den Leads. Daten über neue Interessenten sind für den Vertrieb unmittelbar wichtig. Die Übertragung dieser Informationen kann im Zweifelsfall nicht warten, bis irgendwann einmal der Laptop im Unternehmen mit dem ERP-Backend synchronisiert wird. Die Lösung von SAP und RIM schickt Leads, die das Marketing im CRM-System anlegt, sofort auf den BlackBerry. Zwei wichtige Elemente treffen hier zusammen und machen die Lösung so wichtig: Zum einen der Bedarf an aktuellen Informationen im Vertrieb, zum anderen die technische Möglichkeit, Daten in Echtzeit zur Verfügung zu stellen.

Was ist Ihre Zielgruppe?

McDowell: Die ersten Kunden werden vermutlich SAP-Anwender sein, die schon einen BlackBerry haben. Doch natürlich wollen wir auch Neukunden gewinnen, die bisher weder SAP CRM noch den BlackBerry benutzen. Auch liegt die Idee nahe, dass Anwender von SAP CRM daran interessiert sind, mit der Software nun auch ihr mobiles Geschäft abzudecken. Wir erwarten, dass sich die Vorteile dieses CRM-Pakets rasch herumsprechen. Hier liegt für uns der Markt, denn die Anwender brauchen unsere Endgeräte. Sprich: Mit jeder SAP-Lizenz steht potenziell auch eine Kaufentscheidung für den BlackBerry an.

SAP und RIM sind seit 2004 Partner – warum gibt es das gemeinsame CRM-Angebot nicht schon längst?

McDowell: Die mobile Landschaft hat sich erst entwickelt. Die Endgeräte waren einfach noch nicht reif genug. Heute ist das anders – deshalb kommt die Partnerschaft für SAP CRM genau zum richtigen Zeitpunkt.

Warum ist die Push-Architektur der BlackBerry-Plattform für mobile Anwendungen so geeignet?

McDowell: Was RIM groß gemacht hat war die Möglichkeit, Informationen sicher durch die Firewall auf ein mobiles Endgerät zu bringen. Eine sorgfältige Verschlüsselung garantiert Sicherheit ohne Kompromisse. CIOs stufen unsere Plattform daher als vertrauenswürdig ein. Das macht ihnen die Entscheidung leicht, die Plattform auch für andere Unternehmensanwendungen einzusetzen. Sie haben unser Produkt bereits zertifiziert. Das senkt die Betriebskosten, da es nicht noch einmal Akzeptanztests oder Sicherheitsaudits durchlaufen muss. CRM oder andere Anwendungen lassen sich einfach zusätzlich auf dem BlackBerry installieren – Sicherheitsaspekte, beispielsweise, bleiben davon unberührt.

Zudem sorgt die Push-Architektur dafür, dass Informationen nahezu in Echtzeit weitergegeben werden – das ist bei mobilen Geräten keineswegs die Regel. Dazu passt das BlackBerry Bold mit seiner leistungsstarken Technologie, etwa WiFi, GPS, 3G, Bluetooth, erweiterbarer Speicher und einem Gigabyte internem Speicher.

Wie geht es mit SAP und RIM weiter?

McDowell: Wir haben uns im ersten Schritt auf CRM konzentriert. Die geschaffene Architektur lässt sich wieder verwenden – für ERP, Business Intelligence, Human Resources oder andere Anwendungen. Grundsätzlich wird künftig die gesamte SAP Business Suite zu einem gewissen Grad auf dem BlackBerry verfügbar sein – mit derselben Integrationstiefe wie bei SAP CRM.

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