mySAP ERP Master Guide sucht passende SAP-Software aus

Feature | 2. Mai 2005 von admin 0

Seit Anfang März 2005 steht Kunden der SAP mit mySAP ERP 2004 das neueste Release von mySAP ERP zur Verfügung. Sie erhalten damit eine Vielzahl neuer und weiterentwickelter Geschäftsprozesse sowie die Möglichkeit, bestimmte Teile dieser Prozesse wie Urlaubsanträge oder Auswertungen auch über Self-Services zu nutzen.

Softwarekomponenten in mySAP ERP 2004

Softwarekomponenten in mySAP ERP 2004

SAP hat mit mySAP ERP 2004 einen weit reichenden Umbau der Softwarearchitektur vorgenommen. Die SAP-Systemarchitektur eines Kunden, der mySAP ERP 2004 verwendet, besteht nicht mehr wie bisher aus einer großen, fast monolithischen Anwendung, sondern aus einer Vielzahl flexibel einsetzbarer Komponenten. Dazu zählen beispielsweise die SAP ERP Central Component (ECC) 5.0, die SAP Self Services Komponente XSS 5.0 und das SAP Strategic Enterprise Management (SEM-BW) 4.0. Hinzu kommen die Komponenten der flexiblen Architekturplattform SAP NetWeaver wie SAP Web Application Server (SAP Web AS) oder SAP Enterprise Portal (SAP EP). Kunden sind keinesfalls gezwungen, alle diese Komponenten zu installieren. Sie haben ganz im Gegenteil die Möglichkeit, sich gezielt nur diejenigen Komponenten herauszusuchen, die sie tatsächlich für die Abwicklung ihrer Geschäfte benötigen.
Ein Hauptgrund für den Umbau der Softwarearchitektur ist die angestrebte Flexibilisierung der Software in Richtung Enterprise Services Architecture (ESA). Hiermit möchte SAP unter anderem eine Senkung der Betriebskosten (TCO) erreichen.
Die Verbindung zwischen den Geschäftsprozessen einerseits und den dafür benötigten technischen Komponenten andererseits schafft der mySAP ERP 2004 Master Guide – eines von mehreren Dokumenten, die Kunden in den unterschiedlichen Phasen einer Implementierung von mySAP ERP unterstützen. Anhand zweier beispielhafter Geschäftsprozesse aus den Bereichen Analytics und End-User Service Delivery soll gezeigt werden, wie der Master Guide die Anwender anhand dieser Prozesse zu den dafür benötigten SAP Softwarekomponenten führt. Die Beispiele stehen für unterschiedliche Anwendungsbereiche und sind so gewählt, dass beide zu relativ komplexen Systemen mit mehreren Komponenten führen.

Strategic Enterprise Management

Software für SEM

Software für SEM

Im ersten Beispiel entscheidet sich ein Kunde dafür, das in mySAP ERP 2004 enthaltene Strategic Enterprise Management zu verwenden. Im Master Guide stellt eine Tabelle die gewünschten Business-Prozesse den entsprechenden Komponenten gegenüber. Die für dieses Beispiel notwendigen Komponenten ergeben sich aus den Erklärungen in der Spalte “Remarks” und sind gelb hervorgehoben: SAP Web AS ABAP 6.40, SAP ECC 5.0, SAP Strategic Enterprise Management (SAP SEM-BW) 4.0, die ABAP-Add-On-Komponente SAP FINBASIS 3.0, SAP Business Information Warehouse (SAP BW) 3.5, SAP Business Intelligence (BI) Content und die Portal Platform 6.0. Weitere optionale Komponenten sind farblich nicht hervorgehoben, aber ebenfalls aufgelistet.
Der SAP Web AS ABAP 6.40 ist als Nachfolger von SAP Basis die Grundlage der ABAP-basierten Geschäftslogik. Darauf setzt SAP ECC 5.0 auf, der technische Nachfolger von SAP R/3. Im Beispiel dient ECC 5.0 als optionale Datenquelle, d.h. es liefert die für die Planung notwendigen Stammdaten – diese könnten aber auch aus anderen Systemen kommen. Wichtigste Komponente für die strategische Unternehmensplanung ist das SEM-BW 4.0. Es beruht auf der ABAP-Add-On-Komponente FINBASIS 3.0, die eine technischen Grundlage des SEM-BW bildet, und dem SAP Business Information Warehouse. SAP BW 3.5 ist Bestandteil des SAP Web AS ABAP 6.40 und wird durch das BI-Content-Add-on um vordefinierten Content (spezielle Informationsmodelle) ergänzt. Als Benutzeroberfläche kann die Portal Platform 6.0 verwendet werden.

