MÜNCHENER VEREIN mit FlexFrame for SAP

Feature | 28. Mai 2009 von Agnes Strieder, freie Journalistin 0

MÜNCHENER VEREIN: Zentrale in München (Foto: MÜNCHENER VEREIN)

Im Wissen um die Bedeutung einer effizienten IT: Tatkräftig unterstützt der Fachbereich Informatik (IT) der Münchner Verein Versicherungsgruppe 800 Innendienstmitarbeiter, 500 hauptberufliche Außendienstpartner sowie ca. 5.600 sonstige Vertriebspartner. Als interner Dienstleister bietet er sämtlichen Bereichen der Versicherung spezifische EDV-Produkte und -Dienstleistungen und gibt Anstöße für die Qualitätsverbesserung aller Geschäftsprozesse.

Die MÜNCHENER VEREIN Versicherungsgruppe
deckt mit den drei Gesellschaften Krankenversicherung a.G., Lebensversicherung a.G. und Allgemeine Versicherungs-AG den gesamten Bereich der privaten sowie betrieblichen Vorsorge- und Finanzdienstleistungen ab.

1922 als Versicherungsanstalt des Bayerischen Gewerbebundes gegründet, ist die Versicherungs-
gruppe traditionell mit Handwerk und Mittelstand verbunden.

Um qualitativ hochwertige Services zu liefern, hat sich der MV für die SAP-Branchenlösung SAP for Insurance entschieden, die er seit 1998 sukzessive eingeführt hat. Seit 2001 ist die Versicherungsgruppe offiziell als SAP Customer Competence Center (SAP CCC) zertifiziert.

Allerdings können sich Thomas Wolf, Projektleiter beim MV und Leiter des SAP CCC, und sein Team nicht auf diesen Lorbeeren ausruhen. Denn alle drei Jahre wird durch SAP geprüft, ob der fachliche und technische Standard weiterhin den vorgegebenen hohen Maßstäben entspricht. „Diese Überprüfungen geben unseren Anwendern die Sicherheit, dass wir ihnen auf Dauer einen hohen Qualitätsstandard zur Verfügung stellen“, äußert sich Wolf dazu.

Hohe Qualitätsstandards zu garantieren, war auch ausschlaggebend für die Entscheidung von Thomas Wolf und seinem Team für FlexFrame for SAP.

Neue SAP-Services stellen neue Ansprüche an die Infrastruktur

Thomas Wolf, Projektleiter beim MV und Leiter des SAP CCC (Foto: MÜNCHENER VEREIN)

Mit der Anwendung SAP Incentive and Commission Management for Insurance, die in mehreren Stufen eingeführt worden war, hatte vor rund zehn Jahren der MV ein leistungsfähiges und produktives Tool für die Provisionsabrechnung erhalten. Dieses stellte aber neue Anforderungen an die Performance der Serverumgebung.

Dies blieb jedoch nicht die einzige Herausforderung an die IT-Verantwortlichen. Es galt auch, die bestehende SAP-Umgebung auf das aktuelle Release von SAP ERP zu migrieren und damit gleichzeitig die Weichen für ein weiteres Projekt zu stellen: die Implementierung von SAP NetWeaver Business Warehouse (SAP NetWeaver BW).

Das brachte die Entscheidung für eine gänzlich neue Serverumgebung mit sich, denn den Verantwortlichen war klar, dass eine Erweiterung der bestehenden Infrastruktur aus Windows-Servern die Komplexität der Umgebung weiter erhöht und letztlich keine zukunftsfähige Lösung war: Die neue Infrastruktur sollte nicht nur äußerst leistungsfähig, sondern auch hochverfügbar und einfach zu administrieren sein sowie eine Lastverteilung zwischen den eingesetzten Rechnern ermöglichen.

Paradigmenwechsel mit FlexFrame 4.2A for SAP

Die IT-Experten von MV entschieden sich für die SAP-zertifizierte Infrastrukturlösung FlexFrame for SAP von Fujitsu Technology Solutions, die für den Münchner Verein einen Paradigmenwechsel bedeutete: Weg von der strikten Kopplung von Serverressource und Applikation hin zu einer dynamischen IT-Landschaft.