Beispiel für eine Systemlandschaft

Beispiel für eine Systemlandschaft

Auf der Grundlage der so ermittelten Komponenten ist es nun möglich, eine Systemlandschaft zu entwerfen. Der Master Guide enthält dazu Beispiele – sowohl für zentrale als auch für verteilte Systemlandschaften. Die endgültige Ausprägung einer Landschaft hängt von weiteren Anforderungen aus den Bereichen Hardware, Performance, Security und Systembetrieb ab.

Manager und Employee Self Services

Software für Services

Software für Services

Das zweite Beispiel, die Manager und Employee Self Services, bietet den Endanwendern die Möglichkeit, selbst einfache Teilprozesse auszuführen. Angenommen, ein Kunde entscheidet sich für die SAP-Manager-Self-Service-Anwendungen “Teamkalender” und “Reporting” sowie weitere SAP-Employee-Self-Service-Anwendungen aus den Bereichen Zeitwirtschaft, Personalabrechnung und Personaladministration. Nun will er im Master Guide nachschlagen, welche SAP-Softwarekomponenten er hierfür benötigt. Er findet diese Informationen unter “End-User Service Delivery”. In diesem Fall werden folgende Software-Komponenten einschließlich Versionsangabe verwendet: SAP WebAS ABAP 6.40, SAP ECC 5.0, Business Packages for Manager und Employee Self Service, Portal Platform (SAP Enterprise Portal) 6.0, SAP Web AS Java 6.40, SAP Self Services (XSS) 5.0, SAP Business Information Warehouse (SAP BW) 3.5 sowie SAP Business Intelligence Content.
Auf SAP Web AS ABAP 6.40, auch hier die Grundlage der ABAP-basierten Geschäftslogik, setzt SAP ECC 5.0 auf, das als ERP-Backend die Funktionalität für die Self Services liefert. Die Komponente SAP XSS 5.0 stellt die Web-Dynpro Oberflächen der Self Services zur Verfügung. Die notwendigen Rollen, Portal-Pages und iViews werden von den Business Packages for Manager und Employee Self Service geliefert, die innerhalb der Portal Platform 6.0 ablaufen. Business Packages enthalten bereits vorkonfigurierten Content und wurden für SAP Enterprise Portal entwickelt. Als Laufzeit-Umgebung für die Java-Komponenten dient der SAP Web AS Java 6.40. Für das Berichtswesen innerhalb des Manager Self Service wird auch hier SAP BW verwendet. Die Softwarekomponente SAP BW 3.5 ist dabei Bestandteil des SAP Web AS ABAP 6.40. Das BI-Content-Add-on enthält vorbereitete Strukturen und Informationsmodelle.

Master Guide erspart Zeit und Entscheidungsprozesse

Die Entscheidung, welche Geschäftsprozesse ein Unternehmen mit mySAP ERP 2004 verwenden möchte, legt bereits fest, welche SAP-Softwarekomponenten zum Einsatz kommen sollten oder können, um diese Prozesse zu realisieren. Kunden können sich mit Hilfe des mySAP ERP 2004 Master Guide schnell orientieren. In komplexen Fällen zeigt das Dokument auch Optionen für Alternativen auf. Über den SAP Service Marketplace steht er allen SAP-Kunden über den Quick link /erp-inst zum Download zur Verfügung. Für Spezialfälle und Kunden, die eine individuelle Beratung wünschen, bietet SAP Consulting einen Standard-Service, den mySAP ERP Component Allocation Workshop. Auf der Basis der Geschäftsprozesse des Kunden werden gemeinsam die dafür benötigten Komponenten ausgewählt und zusätzlich eine optimale Systemlandschaft entwickelt.

Frank Schuler

Frank Schuler

Steffen Thiem

Steffen Thiem

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