Mit der neuen Lösung werden SAP-Software, Betriebssystem, Middleware und Datenbank virtualisiert, in Form von Images und Service Directories auf einem zentralen Speichersystem abgelegt und den Servern bei Bedarf zugewiesen. Damit kann innerhalb des FlexFrame-Verbunds jeder Service auf jedem Rechner des Netzwerks gestartet, beendet und zwischen den einzelnen Systemen verschoben werden.

Eine Management-Software stellt die Hochverfügbarkeit der geschäftskritischen Anwendungen sicher. Sie erkennt zum Beispiel, wenn ein neuer Server hinzukommt, startet SAP-Instanzen neu oder verschiebt die Services im Fehlerfall.

Primergy Server im Einsatz

Beim MV läuft die FlexFrame ControlNode Software auf zwei geclusterten Primergy RX300 S3 Rack Servern, die aus Sicherheitsgründen in unterschiedlichen Räumen des Rechenzentrums aufgestellt sind. Als Anwendungs- und Datenbankserver kommen ebenfalls Primergy Server RX300-Rechner zum Einsatz, je drei pro Standort.

Kontrolle eines PRIMERGY Server mit Pocket LOOX (Foto: Fujitsu Technology Solutions)

Zwei NetApp Filer, die über ein IP-Netzwerk an die Serversysteme angeschlossen sind, dienen als zentrales Speichersystem. Damit hat der MV für seine geschäftskritischen Anwendungen eine doppelte Absicherung. Fällt ein Server an einem Standort aus, springt automatisch ein Ersatzsystem ein. Fällt ein ganzer Standort aus, kann der Betrieb durch den zweiten aufrechterhalten werden.

„Mit FlexFrame for SAP konnten wir nicht nur einen signifikanten Leistungsschub um etwa den Faktor 3 im SAP-Provisionsbereich und um etwa 40 Prozent für SAP NetWeaver BW erreichen“, erläutert Wolf. „Vielmehr verfügen wir jetzt auch über die notwendige Hochverfügbarkeit der Anwendungen, denn gerade in einem Versicherungsunternehmen dürfen Dienste wie Provisionsabrechnungen nicht stillstehen.“

Fliegender Wechsel zur neuen IT-Infrastruktur

Sportlich war auch der kurze Zeitraum, in dem der MV zusammen mit Fujitsu Technology Solutions den Wechsel auf die neue Infrastrukturlösung bewerkstelligte, um nahtlos daran die Einführung von SAP NetWeaver BW für den Produktbereich Kapitalanlagen zu ermöglichen.

Gerade vier Monate wurden für das Projekt insgesamt benötigt – einschließlich der Produktivsetzung, so dass auch die Data-Warehouse-Anwendung fristgerecht zur Verfügung stand und die etwa 110 Anwender ab dem ersten Tag der Produktivsetzung problemlos arbeiten konnten.

„Vergleichbare Projekte dauern etwa ein Jahr“, weiß Wolf. Eine besondere Herausforderung war, dass die SAP-Produkte eng mit anderen auf die Bedürfnisse des MV zugeschnittenen Anwendungen verzahnt sind, die ebenfalls in die neue Lösung integriert werden mussten.

Schnittstellen und Zukunft

Ebenso galt es, wichtige Schnittstellen nach außen, wie zum Beispiel zu Bloomberg, sicherzustellen: Sie liefern Daten für die Kapitalanlage und das Controlling, die immer auf dem neuesten Stand sein müssen. „FlexFrame for SAP war von Anfang an hervorragend auf die Nachbarsysteme abgestimmt“, so Wolf.

Mit der Lösung ist der MV für die Zukunft gerüstet: Das System lässt sich bei Bedarf ergänzen, ohne dass grundsätzliche Änderungen in der Konfiguration oder aufwändige Tests notwendig sind.

Und auch die nahtlose Skalierbarkeit und das Potenzial von hundert bis zu mehreren tausend Anwendern erspart es dem Leiter des SAP CCC in nächster Zeit, über eine neue Infrastrukturlösung für die SAP-Umgebung nachdenken zu müssen.

Tags: ,

Leave a Reply